Monsieur Paulin und ich - Damien Luce



KLAPPENTEXT:

978-3-426-22610-0.jpg.30153945Die kleine Jeanne leidet unter der Lieblosigkeit ihrer Eltern. Nicht verwunderlich, dass sie den Einbrecher Monsieur Paulin, der eines Abends in ihrem Zimmer steht, kurzerhand zu ihrem Freund erklärt.
Der gutmütige Obdachlose ist fortan die wichtigste Person in Jeannes Leben, und als ein Streit ihrer Eltern eskaliert, flüchtet sie zu ihm in die Straßen von Paris …

AUTOR:
(Quelle: Dromer Knaur)

Damien Luce, 1978 in Frankreich geboren, begann seine künstlerische Karriere als Konzertpianist, Dirigent und Komponist. Auf diesem Gebiet arbeitete und spielte er mit den Großen der Musikszene zusammen, bevor er sich dem Schreiben widmete. "Monsieur Paulin und ich" ist sein erster Roman.

EIGENE MEINUNG:

"Jeanne! Du hast versprochen, den Tisch zu decken. Und gestern hast du versprochen, dein Bett zu machen. Du verspichst dauernd etwas und hältst es dann nicht." "O ja, ich bin sehr vielversprechend."
Die 10jährige Jeanne ist einsam. Ihre Eltern interessieren sich nicht recht für sie, sondern in erster Linie für sich selbst und das was andere über sie denken. Und auch in der Schule findet Jeanne keine Freunde. Das mag vielleicht an ihrer hässlichen Brille liegen, an ihrer altklugen Art, an ihrem "Ohrfeigengesicht" oder aber daran, dass sie schon genau so kaltherzig ist wie ihre Eltern. Es ist kein Problem für sie ein liebreizendes Tierchen umzubringen, wenn dies den eigenen Forschungszwecken dient. Ich muss gestehen auch ich hatte meine persönlichen Differenzen mit ihr und konnte leider wenig Verständnis für ihre Lieblosigkeit und mehr oder weniger unterdrückten Aggressionen aufbringen, auch wenn sie eine recht natürliche Reaktion auf die Dinge sind, die ihr widerfahren. Dennoch stechen sie einfach unangenehm aus dem sonst eher poetisch-philosophischen Text hervor.

"Ich kann dir zum Beispiel sagen, dass dieser Buchstabe hier ... ein A ist." "Aber das ist doch gar kein Buchstabe! Das ist ein Sternchen." "Und wozu ist das gut?" "Es trennt die Kapitel voneinander." "Was für eine Verschwendung von Druckerfarbe!"
Eines Abends als Jeanne wieder einmal allein zuhause sitzt, kommt ein Einbrecher vorbei. Ein sehr unbegabter, der weder lesen, noch wertvolle Gegenstände rauben kann. Er ist Jeannes Chance endlich Freundschaft zu schließen und auch ihre hilfsbereite und mitfühlende Seite auszuleben. Und endlich bekommt sie die von ihr schon lang ersehnte Aufmerksamkeit.

FAZIT:

"Monsieur Paulin und ich" ist eins dieser Bücher, die eine ganz besondere Geschichte enthalten. Hier ist es die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich nichts sehnlicher wünscht als Liebe und Aufmerksamkeit. Dargestellt wird dies auf sehr eigene Art und Weise: poetisch-philosophisch und kühl-emotionsarm zugleich. Eine Eigenheit deren Begegnung sich lohnt.

BUCHINFO:
Dromer (September 2012)
240 Seiten
14,99 €
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Deine Seele in mir - Susanna Ernst



KLAPPENTEXT:
978-3-426-51260-9_jpg_30201524Matt hat den gewaltsamen Tod seiner geliebten Amy nie verwunden. Als er Jahre später auf die eigenwillige Julie trifft, ist er zutiefst berührt: Sie erinnert ihn so unglaublich stark an Amy, dass Matt langsam anfängt, an Wunder zu glauben … Kann es sein, dass der wahren Liebe manchmal ein Leben nicht reicht?

AUTORIN: 
(Quelle: Droemer Knaur)
Susanna Ernst wurde 1980 in Bonn geboren und schreibt schon seit ihrer Grundschulzeit Geschichten. Sie leitet seit ihrem sechzehnten Lebensjahr eine eigene Musicalgruppe, führt bei den Stücken Regie und gibt Schauspielunterricht. Außerdem zeichnet die gelernte Bankkauffrau und zweifache Mutter gerne Portraits, malt und gestaltet Bühnenbilder für Theaterveranstaltungen. Das Schreiben ist jedoch ihre Lieblingsbeschäftigung für stille Stunden, wenn sie ihren Gedanken und Ideen freien Lauf lassen will. Ihr Credo: Schreiben befreit!

EIGENE MEINUNG:
Zwei Kinder spielen ganz unbedarft im Wald. Sie sind verbunden durch eine ganz innige Freundschaft, die bereits ihr ganzes, kleines Leben lang besteht. Dann kommt ein Fremder, drängt sich gewaltsam in diese Freundschaft, setzt ihr jäh ein Ende. Während eins der Kinder stirbt, schaut das andere zu. Narben, die nie verheilen …
"Kann die Seele eines Menschen zerbrechen? Ja, das kann sei, in nur wenigen Sekunden."
Dieses Buch mit dem zarten Cover ist alles andere als sanft. Obwohl es auf der einen Seite wunderschön ist, ist es auch dramatisch, schockierend und traurig, denn hier geht es nicht nur um eine der wundervollsten Liebesgeschichten, sondern auch um Kindesmissbrauch und seine möglichen Folgen. Autorin Susanna Ernst hat dieses Thema, dass ihr in einem Alptraum immer wieder begegnete, auf eine ganz eigene Art und Weise umgesetzt. Ich finde es gerade bei so einem bedrückenden Aspekt unglaublich hilfreich und ermutigend an Wunder glauben zu dürfen.
An die Schreibe der Autorin musste ich mich zunächst ein wenig gewöhnen. Erzählt wird aus der Perspektive von Matt, dem Jungen, der einst seine beste Freundin verlor, und nun isoliert und verschlossen vor sich hin lebt. Geplagt von der Trauer, die scheinbar nie vergehen will und der Angst sich für neue Zwischenmenschliche Beziehungen zu öffnen. Manchmal wirkte seine Gefühle etwas zu aufgesetzt und dem Leser aufgedrückt, was dem Roman jedoch kein Stück seiner Emotionalität nimmt. Meine Befürchtung, die Autorin könne mich nicht über fast 500 Seiten mit einer Liebesgeschichte fesseln, war völlig unbegründet, denn "Deine Seele in mir" ist mehr als ein Roman über eine Liebe, die alle Grenzen überschreitet. Es ist auch eine Lebensgeschichte, die in meinem Kopf noch lange Bestand haben wird.

FAZIT:

"Deine Seele in mir" hat mich unerwartet stark gefesselt und berührt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, bin geradezu hindurch geflogen und konnte doch jede einzelne Emotion spüren.  Angst,Trauer, Freude und Liebe waren so greifbar, dass ich das Buch mit Sicherheit noch lange nicht loslassen werde. Gänsehaut pur bis tief in die Seele ...
BUCHINFO:
Knaur (Dezember 2012)
480 Seiten
8,99 €
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Und führe uns nicht in Versuchung - Susanne Hanika


KLAPPENTEXT:
8a53ae99f6Der dritte Fall für Lisa Wild, die Miss Marple der bayerischen Provinz
Lisa Wild hätte sich wirklich eine Menge Ärger sparen können, wäre sie nicht so unfassbar neugierig. Hätte sie nicht besser das verzweifelt vor sich hin klingelnde Handy ignoriert? Dann wäre sie nämlich nicht auf den toten Besitzer gestoßen, der wenige Zentimeter von seinem Telefon entfernt auf dem Waldboden liegt. Während Lisa Hals über Kopf den Tatort verlässt, stolpert sie über zwei unbestrumpfte Frauenbeine: die nächste Leiche …
AUTORIN:
(Quelle: Piper)
Susanne Hanika, geboren 1969 in Regensburg, lebt noch heute mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in ihrer Heimatstadt. Nach dem Studium der Biologie und Chemie promovierte sie in Verhaltensphysiologie und arbeitete als Wissenschaftlerin im Zoologischen Institut der Universität Regensburg. Nach »In Ewigkeit, Amen« und »Und bitte für uns Sünder« ist »Und führe uns nicht in Versuchung« ihr dritter Kriminalroman mit der Ermittlerin Lisa Wild.
EIGENE MEINUNG:
Es gibt Bücherserien, die fühlen sich an wie Urlaub. Susanne Hanikas Serie um Journalistin Lisa Wild, die immer öfter unerwartet und ungewollt Leichen entdeckt und dann wohl oder übel auf eigene Faust ermitteln muss, ist eine dieser Reihen. Nach „Und führe uns nicht in Versuchung bin ich jedoch besonders traurig, dass der Urlaub schon vorüber ist. Da ich mir diesmal jedoch einige bayerische Ausdrücke wie „Ratschkathln“ verinnerlichen und zudem nun weiß in welchem familiären Zusammenhang die Kreszenz und die Zenz stehen, wird der nächste Besuch bei Lisa und der Oma wohl eher ein heimatliches Gefühl bei mir auslösen.
Nachdem ich bereits den ersten Lisa Wild Krimi sehr gern gelesen habe, konnte mich „Und führe uns nicht in Versuchung“ noch mehr begeistern. Die Spannung hat sich in diesem Band um ein vielfaches gesteigert und ich hatte fast bis zum Schluss keinen Plan wer der Mörder sein könnte.
„Der Girgl ist ein harmloser und bemitleidenswerter Geselle, sagte ich mir, der von der frühester Jugend an alle möglichen bewusstseinserweiternden Stoffe ausprobiert hat. Ich konnte das gut verstehen. Mit einer Mutter, die Blusen mit riesigen Erdbeeren trug, und einem Vater, der sich an anderen Leuten festsaugte, brauchte man hin und wieder etwas, das einen bei Laune hielt.“
Ich liebe Susanne Hanikas Humor. Voller Ironie bringt sie trockene Witze und Sprüche, die oft so unerwartet auf den Leser treffen, dass dieser gar nicht anders kann, als laut zu lachen. Ihr ist eine gewisse Spitzzüngigkeit zu eigen, die sie nur allzu gekonnt auf ihre Charaktere überträgt.
Apropos Charaktere, auch diesmal treffen wir wieder auf altbekannte, aber auch neue Gesichter. Eine der besten Figuren ist und bleibt Lisas Oma, die auf der einen Seite naiv, auf der anderen aber weltoffen und echt der Knaller ist. Allerdings wird sie schon ein wenig tüddelig, lässt manchmal die Herdplatte an und muss deswegen beaufsichtigt werden. Da kommt der neue Polizeipraktikant Marteen – von Oma „eingebayerischt“ Martin genannt – gerade recht. Und dass ihn der nervige Hund von der Resi auch so gern hat ist doch mal ein positiver Nebeneffekt, den sich Lisa bei all der Aufregung mit Anneliese, dem Swingerclub und den Leichen auch redlich verdient hat...
FAZIT:
Susanne Hanika gelingt es mal wieder kleinbürgerliche Dorfprobleme und einen spannenden Kriminalfall in gewohnt ironischer Manier zu kombinieren und damit ihre Leser zu begeistern.
BUCHINFO:
Piper Verlag (Dezember 2012)
288 Seiten
9,99 €
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Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam - Vea Kaiser


KLAPPENTEXT:
9783462044645_grGegen die Engstirnigkeit und den unreflektierten Traditionssinn der St. Petrianer hegt Johannes A. Irrwein – geschult an seinem Großvater, dem Bandwurmforscher Johannes Gerlitzen – seit frühester Kindheit eine starke Abneigung. Bildungshungrig und aufgeweckt wie er ist, sehnt er sich nach jener aufgeklärten Welt, die er hinter den Alpenmassiven vermutet. Als der Musterschüler jedoch unerwartet durch die Matura fällt, beginnt er, sich mit seinem Dorf auseinanderzusetzen. Seinem Lieblingsautor Herodot, dem Vater der Geschichtsschreibung, nacheifernd, macht er sich daran, die Chroniken seines Dorfes zu verfassen – und verursacht dabei ungewollt das größte Ereignis in der Geschichte St. Peters, das das Bergdorf auf immer verändern wird.
Ein 14,8 Meter langer Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, ein ungeahnt attraktiver Mönch im Jaguar, eine schwangere Dorfprinzessin, eine altphilologische Geheimgesellschaft, eine nordicwalkende Mütterrunde, ein Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum einzigartigen Mikrokosmos dieses Romans, der durch seine Liebe für leuchtende Details und skurrile Begebenheiten, durch seinen erzählerischen Furor und seine Vielstimmigkeit besticht. Vea Kaiser gelingt mit dreiundzwanzig Jahren ein wagemutiges, herausragendes Debüt. Dieser Roman wird Sie verzaubern.
AUTORIN:
(Quelle: Kiepenheuer & Witsch)
Vea Kaiser, geb. 1988 in Österreich, veröffentlichte 2012 ihren Debütroman «Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam», der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und Leser wie Presse gleichermaßen begeisterte. Übersetzungen ins Tschechische, Niederländische sowie eine Verfilmung sind in Arbeit. Nach ihrer Lesereise in 75 Städte und 5 Länder studiert sie nun in Wien Altgriechisch und arbeitet an ihrem zweiten Roman.

EIGENE MEINUNG:
Manchmal sind die Wege des Schicksals verworren und seltsam, doch es gibt einfach Menschen und Geschichten, die zusammengehören und deswegen auch zueinander finden. So auch Vea Kaisers “Blasmusikpop” und ich. Eine Weile schon schlich ich um das Buch herum, konnte jedoch weder mit dem volkstümlichen Titel, noch mit dem Bandwurmforscher Johannes Gerlitzen etwas anfangen. Dachte ich zumindest. Bis jedoch Sat.1 Literaturexperte Peter Hetzel diesen Debütroman vorstellte und sich einen Vergleich mit Schriftstellerlegende John Irving erdreistete. Unvorstellbar, dass es ausgerechnet einer deutschsprachigen Debütantin gelingen sollte dem Meister das Wasser zu reichen. Dies musste dringend von mir überprüft werden. Gesagt, getan: “Blasmusikpop” zog ins Regal ein. Nach dem Lesen kann ich nur sagen: “Hut ab  vor der Leistung dieser jungen Frau! Sie kann sich definitiv mit den ganz Großen messen!!”
Nun stellt sich die Frage: Wie kann eine Rezension solch einem grandiosen Roman gerecht werden? Die Worte: Lest dieses Buch!!! Es ist grandios!!! - entsprechen zwar der Wahrheit, sind aber keineswegs ausreichend um den besonderen Flair des Romans oder die Dickschädeligkeit der St. Petrianer darzustellen.
Die Welt der Bewohner des kleinen Örtchens St. Peter am Anger ist eine ganz eigene. Es ist schwer sie zu beschreiben, denn dort folgt man jahrelang ausgearbeiteten Gesetzen, die nirgendwo aufgeschrieben, scheinbar über die Muttermilch aufgenommen und verinnerlicht werden. Es ist also kein Wunder, dass Johannes  Gerlitzen von den Bewohner des kleinen Bergsorfes als “nicht ganz richtig” angesehen wird, als er nach einem Bandwurmbefall und der Entdeckung, dass seine neugeborene Tochter die gleiche Haarfarbe wie der ruppige Nachbar hat, in die Stadt zieht um zu studieren, statt wie jeder normale Mensch weiter seinem Handwerksberuf nach zu gehen.
Als etliche Jahre später sein Enkel Johannes A. Gerlitzen in die Fußstapfen des “Doktor Opas” tritt, ist nicht nur er den St. Petrianer suspekt, sondern auch er empfindet das “Barbarendorf” als sehr obskur. Sowohl das Jungscharcamp, als auch der Fußballverein sind für ihn Orte der seltsamsten Freizeitvergnügen, zu denen ein Forscher wie er keinerlei Bezug hat. Erst sehr viel später, nachdem er seine Forschungen auf die Bewohner des Dörfchens ausgedehnt und mit diesen ein schier unmögliches Ereignis auf die Beine gestellt hat, findet er den Weg ins “echte” Leben.
Vea Kaisers Schreibe ist wirklich beeindruckend. Perfekt durchdachte, komplexe Gedankengänge fügen sich zu einem Roman zusammen, wie ich ihn zuvor noch nicht erlebt habe. Lebhaft und lebendig erzählt sie die Geschichte eines kleinen Dorfes, das vielleicht ein klein wenig an ihre eigenen Erlebnisse mit den Eigensinnigkeiten der Heimat erinnern. Um jedoch keine Gemeinsamkeiten aufkommen zu lassen hat sie mit einem Sprachwissenschaftler einen eigenen Dialekt für die St. Petrianer, die mich ein kleines bisschen an Asterix, Obelix und die Gallier erinnern, entworfen.
„Blasmusikpop“ ist eine gekonnte Mischung aus Kritik und Ironie, die jedoch immer mit einem Augenzwinkern zu sehen ist und dem Leser eine gewisse Heimatverbundenheit der Autorin vermittelt. Dadurch entsteht eine Herzlichkeit, die sich problemlos auf das Miteinander von Leser und Romanfiguren übertragen lässt. Selten habe ich Charaktere wie diese erlebt, die auf der einen Seite eine sehr eingeschränkte Sichtweise haben, auf der anderen aber über so viel Facettenreichtum verfügen.
Wie gesagt, ich kann einfach nicht die passenden Worte für meine Begeisterung finden. Vea Kaiser hat mich definititiv so beeindruckt, dass ich es jetzt schon kaum erwarten kann weitere Romane von ihr in die Hand zu kriegen.
FAZIT:
„Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ ist eine beeindruckende Gesellschaftsposse der besonderen Art. Beeindruckend, sprachgewaltig, komplex, charaktervoll und mit einer ordentlichen Portion Ironie, hat Vea Kaiser einen Roman kreiert, der mich nicht nur zum schmunzeln gebracht hat, sondern auf jeder einzelnen Seite fesseln konnte. Mir fehlen die Worte dieses Buch in angebrachtem Maße zu würdigen und so kann ich nur empfehlen es selbst zu lesen.
BUCHINFO:
Kiepenheuer & Witsch (Juli 2012)
496 Seiten
19,99 €
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[Hörbuch] Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellte und was ich dagegen tun werde - Shelle Sumners / gelesen von Anna Carlsson


KLAPPENTEXT:

978-3-8398-1232-7Dies ist die Geschichte von Grace und Tyler. Auch wenn Grace verzweifelt versucht, es NICHT zu Tylers und ihrer Geschichte werden zu lassen.
Weil sie einen sicheren Plan für ihr Leben hat. Zumindest so lange, bis sie Tyler kennenlernt, den Hundesitter von nebenan. Mit seinem süßen Lächeln und seinen warmen, braunen Augen bringt er alles durcheinander. Außerdem schreibt er umwerfend schöne Songs. Über sie. Für sie.
Doch als er zum gefeierten Star wird, nimmt das Schicksal eine unglaubliche Wendung ? und das Leben seinen Lauf ...

AUTORIN: 
(Quelle: Argon Verlag)

Schauspielerin, Kellnerin, Korrektorin, Schulbuchautorin, Buchhändlerin und Empfangsdame in einer Hochzeitskapelle sind nur einige Berufe, in denen Shelle Sumners gearbeitet hat. Sie gibt aber zu, dass sie oft nur so getan hat, als würde sie arbeiten ? tatsächlich hat sie sich heimlich Notizen für ihren ersten Roman gemacht. Zum Glück, denn so ist diese wunderbare romantische Komödie entstanden.

SPRECHERIN: 
(Quelle: Argon Verlag)

Anna Carlsson, beliebte Schauspielerin und renommierte Synchronsprecherin, absolvierte ihre Ausbildung an der berühmten Schauspielschule Gmelin in München. Im Jahr 2008 gewann sie den Deutschen Hörbuchpreis für das beste Kinder- und Jugendhörbuch. Ihre warme facettenreiche Stimme ist wie geschaffen für diesen ganz besonderen Roman.

EIGENE MEINUNG:

Ich muss gestehen, dass ich aufgrund des Titels und der Kurzbeschreibung einen lustig, seichten Chick-Lit Roman erwartet hatte, der mir vielleicht ein paar vergnügliche Stunden Hörgenuss bescheren würde. Genossen habe ich die Geschichte um Tyler und Grace definitiv. Zusätzlich konnte mich Autorin Shelle Sumners aber auch mit ihrem Facettenreichtum in Bezug auf Handlung und Charaktere überraschen und begeistern.

Grace hat ihr Leben im Griff. Sie ist Lektorin bei einem Verlag für Schulbücher, hat einen gut situierten Freund und die Beziehung der beiden ist auf einem guten Weg wirklich ernst zu werden. Alles läuft nach Plan. Denkt Grace. Doch dann trifft sie Tyler Wilkie und bemerkt, dass es einige schwarze Löcher in ihrem Leben gibt. Was will sie wirklich? In welche Bahnen soll ihr Leben gelenkt werde? Und warum muss es erst völlig aus dem Ruder laufen, bis sie merkt, was sie sich davon erhofft?

Grace ist eine sehr liebenswerte und ?echte? Protagonistin, die, ebenso wie Tyler sofort meine Sympathien gewinnen konnte. Beide verfügen über eine raue Oberfläche, sind nicht perfekt, haben Ecken und Kanten und wirken sehr authentisch. Während Grace für mich die Hauptfigur des Romans ist, um die sich alles dreht, bleibt Tyler für mich eher ein vorbei huschender Schatten, was es mir manchmal erschwerte mir seine Passagen zu verinnerlichen, was aber auch ein bisschen seinem Typ entspricht, denn er ist nun mal der chaotische Musiker, der mit den Gedanken mal hier, mal da ist, im häufigsten Falle aber bei seiner Musik und damit auch für Grace schwer greifbar, was sie, die sehr strukturiert ist, schier in den Wahnsinn treibt. Doch Tyler hat etwas, das ihn erdet: eine Familie, die bedingungslos zu ihm steht. Und so ist er es, der im Endeffekt in Lebensverändernden Situationen einen klaren Kopf behält ?
Ein ganz besonderes Highlight ist Sprecherin Anna Carlsson, die das Hörbuch und dessen Charaktere mit so viel Leben füllt, dass ich das Gefühl hatte mitten im Geschehen zu sein. Sie spielt mit ihrer Stimme, dass es eine wahre Freude ist und hat das Talent Leser und Emotionen der Geschichte eins werden zu lassen. Mir ist es einmal passiert, dass ich beim angenehmen Klang ihrer Stimme während einer Passage in der Grace Fieber hat eingeschlafen bin und als ich wach wurde nicht mehr wusste, ob Grace krank ist oder ich, so sehr sind Anna Carlsson und Shelle Sumners Geschichte in mein Innerstes vorgedrungen. Hervorragend!!

FAZIT:

?Wie Tyer Wilkie mein Leben auf den Kopf stellte und was ich dagegen tun werde? konnte mich nicht nur mit einer ausgesprochen lebhaften und charaktervollen Sprecherin begeistern, sondern auch mit einer überraschend facettenreichen Handlung voller wunderbarer Figuren und einer schönen Liebesgeschichte.

Buchinfo:
Argon Verlag (Februar 2013)
6 Std. 10 Min.

Überlebensgroß - Mark Watson



KLAPPENTEXT:
146_43712_128266_xxlDies ist die Geschichte von Dominic. Und die seiner Familie. Und all der kleinen Dinge, die ein Leben ausmachen. Dominic Kitchen ist Hochzeitsfotograf. An jedem Samstag hält er den glücklichsten Tag im Leben der Brautpaare fest, den Tag, an dem sie den Bund fürs Leben schließen. Er selbst befindet sich immer auf der anderen Seite der Kamera, im Hintergrund. Den Konventionen entsprechend, heiratet er eine nette Frau und lebt sein Leben. Mehr und mehr wird dieses jedoch von einer alten Sehnsucht beherrscht, die ihn zu zerstören beginnt, und er weiß: Er kann niemals glücklich werden. Tagtäglich versucht er, eine Scheinwelt aufrechtzuerhalten und seine Gefühle zu verbergen – doch langsam schwinden seine Kräfte. Innerlich spürt er, wie sich ein Knoten immer enger zusammenzieht, ein Knoten, der sein eigenes Glück massiv bedroht. Denn er liebt eine andere. Und irgendwann kommt der Moment, in dem er seine geheimen Wünsche nicht länger unterdrücken kann.

AUTOR: 
(Quelle: Heyne)
Mark Watson, geboren 1980 in Bristol, ist Romanautor, Kolumnist, Radio- und Fernsehmoderator und international erfolgreicher Stand-up-Comedian. Mark Watson lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in London.

EIGENE MEINUNG:
Ich  muss gestehen, eine Rezension zu "Überlebensgroß" zu schreiben fällt mir nicht so ganz leicht, denn die Protagonisten des Romans – Familie Kitchen – verbirgt so manches Geheimnis, das der Leser selbst entdecken sollte, weshalb ich einiges in meiner Besprechung auszusparen versuche.
Der Roman beinhaltet die persönlichen Aufzeichnungen des fiktiven Fotografen Dominic Kitchen, beginnend in seiner Kindheit, die, wie in der Entwicklungspsychologie eröffnet, prägend für das ganze weitere Leben ist. So auch bei Dominic, der vor allem folgende Erfahrungen macht: 1. zwischen ihm und seinem älteren Bruder Max gibt es keinerlei positive Kontaktmöglichkeiten und ewigen Rivalenkampf, 2. in der Familie Kitchen redet man über nichts. Probleme werden einfach unter den Teppich gekehrt. Man lebt in einer gewissen Form von Oberflächlichkeit.
Diese Problematik zieht sich durch sein ganzes weiteres Leben. Auch als er ein erfolgreicher Fotograf wird und viel Geld verdient, steht er nach wie vor im Konkurrenzkampf mit seinem großen Bruder. Dies ändert sich erst als er die fünf Jahre ältere und sehr hübsche Lauren heiratet. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer Probleme, die schon lange im Inneren der Ehe schlummerten, treten nun zu Tage, denn weiterhin wird alles unter den Teppich gefegt.
Außerdem ist Dominics Bindung zu Frauen etwas angeschlagen, denn er wächst zwischen zwei sehr kontroversen Frauenbildern auf. Seine Mutter ist wie ein kleines Vögelchen: zart besaitet, versucht jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen, denn schnell wird ihr alles zu viel. Sie ist immer irgendwie beschämt und gibt sich für alles die Schuld. Ein Verhalten, für das es jedoch eine Erklärung gibt. Seine ältere Schwester Victoria ist das genaue Gegenteil: sie ist taff, rebellisch, weltoffen, kritisch und ein wenig überspitzt . Sie ist Dominics Fels in der Brandung und irgendwie auch sein Leitstern.
"Überlebensgroß" ist kein spannender Pageturner und doch fliegt man geradezu durch die Geschichte, die oftmals vorhersehbar scheint, den Leser aber gern auf eine falsche Fährte führt und dann doch mit – teils schockierenden – überraschenden Wendungen immer wieder einen einnehmenden Charakter bekommt.
Ein zentrales Thema im Roman, direkt, aber auch indirekt angesprochen, ist die Hochzeit. Die Eltern der Kitchen Familie sehen das – ganz der Zeit entsprechend – konventionell. "Bis, dass der Tod euch scheidet. In guten, wie in schlechten Tagen." Dominic verbringt durch seinen Beruf einen Großteil seines Lebens auf Hochzeiten, obwohl er das Gefühl bekommt, seine eigene Ehe nicht allzu gut auszuführen und ihm eine Hochzeit die wichtigste Frau in seinem Leben nicht nur genommen, sondern quasi ins "feindliche" Lager überführt hat.
Auch der Titel "Überlebensgroß" passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, auch, wenn es nicht die wörtliche Übersetzung des Originaltitels "The Knot" ist und im Verlauf des Romans manchmal nach Sarkasmus klingt.
FAZIT:
"Überlebensgroß" ist das Porträt einer Familie voller Geheimnisse. Vielschichtige Charaktere und eine tiefgründige, ein wenig schockierende, Handlung, runden den Roman über Veränderung, Wandel und zwischenmenschliche Probleme ab. Mark Watson ist für mich damit definitiv auf der Liste interessanter Autoren, die ich im Auge behalten werde.

BUCHINFO:
Heyne (November 2012)
400 Seiten
19,99 €
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In dieser ganz besonderen Nacht - Nicole C. Vosseler



KLAPPENTEXT:
Vosseler_NBesonderen_Nacht_130670Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …

AUTORIN: 
(Quelle: cbj)
Nicole C. Vosseler, geboren 1972 in Villingen-Schwenningen, studierte Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen "Unter dem Safranmond", "Sterne über Sansibar" und "Der Himmel über Darjeeling" feierte sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee – mit knapp zweitausend Büchern unter einem Dach.

EIGENE MEINUNG:
"In dieser ganz besonderen Nacht" ist eins der Jugendbücher, das ich in diesem Frühjahr am sehnsüchtigsten erwartet hatte, denn von Autorin Nicole C. Vosseler habe ich schon so viel Gutes gehört. Wenn jedoch schon vorab so hohe Erwartungen gestellt werden, ist es für einen Roman noch schwieriger alle Anforderungen zu erfüllen. Von "In dieser ganz besonderen Nacht" hatte ich mir einen emotionalen Roman mit liebenswerten Charakteren versprochen und trotz einiger Längen wurde genau das erfüllt.
Ambers Leben ist ein Scherbenhaufen. Nach einem harten Kampf erliegt ihre Mutter dem Krebs. Nun muss sie zu ihrem Vater nach San Francisco ziehen und ihr altes Leben, ihre Freunde und damit auch den letzten Halt, der ihr noch bleibt zurücklassen. In San Fran besucht sie die Jefferson High, eine Schule, die sich um Schüler mit besonderen Förderschwerpunkten kümmert. Darunter sowohl autistische Jugendliche, als auch Schüler, die emotional belastet sind. Doch auch dort fühlt sie sich zunächst nicht richtig wohl, denn es fehlt einfach etwas in ihrem Leben. Ihre Mutter hat ein großes Loch hinterlassen.
Eines Tages gerät sie in ein verlassenes Haus und trifft dort zu ihrer eigenen Überraschung einen merkwürdig gekleideten jungen Mann. Vom ersten Moment an gibt es eine magische Verbindung zwischen den beiden. Doch Nathaniel birgt ein dunkles Geheimnis …
"Ich bin tot, Amber. Lange schon. Eine verlorene Seele. Dazu verdammt, als Schatten unter euch Lebenden gefangen zu sein. Und ich weiß nicht einmal, weshalb."
"In dieser ganz besonderen Nacht" ist eine Mischung aus paranormal Romantasy und einer sehr reellen Geschichte über Verlust und Veränderung. Sehr authentisch stellt Autorin Nicole C. Vosseler die Schwierigkeiten dar, die mit dem einschneidenden Erlebnis des Verlusts eines geliebten Menschen einhergehen. Obwohl sich fast alles im Leben der sehr sympathischen Protagonistin um große Gefühle dreht, ist der Roman zu keiner Zeit kitschig oder überzogen.
Amber wächst dem Leser so schnell ans Herz, das man immer wieder gern zu ihr zurück kehrt und all das fühlt, was sie bedrückt, aber auch wie sie dank Nathaniel und etwas schrägen, aber sehr besonderen Freunden, ins Leben zurück findet. Unterstrichen wird dies von der gefühlvolle Schreibe der Autorin, von der ich unbedingt mehr lese möchte.

FAZIT:

Wer am Anfang von Nicole C. Vosselers erstem Jugendroman Durchhaltevermögen beweist, bekommt eine wunderschöne schier magische Geschichte über eine traurig schöne und sehr innige Liebe, wahre Freundschaft und Familie, deren Ende mir Sturzbäche von Tränen über die Wangen laufen ließ...
BUCHINFO:
cbj (Februar 2013)
576 Seiten
18,99 €
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Pandaemonium: Die schwarzen Künste - Andrew Prentice / Jonathan Weil


KLAPPENTEXT:
022_13602_129238_xxlLondon, 1592. Als der Taschendieb Jack einem geheimnisvollen Fremden die Geldbörse stiehlt, gerät er in ein Abenteuer, das er niemals für möglich gehalten hätte. Plötzlich sieht er überall Dämonen. Tödliche Magie breitet sich in der Stadt aus und grausige Morde haben Hexenjäger auf den Plan gerufen. Der eifrigste unter ihnen, Nicholas Webb, ruft dazu auf, die Stadt von Dämonen zu befreien. Doch er spielt ein falsches Spiel. Und Jack hat ein ganz persönliches Motiv, ihn zu hassen: Webb hat seine Mutter umgebracht. Jack hat ihm Rache geschworen. Zusammen mit der Gaunerprinzessin Beth Sharkwell, dem zwielichtigen Spion Kit Morely und einem irrwitzigen Dämon nimmt er den Kampf auf gegen Webb, der über mehr Kräfte verfügt, als es scheint …
AUTOREN:
(Quelle: cbj)
Die beiden Autoren Jonathan Weil und Andrew Prentice haben bereits mehrere Projekte gemeinsam erarbeitet. "Pandaemonium" ist jedoch ihr erster Roman.
EIGENE MEINUNG:
London im 16.Jahrhundert: düster, unberechenbar, gefährlich. Genau der Schauplatz, den man sich für einen Roman wie "Pandaemonium" wünscht. Einem Roman, in dessen Innerem es nur so wimmelt von dunklen Mächten, verhängnisvollen Geheimnissen und einer Magie, so gefährlich, dass einem das Herz stehen bleiben kann, sollte man zu den Unglücklichen zählen, denen sie begegnet.
Protagonist Jack ist ein einfacher Junge, der sich seinen Lebensunterhalt mit Taschendiebstahl verdient. Organisiertes Verbrechen unter den wachsamen Augen des berühmten Gauners Sharkwell, der seine Filzer, Nachtgänger und wie die Verbrecher seiner "Familie" so alle benannt werden, gezielt losschickt, um seinen eigenen Reichtum zu mehren, aber ohne die Gefahr erwischt und gehängt zu werden.
Um Mitglied in Sharkwells "Familie" zu werden, muss eine Prüfung absolviert werden, die aus drei verschiedenen Stationen besteht. Eine davon ist ein möglichst ertragreicher Taschendiebstahl. Für Jack und seine flinken Finger kein Problem. Er greift einem reichen, fremdländisch aussehenden Mann seine prall gefüllte Geldbörse ab. Darin sind jedoch nicht nur sehr seltsame Goldmünzen, sondern auch merkwürdige Utensilien. Als Jack merkt, dass er es mit dunkler Magie zu tun hat, ist es bereits zu spät. Er steckt in großer Gefahr, denn niemand legt sich ohne Konsequenzen mit den Falschen an ...
Laut Amazon ist "Pandaemonium" für Leser ab 12 Jahren geeignet. Das sehe ich ein bisschen anders, denn nicht nur die ausgereifte, aber auch sehr direkte Sprache, die häufig Fäkalausdrücke beinhaltet, sondern auch der Inhalt, der oftmals brutal ist und seine Protagonisten in Bordelle und zu Todesvollstreckungen führt, sind eher für etwas ältere Leser geeignet.
Den Autoren Prentice und Weil gelingt es sehr schnell den Leser zu fesseln. Ein düsteres Ambiente im dunklen London, das an Jack the Ripper und ähnliche brutale Verbrechen aus der Vergangenheit erinnert, ist genau der Hintergrund, den man sich für eine Geschichte wie diese wünscht.
Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen zu einer grauen Suppe, die durchzogen wird von Magie und den schrillen Farben der Angst, die immer dann auftauchen, wenn das Unsichtbare nach Jack greift. Horrorelemente in der Handlung, aber auch eine Stimmung, die zum schneiden angespannt ist, entführen den Leser in eine Geschichte voller Geheimnisse.
Obwohl sich der Roman sehr schnell lesen lässt, zieht er keineswegs am Leser vorbei, sondern bannt ihn mit Komplexität und Atmosphäre, so dass es wirklich schwierig ist das Buch weg zu legen und ins hier und jetzt zurück zu kehren. Immer den kalten Hauch des unsichtbaren Todes im Nacken ...
Dies ist wohl der erste Band einer Reihe und obwohl in sich abgeschlossen, macht er richtig Lust darauf weiter zu lesen.
FAZIT:
"Pandaemonium" ist der sehr gelungene Auftakt einer Reihe, der man nicht im Dunkeln begegnen sollte. Magie, Fantasie und Wirklichkeit werden eins und es ist nur schwer zu erkennen, was Realität ist und was von den beiden Autoren, die mit einer dem Roman angemessenen Schreibe beeidrucken, ersponnen wurde. Ein Roman voller Fantasie und Finsternis. Empfehlenswert!
BUCHINFO:
cbj (Februar 2013)
480 Seiten
16,99 €
hier kaufen

Back to Paradise - Simone Elkeless


ACHTUNG!! DIES IST DER NACHFOLGEROMAN DES BUCHES "LEAVING PARADISE" UND KANN SPOILER ZU EBEN JENEM ERSTEN BAND ENTHALTEN!!

KLAPPENTEXT:
441_30794_125562_xxlEs gibt sie noch... die große Liebe
Zweimal schon hat Caleb Becker seinen Heimatort Paradise wegen Maggie Armstrong verlassen. Zweimal schon wollte er nichts mehr, als Maggie vergessen – Maggie, die er liebt und der er doch so viel Leid zugefügt hat. Und auch Maggie will vor allem eins: endgültig über ihre große Liebe Caleb hinwegkommen. Dann aber treffen sich Maggie und Caleb zufällig in den Sommerferien wieder, und auch wenn beide versuchen, sich aus dem Weg zu gehen, machen all die unterdrückten Gefühle ihnen alsbald einen Strich durch die Rechnung. Doch gerade, als die beiden ihrer Liebe eine Chance geben wollen, kommen die Schatten der Vergangenheit wieder hoch …



AUTORIN:
(Quelle: cbt)Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre "Du oder das ganze Leben"-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller.



EIGENE MEINUNG:
"Back to Paradise" - der Titel trifft genau das, was ich kaum erwarten konnte. Zurück zu kehren nach Paradise, Maggie wieder treffen und erfahren was aus ihr geworden ist, nachdem Caleb, ihre erste große Liebe, sie von jetzt auf gleich verlassen hat.
Ich muss sagen, sie hat sich verändert. Sehr zum positiven. Ist selbstbewusster geworden und lässt sich nicht mehr so hängen. Sie hat nun ein klares Ziel vor Augen und schreitet entschlossenen Schrittes darauf zu. Ganz egal, was andere über ihr Bein, das seit dem Unfall nicht mehr so richtig funktionieren will, denken. Mit jeder Zeile ist sie mir mehr ans Herz gewachsen.
Caleb hingegen mag ich nun nicht mehr so gern. Aus dem Jungen, der versucht hat sein Leben in den Griff zu bekommen ist ein selbstgefälliger und arroganter Typ geworden, der sich in seinem Image als Verbrecher sonnt und dem es scheinbar gefällt, unglücklich zu sein.
"Früher habe ich mich an die Regeln gehalten, aber das habe ich jetzt schon so lange nicht mehr getan, dass ich ganz vergessen habe, wie es geht."
In "Back to Paradise" treten Maggie und Caleb eine Reise an auf der sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen von ihren Erlebnissen mit Alkohol am Steuer erzählen sollen. Eine Art Präventionsmaßnahme um andere Jugendliche davor zu beschützen ähnliche Fehler zu begehen. Diese Reise ist ein auf und ab der Gefühle. Nicht nur zwischen Caleb und Maggie, sondern auch bei mir. Manchmal trafen so viele Emotionen auf mich ein, dass ich eine dicke Gänsehaut bekommen habe.
Simone Elkeless weiß womit sie Leser fesseln kann. Es sind nicht nur die großen Gefühle und anziehenden Protagonisten, sondern ein bisschen auch das Thema Sex, das sie für eine amerikanische Jugendbuchautorin ungewohnt offen anspricht und darstellt. Wertungsfrei und offen trifft sie den Zeitgeist und schreibt das, was Jugendliche lesen wollen, womit sie sich gerne identifizieren bzw. erschafft sie Protagonisten, die einfach anbetungswürdig sind.
Trotz der ein oder anderen kleinen Schwachstelle, was die Handlung betrifft, hat mir auch "Back to Paradise" wieder ausgesprochen gut gefallen.

FAZIT:
Simone Elkeless ist eine Autorin mit Suchtfaktor!! Hat man erst einmal mit einer ihrer Geschichten begonnen, ist man gefesselt von Liebe, Leidenschaft, Sehnsüchten udn Ängsten. Kann sich weder großen Gefühlen noch den unglaublich attraktiven Protagonisten verwehren. Liebe Simone, bitte weiter so!!

BUCHINFO:

cbt (januar 2013)
320 Seiten
8,99 €
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SIMONE ELKELESS und ihre Vorliebe für HAPPY ENDS: klick >hier<

Die Landkarte der Liebe - Lucy Clarke


KLAPPENTEXT:
9783492300858Ein meerblaues Reisetagebuch. Das ist alles, was Katie von ihrer Schwester bleibt. Denn Mia ist tot. In Bali stürzte sie von einer Klippe. Katie hat nur eine Chance, das Geheimnis um den Tod ihrer unnahbaren Schwester zu lüften: Ihr Tagebuch zu lesen und den Stationen ihrer Reise zu folgen. Und so taucht Katie immer tiefer ein in das Leben ihrer Schwester und entziffert Stück für Stück Mias ganz persönliche Landkarte der Liebe …
AUTORIN:
Lucy Clarke studierte englische Literatur an der Universität von Cardiff und lebt heute in Bournemouth. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt. »Die Landkarte der Liebe« ist ihr erster Roman.
EIGENE MEINUNG:
Angelockt durch das wunderschöne Layout des Buches, bin ich froh, nach langem Hin und Her nun endlich zugegriffen zu haben. Denn hinter den freundlichen Farben des Covers, die an einen Südsee Insel erinnern, steckt eine sehr intensive, emotionale Geschichte voller Geheimnisse, die mich fesseln und begeistern konnte.
Mia und Katie, zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mia, wild, unbeständig und impulsiv, eine Mischung aus der Freiheit des Meeres und der Ungezähmtheit des Feuers. Katie, nett, ehrlich, beständig, ruhig, beliebt. Sie ist der ruhende Pol, scheint geerdet, verantwortungsbewusst und zielstrebig in ihrem Tun. Eigenschaften, die sofort zu erkennen sind. Doch was schlummert wirklich in den Schwestern? Wie sieht es tief in ihrem Innersten aus?
Zwischen den Geschwistern gibt es seit jeher eine unsichtbare Mauer. Vorurteile, geheime Wünsche und Bewunderung schlagen sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite ihre Gräben. Erst als Mia tot aufgefunden wird, klärt sich der verhangene Himmel zwischen den beiden nach und nach auf. Tiefe Geheimnisse, zum Teil dunkel und bedrohlich, zum Teil aber auch Verständnis heischend, begegnen Katie. Denn sie nimmt Mias Spuren auf. Reist an genau die Orte, an denen diese im letzten Jahr gewesen ist. Deren Tagebuch immer an ihrer Seite. Und am Ende steht sie nicht nur der Vergangenheit, sondern ihrer Zukunft und sich selbst gegenüber.
Sowohl Mia als auch Katie sind zwei sehr tiefgründige Protagonisten, deren Reisen ich voller Spannung verfolgt habe. Mia bezeichnet sich selbst als die Düstere und geht in dieser Form ihrer Lebensführung auf. Sie ist melancholisch, leicht mit dem Leben überfordert und so schwer zu greifen wie eine Feder im Wind. Erst als sie ihrem männlichen Gegenüber, ihrem Seelenverwandten, begegnet, lernt sie, wie das Leben mit einem Menschen ihrer Art so ist. Jemandem, den das Leben nie zufriedenstellen kann. Der immer auf der Suche ist ...
Die Schreibe der Autorin ist sehr schön. Teils poetisch, aber vor allem bildlich und unglaublich intensiv. Emotionen gingen mir sehr stark unter die Haut und haben mich in die Protagonistinnen hinein gezogen. Ich habe nicht nur mit ihnen gefühlt, ich habe mich wie sie gefühlt und verpürte am Ende des Buches den unglaublichen Drang selbst auf eine Reise zu gehen.
FAZIT:
"Die Landkarte der Liebe" ist eine Reise von unglaublicher Intensität, die, verwoben mit Spannung, einer wunderschönen Schreibe und starken Emotionen, ein tolles Leserlebnis ergeben, das mich so gefesselt hat, das ich es kaum aus der hand legen konnte.
BUCHINFO:
Piper (Oktober 2012)
352 Seiten
9,99 €
hier kaufen

Der Hüter des Schwertes - Duncan Lay


KLAPPENTEXT:

243_26911_125258_xxlEinst beendete Martil einen Krieg, und sein Volk feierte ihn als Helden. Doch er wusste, dass der Preis dafür zu hoch gewesen war. Denn um den Frieden zu erzwingen, ließ Martil jeden Bewohner eines Dorfes – Männer, Frauen und Kinder – töten. Die Schuldgefühle haben ihn innerlich zerrissen und als gebrochenen Mann zurückgelassen. Nun aber benötigt seine Königin seine Hilfe. Verschwörer drohen das Land in den Abgrund zu reißen, und Martil besitzt als Einziger die Fähigkeiten, um sie in ihre Schranken zu verweisen.

AUTOR: 
(Quelle: blanvalet)
Duncan Lay arbeitet als Layout Designer und Headline Texter für den australischen Sunday Telegraph. Er ist seit vielen Jahren journalistisch tätig und hat bereits für zahlreiche Zeitungen geschrieben. Duncan Lay lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern an der Küste von New South Wales.

EIGENE MEINUNG:
Martil, der Schlächter des Königs. Eisern, brutal und ohne jedes Gewissen. Dies ist der Ruf, den sich der Mann, der auch der "Schlächter von Bellic" genannt wird, nur allzu hart verdient. Nun ist er genau dieses Leben leid. Er ist es leid, ständig vom Geruch des Blutes, von Rache, Macht und Kämpfen begleitet zu werden, weshalb er gerne ein wenig zur Ruhe kommen möchte. Wie genau ist ihm noch nicht klar, doch ein Versuch ist es wert. Ein Versuch, der allerdings schon nach kurzer Zeit scheitert, denn man braucht ihn, der im Blutrausch getötet hat um das Land zu retten. Ist das vielleicht seine Chance die ihn bedrückende Blutschuld zu begleichen?
Ich bin ein großer Fantasy Fan. Insbesondere mit High Fantasy kann man mich immer wieder fesseln. Duncan Lay ist dies mit dem Auftakt seiner Fantasy Saga um den Recken Martil, der im Kampf blindlings und ohne jegliche Gefühle tötet, jedoch nur mittelmäßig gelungen.
Martil entspricht einem Protagonist nach meinen Wünschen. Genau so stelle ich mir "Helden" eines High Fantasy Romans vor. Mutig, barsch, mit Ecken und Kanten, aber dem Herz am rechten Fleck. Auch wenn bereits viel Blut seine Hände befleckt, ist er ein Sympathieträger. Er weiß sich nicht nur durch Taten, sondern auch Wortgewandtheit aus schwierigen Situationen zu befreien. Eine Tatsache, die mir sehr gefällt.
Auch die anderen Figuren der Geschichte beweisen Charakter und sind durchaus bis in kleine Details durchdacht. Besonders gern mochte ich die kesse Karia, an deren Sprache man zwar ihr Leben bei hinterwäldlerischen Verwandten anmerkt, die jedoch ein kluges Köpfchen ist.
Weniger gut gefällt mir die Schreibe des Autors. Obwohl sie sich leicht lesen lässt, ist sie mir eher unangenehm ins Auge gestochen. ich kann gar nicht genau beschreiben warum, aber irgendwie hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Klang der Sätze. Dadurch fehlte mir auch ein wenig der Lesefluss, der dadurch unterstrichen wurde, dass erst recht spät ein roter Faden deutlich wurde. Außerdem häuft sich für meinen Geschmack die Derbheit der Sprache etwas zu oft. Manchmal ist an dieser Stelle weniger mehr.

FAZIT:
"Der Hüter des Schwertes" ist der Auftakt einer epischen Saga um den mutigen Krieger Martil, der mit einer guten Mischung aus Humor und Kampfgeist, nicht nur seine Königin, sondern sicher auch viele Fantasy Fans in den Kampf führen wird. Mich konnte er leider nicht zu hundert Prozent begeistern, von daher weiß ich auch noch nicht genau, ob ich die Saga weiterlesen werde, die im Mai mit dem Titel "Das Schwert der Königin" - ebenfalls mit sehr ansprechendem Cover - fortgesetzt wird.

BUCHINFO:

blanvalet (Januar 2013)
416 Seiten
8,99 €
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