[Wochenrückblick] Wieder Zuhause ....

Da bin ich wieder ... zurück aus einem wunder-, wunderschönen Urlaub :) Mehr dazu später ...

Bücherträume:

Zurück Zuhause erwartete mich ein großer Stapel Päckchen und sogar ein riesen großes Paket. Ich staunte nicht schlecht, als ich dieses sah, doch ein kurzer Blick auf den Absender verriet mir: der Arena Verlag verpackt einfach nur großzügig ;) Im großen Karton enthalten war das Buch auf das ich in diesem Jahr am sehnsüchtigsten gewartet hatte: Dark Angels Winter von Kristy und Tabita Lee Spencer.
Außerdem erreichte mich "Nachts sind alle Schafe schwarz" von Heike Abidi. Im Rahmen der Debütautorenchallenge auf Lovelybooks in 2012 wurde die Autorin sehr positiv erwähnt. Ihren ersten Roman habe ich nicht gelesen, aber auf diesen neuen habe ich schon richtig Lust. Ich glaube, das Buch passt prima zu dem schon etwas kühlen, aber sehr sonnigen Herbstwetter.
Weiterhin ist "Frostblüte" bei mir angekommen. Dieses Buch gab es auf Hierschreibenwir und sowohl Inhalt als auch Cover haben mich angesprochen. Ich habe in diesem Jahr ja im Vergleich zu den beiden Vorjahren recht wenig Jugendbücher bzw. Jugendfantasy gelesen und habe jetzt noch mal richtig Lust auf dieses Genre bekommen.
"Magical Mystery" von Sven Regener gehört gewissermaßen zu den Büchern über "Antiheld" Frank Lehmann. Diesmal dreht es sich allerdings um seinen Freund Karl Schmidt. Als ich neulich im Fernsehen ein Interview mit dem Autor, den ich nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Musiker sehr mag, gesehen habe, in dem er sein neues Buch vorstellt, wusste ich sofort: das muss ich haben. Ich mochte schon die Romane "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" sehr gerne, den dritten Teil über Frank Lehmann "Der kleine Bruder" weniger, aber alles in allem habe ich richtig Lust mal wieder in den Genuss von Regeners Kunst zu kommen und freue mich, dass es ein neues Buch von ihm gibt.
"Ich und Earl und das sterbende Mädchen" ist optisch ein recht auffälliges, sehr buntes Buch. Ein bisschen was verspreche ich mir davon auch im Inhalt. Bunt, vor allem was die Charaktere betrifft, aber trotzdem ernst. Ich bin sehr gespannt und verspreche mir viel davon.
Gelesen habe ich in der letzten Woche nicht so viel. Der Urlaub war einfach so toll, es blieb kaum Zeit zum lesen. Ich habe jedoch "Du.wirst.vergessen" beenden können, bin nach wie vor noch begeistert vom Roman, muss aber auch noch ein bisschen darüber nachdenken, bevor ich meine Rezi schreibe.
Heute werde ich noch "Palmherzen" zu Ende lesen. Davon bin ich ja - wie nun schon ganz oft erwähnt - sehr begeistert. Desweiteren habe ich mir "Das Bild der Erinnerung" und "Schöne Ruinen" vorgenommen. Das zweite, weil ich es im Urlaub nicht geschafft habe, aber das Italien Ambiente noch ein bisschen in meinem Kopf und daher passt es ganz gut. Und dann natürlich unbedingt "Dark Angels Winter".

Musikträume:

Musik gehört haben wir unendlich viel. Immer beim Auto fahren und das waren auf hin und Rückfahrt ja schon einige Stunden. In Italien haben wir immer einen Sender gehört auf dem deutsch gesprochen wurde und dort lief jeden Tag mindestens einmal am Tag Shakira und Herbert Grönemeyer. Eine ganz interessante Mischung :D
Ich persönlich mag im Moment aber diesen Song sehr gern:


Lebensträume:

Wie gesagt, ich hatte einen wunder-,wunderschönen Urlaub. Jeden Tag Sonne pur und meistens über 20, an zwei Tagen sogar über 25 Grad. Wir waren in einer kleinen Pension in Südtirol, nahe Meran, oben auf einem Berg. Sehr ruhig, sehr idyllisch und einfach super schön. Mein erster Urlaub seit Jahren, mein erster in Südtirol, das ja in Italien liegt, wo man aber lieber deutsch als italienisch sein möchte. Ich finde das ein bisschen seltsam, allerdings hat es den Vorteil, dass alle deutsch sprechen.
Wir sind ganz viel gewandert, haben an einem Tag 600 Höhenmeter hinter uns gebracht und haben ordentlich Muskelkater bekommen. Dagegen hat ein tolles Heilbad, bei dem man in eine Badewanne gesteckt wurde, Deckel drauf und ordentlich schwitzen, geholfen. Es war ähnlich wie eine Sauna und endlich hatte ich mal langanhaltend warme Füße ;) Dann sind wir einen Tag in die Dolomiten gefahren. So hoch war ich noch nie. Das war unglaublich beeindruckend. Ein wundervolles Panaroma. Auf dem Weg dorthin haben wir an einem See gehalten, um dort herum zu wandern. Rein gehen konnten wir nicht, darin war nämlich ein Wassergeist eingeschlossen ...
Abends haben wir uns dann mit Freunden, die zufällig in derselben Woche wie wir, nur ca. 40 km weiter südlich, Urlaub gemacht haben, in Meran zum Pizza essen getroffen. Ein richtig netter Abend, an dem wir viel gelacht haben.
Am nächsten Tag bin ich dann zum ersten Mal in meinem Leben Seilbahn und Sessellift gefahren. Herrlich!! Ich hätte den ganzen Tag über dem Berg rund fahren können!!
Dann ging es leider schon los in Richtung Heimat. Allerdings mit Zwischenstopp am Bodensee, bei dem Onkel meines Freundes. Dort haben wir dann zwei Tage lang unglaublich gut gegessen, leckeren Wein getrunken und eine tolle Schiffahrt unternommen.
Alles in allem war es ein recht ruhiger Urlaub. Aber darum ging es mir auch. Ich habe einen Beruf, in dem die Anspannung häufig groß ist, und auch privat viel zu tun, so dass ich mich im Urlaub richtig erholen möchte. Nur rum sitzen oder am Strand liegen ist dann jedoch auch nichts für mich. Wandern war eine tolle Beschäftigung und bei dieser tollen Kulisse einfach atemberaubend schön. Wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dort hin fahren. Ich freue mich jetzt schon :)

Euch allen einen wundervollen Start in die Woche :)

[Tag]25 Buchfragen der Lesegiraffe

Damit ihr hier was zu stöbern habt während ich im Urlaub bin, gibt es heute mal einen Tag. Den habe ich bei der Lesegiraffe gefunden. Er ist zwar schon etwas älter, aber wie ich finde zeitlos und ganz nett :)

1. Welches Buch liest du gerade?
"Du. wirst. vergessen." von Suzanne Young

2. Schreibe daraus den 5. Satz von S. 55 auf!
"Der Tag an dem die Betreuer mich herauspicken, mich mitnehmen."

3. Welches Buch liest du als nächstes?
Entweder "Schöne Ruinen" von Jess Walter oder "Ferne Verwandte" von Gaetano Capelli. Da bin ich mir grad noch nicht so ganz sicher ...

4. Nenne deinen Lieblingsautor/-autorin.
Christoph Marzi (und noch ein paar andere mehr ;)) Ich liebe, liebe, liebe seine Worte!!

5. Hat dein Lieblingsautor/-in auch dein Lieblingsbuch geschrieben?
Eins davon, ja. ("Lycidas")

6. Wie heißt dein Lieblingsbuch?
Oh nein. Diese Frage ist immer soooo gemein. Ich mag so viele Bücher gern. Seit Jahren gibt es jedoch ein Buch, das ich ein klitzekleines bisschen mehr mag als andere Bücher und das ist "Das Lächeln der Fortuna" von Rebecca Gablé

7. Welches Buchcover ist deiner Meinung nach das allerschönste?
Auch da sind die Marzi Bücher ziemlich weit vorn. Allerdings mag ich eh oft High Fantasy Cover, weil dort Drachen drauf sind. Oder Schwerter. Oder so was.
Sehr, sehr schön sind auch die Cover von "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" und "Der Mann, der den Regen träumt" von Ali Shaw. Stehen bei mir sogar zur Deko im Regal :)

8. Wie hoch ist dein SuB (Stapel ungelesener Bücher) aktuell?
*hüstel* kann ich nicht genau sagen, aber ich schätze über 100 ...

9. Was wäre dein Traum-SuB-Stand?
Ja genau der ;)

10. An welchen Challenges nimmst du teil?
Der Blanvalet Challenge und der SuB Abbau Challenge.
Ab Oktober noch an einer Debütautoren Challenge. 
Ich muss dringend die Challenge Seiten auf dem neuen Blog einbauen ...

11. Welche Neuerscheinungen musst du in diesem Jahr unbedingt haben?
"Nenn mich einfach Superheld" von Alina Bronsky, "Klingenfieber" von Tobias O. Meißner, "Dark Angels Winter" von den Spencer Sisters

12. Welche Neuerscheinungen hast du bereits vorbestellt?
"Klingenfieber" und "Dark Angels Winter"

13. Welches Buch hat dir in deinem Leben bisher am wenigsten gefallen?
"Riley" von Alyson Noel. Ich hab es gemeinsam mit Tine von Lesemomente gelesen und es war einfach nur schrecklich, schrecklich langweilig. Ich weiß gar nicht mehr, ob wir das Buch überhaupt bis zum Ende gelesen haben ... seitdem würde ich am liebsten schreiend weglaufen, wenn ich ein Buch der Autorin sehe.

14. Ist Lesen dein Hobby Nr. 1?
Ne, Nr.1 sind meine Pferde, aber dann, dann kommt direkt lesen :)

15. Lesen deine Freunde/die Familie auch so gerne wie du?
Ja zum größten Teil schon. Meine Mama ist begeisterte Leserin, kommt in letzter Zeit leider viel zu wenig dazu und mein Bruder inhaliert Bücher gerade zu. Ich bin schon eine recht schnelle Leserin, aber er ... zum Glück liest er nicht jeden Tag und am liebsten Western. Die gibt es leider nicht so häufig in Buchform, weshalb er sich auf Groschenromane einlässt und diese dann mit meinem Opa austauscht ^^
Meine besten Freundinnen lesen auch. Eine von ihnen sogar am liebsten Klassiker. Und die ein oder andere ist auch Bloggerin. Beziehungsweise haben wir uns über Bücher /das bloggen kennen gelernt :)

16. Hast du einen Lieblingsbuchblog? Wenn ja, poste bitte den Link dazu.
Also da gibt es einige, aber keinen, der mehr heraus sticht als die anderen. Links dazu in meiner linken Sidebar :)

17. Bücher behalten, oder verkaufen nach dem du sie gelesen hast?
Die meisten behalte ich. Ab und an verkaufe ich bei Medimops und des öfteren verschenke ich Bücher an eine befreundete Familie mit drei Kindern, die sich neuere Bücher eher nicht leisten können.

18. Kaufst du gebrauchte Bücher oder lieber nur neue?
So wie jeder mag ich natürlich lieber neue Bücher, aber gebrauchte sind einfach kostengünstiger.

19. Wie viele Rezensionen gibt es auf deinem Blog zu lesen?
Oh je... ob ich die alle zählen kann ... ?! 
Im Rahmen meines Umzugs zu einem anderen Bloganbieter wollte ich eigentlich alle meine Posts mit rüber nehmen, das sind über 800 ... es wird also noch ein bisschen dauern bis der komplette Blog umgezogen ist.

20. Fällt es dir leichter, ein gutes oder ein schlechtes Buch zu rezensieren?
Das ist unterschiedlich. Ich mag immer nicht so gern Bücher verreißen, denn jeder Autor hat sich Mühe gegeben und viel Zeit investiert. Aber manchmal ist das Problem bei guten Büchern, dass man ja nicht nur "Whow!" und "Ich bin total begeistert!!" schreiben kann. Zur Zeit lese ich ja noch an "Palmherzen", was mir sehr, sehr gut gefällt, aber ich weiß noch gar nicht so genau wie ich meine Begeisterung in Worte fassen soll. Das wird echt schwer werden.

21. Magst du Hörbücher?
Ja auf jeden Fall :) Vor allem beim Auto fahren. Dann bin ich nicht so allein ;)

22. Hast du einen Lieblingssprecher/-sprecherin?
Andreas Fröhlich

23. Von welchem Autor stehen die meisten Bücher in deinem Regal?
Christoph Marzi und Bernhard Hennen

24. Welcher Verlag ist bei dir am meisten vertreten?
Ich glaube Heyne, Fischer und cbt/cbj

25. Benutzt du Leseaccessoires? (Lesezeichen, Leselotte, etc.)
Ich hab wohl eine Leselotte, aber die benutze ich eher als Kopfkissen. Dort immer wieder das Buch einzuklemmen ist mir doch zu aufwendig.
Ich habe selbstverständlich etliche Lesezeichen, die überall im Haus verteilt liegen, aber natürlcih nicht zur Hand sind, wenn ich eins brauche, so dass in meinen Büchern meistens diverse Zettel, Postkarten, Einkaufsbons stecken ;)

Tobias O. Meißner: High Fantasy von großartiger Qualität

Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, dass ich ganz begeistert bin von der Schreibe des Fantasy Autors Tobias O. Meißner. Ich habe bisher noch keinen Roman in diesem Genre gelesen, der es qualitativ mit dem literarischen Können dieses Autors aufnehmen kann. Nicht alle Bücher treffen inhaltlich meinen Geschmack, aber er schafft es immer wieder mich noch nachhaltig zu beeindrucken. Meiner Meinung nach vor allem, weil er seine Charaktere und Handlungen klug durchdenkt, psychologisches Geschick mit einbringt und auch den Leser dazu bringt kritisch und mit unterschiedlichen Blickwechseln mitzuarbeiten. 

Der erste Roman, den ich von ihm gelesen habe war "Die Soldaten". Schon da war ich davon beeindruckt, wie sehr ich mich zu kritischen Denkansätzen bewegen konnte, mich manipuliert und doch dazu anhält selbst zu denken. Es gab so viel zu entdecken in der Geschichte. Handlungen, die man als selbstverständlich und vorausschaubar ansehen konnte, wurden plötzlich schwammig und immer wieder hinterfragte ich wohin ich eigentlich gelockt werde. Vollends begeistern konnte er mich dann mit dem im letzten Jahr erschienenen Roman "Barbarendämmerung", das zwar übelst brutal ist, aber dennoch von hoher literarischer Qualität, ohne dabei anstrengend zu werden wie beispielsweise ein Tolkien oder ähnliches. 

Seit langem warte ich nun auf einen neuen Roman des Autors und im November ist es dann endlich soweit. Diesmal im Vordergrund die weiblichen Kriegerinnen. Der Piper Verlag hat zum neuen Roman "Klingenfieber" ein spannendes Interview mit Tobias O.Meißner geführt, dass ich euch hier gerne vorstellen möchte:



Interview mit Tobias O. Meißner zu seinem neuen Buch »Klingenfieber«
 
 »Klingenfieber« ist dein brandneuer Roman – diesmal hast du eine weibliche Figur ins Zentrum der Geschichte gerückt. War das Schreiben deshalb anders für dich? 
 
Nein, aber das liegt daran, dass ich ein wenig gemogelt habe. Anfangs habe ich nämlich eine männliche Figur benutzt, durch deren Augen man die weibliche Figur betrachtet. Erst in der zweiten Hälfte des Romans beginne ich dann, wirklich mit weiblichen Augen zu sehen.
 
 
Dein neuer Roman verarbeitet den Mythos der Amazone. Das Motiv kennt man von Kleists »Penthesilea« bis hin zur TV-Serie »Xena«. Wo ist dein Ansatz, was machst du anders?
 
Ähnlich wie in »Barbarendämmerung«, wo ich den Mythos des Fantasy-Barbaren deutlich entheroisiert und auf das Brutale, Unberechenbare und Triebhafte herunter gebrochen habe, betrachte ich auch hier den Mythos »Fantasy-Amazone« durchaus kritisch. Was richtet es eigentlich mit einem an, wenn man zwar jeden Mann im Kampf bezwingen kann, die Welt an sich aber dennoch von Männern und ihren Wünschen dominiert bleibt? Wie kann es kommen, dass eine Frau schließlich Krieg gegen sämtliche Männer führt?
 
 
Dein Buch widmest du hochkarätigen Frauengestalten: Agnes de Chastillon, der Roten Sonya von Rogatino, Jirel of Joiry und Raven, der Schwertmeisterin. Benennst du damit deine literarischen Vorbilder für »Klingenfieber«? Und welchen Einfluss hat Guy de Maupassant, den du ganz nebenbei erwähnst, auf diesen Roman?
 
Die erwähnten Damen sind literarische Vorfahrinnen meiner Heldin Erenis, deshalb gebot es mir doch schon die Höflichkeit, mich tief vor ihnen zu verneigen. Von Guy de Maupassant habe ich jedoch dreist eine Kutsche voller Fahrgäste entwendet! Ich brauchte für meinen Roman eine Kutschfahrt, las gerade Maupassants berühmte Novelle »Boule de suif«, und dachte mir: Warum kann ich dieselbe Kutsche mit denselben Passagieren nicht auch durch meinen Roman rollen lassen? Bestehen nicht sämtliche Fahrpläne sämtlicher Kutschen des Universums nicht letzten Endes ebenso aus Papier wie Novellen und Romane? 
 
 
In deinen Texten spielst du mit Stilistik – z.B. befolgst du bei Kapiteleinteilung- und -anordnung sowie bei Kapitelnamen eigene Regeln. Warum?
 
Wichtig ist mir dabei, dass es jedes Mal neue Regeln sind. Ich mag es einfach, mich selbst beim Schreiben immer wieder neu herauszufordern und ausgetretene Pfade zu meiden.
 
 
In »Klingenfieber« beispielsweise verzichtest du völlig auf Kapiteleinteilungen – und das über hunderte von Seiten. Was ist der Grund dafür?
 
»Klingenfieber« ist das weibliche Gegenstück zur »Barbarendämmerung«. »Barbarendämmerung« war wie von einer Axt in einzelne Kurzgeschichten zerhackt. »Klingenfieber« dagegen ist wie ein stetiger, unzergliederter Strom, der langsam aber sicher sämtliche Handlungsträger – und hoffentlich auch den Leser/die Leserin – mit sich mitreißt. Ich finde, dass dies eine Möglichkeit ist, den Unterschied zwischen einem männlichen und einer weiblichen Protagonistin nicht nur inhaltlich, sondern auch rhythmisch wiederzugeben.


Mit Erenis hast du eine ambivalente Figur geschaffen: ihre Hintergrundgeschichte ist fesselnd, ihr Schicksal dramatisch und man fiebert mit ihr – gleichzeitig nimmt man sie zuerst durch die Augen eines jungen Mannes, Stenrei, wahr. Warum hast du Erenis Geschichte nicht gleich aus ihrer Perspektive geschrieben?

Dafür gibt es – zusätzlich zu dem in der ersten Frage besprochenen »Hineinarbeiten« in die weibliche Sichtweise – auch noch einen inhaltlichen Beweggrund: Ich wollte, dass sich die Geheimnisse und die Herkunft von Erenis erst nach und nach erschließen. Hätte ich von Anfang an alles aus ihrer Sicht geschildert, hätte ich schon alles mit einfließen lassen müssen, was ihre Persönlichkeit ausmacht. Ich finde es jedoch spannender und auch sinnlicher, wenn sie am Anfang ein  attraktives Rätsel ist. 

High-Fantasy ist ein eher männlich besetztes Genre. Ist »Klingenfieber« ein Buch für weibliche Leser? Wem empfiehlst du es?

Jedem, der sich für komplizierte Beziehungen zwischen Frauen und Männern interessieren könnte. Also eigentlich … jedem.


Vielen Dank für das Interview!


Es war mir ein Vergnügen.

Gleis 4 - Franz Hohler

Klappentext:


Eigentlich will Isabelle nur für ein paar unbeschwerte Tage in den Urlaub nach Italien fliegen. Doch dann bricht der ältere Herr, der ihr am Bahnhof zum Flughafen freundlicherweise den Koffer zu den Gleisen hinaufträgt, plötzlich tot zusammen. Und damit gerät Isabelle in eine ebenso ungeheuerliche wie geheimnisvolle Geschichte, die ihr gewohntes Leben völlig durcheinanderrüttelt. 


Autor:(Quelle: Luchterhand)


Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren, er lebt heute in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Franz Hohler ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. erhielt er 2002 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor und 2005 den Kunstpreis der Stadt Zürich. Sein Werk erscheint seit über vierzig Jahren im Luchterhand Verlag.


Eigene Meinung:


Wie ich der Vita Franz Hohlers entnehmen konnte, ist er ein renommierter Autor, der bereits viele Preise gewonnen hat und auf einige Werke zurückblicken kann. Mir war er bis dato unbekannt, doch der Beginn des Romans hat mich angelockt. Hat mich neugierig gemacht auf einen Roman, der angeblich seiner Schreibe nach dem Aufbau eines Krimis ähnelt, ohne einer zu sein.

„ `Darf ich ihnen den Koffer tragen?´ Hätte sie geahnt, was dieser Satz für Folgen hatte, sie hätte abgelehnt, höflich, aber entschieden, sie wäre ihrer kleinen Stimme, die sie zu hören glaubte und die ihr zuraunte: `Nicht!´gefolgt, hätte rechtsum kehrtgemacht und schnellen Schrittes ihren Rollkoffer hinter sich hergezogen, bis ins Bahnhofscafé, um der unerwarteten Freundlichkeit eines fremden Mannes zu entgehen. Hinterher lässt sich so etwas gut denken, aber im Moment sprach nichts gegen die Annahme dieser Hilfe.“ 

In jedem Roman steckt ein Stück seines Autors. Franz Hohler begegnet mir als eigensinniger Mann, der entgegen aller Konventionen seine eigene Art zu schreiben entwickelt. Ja, sein Roman „Gleis 4“ ist tatsächlich wie ein Krimi aufgebaut. Daran ist nicht nur der Tote schuld, der unverhofft stirbt, als er höflichst seine Hilfe anbietet, sondern vor allem das, was hinter ihm steckt. Damit zeichnet Hohler auf, wie spannend ein einzelner Mensch sein kann. Sein Lebensweg, seine Herkunft, seine Pläne und sein Schicksal. Wie oft verschwindet dies in der Masse?

Doch nicht, wenn man vorher einem Menschen wie Isabelle begegnet. Sie hält die Augen offen, achtet auf Kleinigkeiten. Interessiert sich. Ihr streut der Autor immer wieder kleine Häppchen hin, lockt sie und den Leser immer tiefer ins Leben des Verstorben, der zwei verschiedene Namen zu besitzen scheint. Im Grunde sind es Geschichten in der Geschichte, die jedoch nicht erzählt werden. Denn mit jedem kleinen Happen über den Toten hat der Leser schon wieder eine Idee was dahinter stecken könnte. Manchmal sind die Vorahnungen richtig, manchmal führt der Autor uns jedoch auf eine falsche Fährte. Es darf eine neue Geschichte erdacht werden. Wer nun jedoch denkt, das ist wie bei den Krimis zum mit raten, der hat sich geschnitten. Hohler geht keine verschiedenen Wege. Er erzählt solide weiter und ich sehe ihn regelrecht schmunzeln darüber, wie der Leer sich mitunter in Vorstellungen verliert.

„Gleis 4“ ist für mich ein Roman voller Authentizität. Er erinnert mich sofort wieder an meinen Aufenthalt in der Schweiz. Ich kann die Luft um den Züri See förmlich riechen. Aber auch seine Charaktere sind es. Nicht gewöhnlich, aber echt. Bis hin ins kleinste Details. Und sie tun das, was viele Menschen ihr Leben lang tun. Sie suchen. Nach der Vergangenheit eines Unbekannten, aber auch nach der eigenen.


Fazit:


Franz Hohler ist ein bekannter, in 1943 geborener schweizer Autor, der schon mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Unter anderem dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Das kann ich nachvollziehen. Irgendwie ist sein Roman „Gleis 4“ ernst und gleichzeitig wohnt ihm eine ganz eigene Form von Humor inne. Irgendwie eine Mischung aus Satire und schwarzem Humor, eigensinnig und verblüffend zugleich. Vor allem intelligent und spannend konzipiert. Mir gefällt`s. Ich werde mich definitiv auch an andere Werke von ihm wagen. 


Buchinfo:

Luchterhand (Juli 2013)
224 Seiten
17,99 €
hier kaufen

[Wochenrückblick] Reise, Reise ...

Bücherträume:

In dieser Woche gab es "nur" einen Bücherneuzugang. "Das Bild der Erinnerung" von Micaela Jary. Im Klappentext steht, dass es um ein Familiengeheimnis geht. So etwas lockt mich ja immer. Und ich hatte Glück und wurde ausgelost. Ich freue mich schon auf die Leserunde mit der sehr sympathische Autorin.
Da ich krank geschrieben war und meine Kopfschmerzen irgendwann dann doch auch mal nachließen, konnte ich in dieser Woche recht viel lesen. Über einiges habe ich ja schon im Geplauder Beitrag berichtet. Z.B. von Percy Jackson. Der erste Band war super, der zweite noch viel besser. Wieder eine Serie, der ich verfallen bin. Im Zuge meiner Bücherregal auf-/umräum Aktion habe ich begonnen Listen zu schreiben. SuB-Listen, aber auch eine über angefangene Serien. Mehr dazu demnächst hier. Außerdem habe ich in "Palmherzen" weiter gelesen. Das Buch gefällt mir so unglaublich gut, ich kann es kaum in Worte fassen. Daraus ergibt sich jedoch die Schwierigkeit, dass ich es zum einen kaum aus der Hand legen möchte, dies zum anderen dann aber doch tue, weil ich jetzt schon Angst davor habe irgendwann damit durch zu sein *seufz* Als Büchernerd hat man es nicht leicht!! ;) Am Freitag habe ich dann mit "Du.wirst. vergessen." begonnen (siehe "Gemeinsam lesen #26"). Auch extrem spannend und wie man bei einem Wein sagen würde: süffig. Insgesamt ist der September bisher ein Monat mit richtig tollen Büchern. So kann das Jahr dann echt ausklingen :)

Musikträume:

Neulich an der Arbeit hatte ich mit meinen Kolleginnen so ein Gespräch über mein musikalisches Schlafverhalten ... Bei mir läuft immer Musik!! Wenn ich "immer" sage, dann meine ich auch immer. Tagsüber sobald ich Zuhause bin und auch nachts. ich kann dabei prima schlafen. Am besten wenn was rockiges läuft. Rammstein, Danzig, Metallica, Nirvana, Rise against, Led Zeppelin ... das sind so meine Favoriten. Auto fahren kann ich dagegen am besten mit etwas flottem. Dann darfs auch schon mal was aus der Musikrichtung "Charts" (*zwinker*) sein. Und da geht mir aktuell ein Lied, das zwar nicht flott ist, aber auf meiner aktuellen Charts usw. MP3 im Auto läuft, einfach nicht aus dem Kopf. Es ist "Dear Darlin´" von Olly Murse, dessen Vorgänger "My heart skips a beat" auch schon im Auto rauf und runter lief. Irgendwie hat der Junge es soundmäßig drauf ...

Lebensträume:

Ich mache Urlaub!! Das erste Mal seit 4 Jahren, davor war ich als Kind zuletzt mit Oma und Opa im Urlaub. Man muss eben Opfer bringen, wenn man auf einem Hof lebt und so viele Tiere hat. Und wie viele von euch wissen ist es während dem Studium ja auch so eine Kostenfrage. Das Geld, dass ich während dieser Zeit verdient habe, habe ich dann auch immer wieder in mein Pferd gesteckt. Mit Pepper zusammen habe ich schon mal den ein oder anderen Tag woanders verbracht. Allerdings konnten wir uns dort nie ausruhen, sondern mussten immer trainieren. Einmal war ich zwischendurch noch in der Schweiz, das war allerdings auch "Arbeiturlaub", denn dort trainiere ich einen sehr talentierten jungen Reiter. Nun ist es jedoch so weit. Der Liebste wollte in den Urlaub, naja und da konnte ich ja auch schlecht nein sagen. Während ich das schreibe sitze ich noch ganz aufgeregt am Laptop, muss noch den Koffer zu Ende packen und bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich überhaupt gut schlafen kann. Wenn dieser Post online geht, dann habe ich schon die erste Nacht im Urlaub hinter mir, bin vermutlich gerade auf dem Weg über den Brenner, um dann eine Woche bei schönem Wetter (ganz bestimmt!!) in Südtirol zu verbringen. Oben auf einem Berg in der Einsamkeit (also so wie bei mir Zuhause ;)) werde ich es mir gut gehen lassen und mich mal so richtig entspannen. Und ein bisschen wandern. Was der Mann noch nicht weiß: ich habe auch Bücher eingepackt ... ;)

Euch allen ebenfalls eine wunderschöne Woche. Und auch wenn ich im Urlaub bin, geht es hier auf dem Blog munter weiter. *Winke, winke* und bis in 7 Tagen :)

[Gemeinsam lesen] # 26

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

"Du.wirst.vergessen." von Suzanne Young, S. 59

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Sie würden uns finden, eine offizielle Vermisstenmeldung an die Medien geben, wie sie es bei entführten Kindern tun."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

"Manchmal tut es so unerträglich weh, dass ich mir einzureden versuche, er hätte nie existiert. Als ob ich mich dadurch besser fühlen würde! Und dann an ... sein Leben. Und verstehe, was meine Eltern verloren haben und weshalb sie sich meinetwegen solche Sorgen machen."  S.54

4. Wem würdest du dein aktuelles Buch empfehlen? (Du kannst konkret empfehlen: einer anderen Bloggerin, deiner besten Freundin, deiner Mutter etc. oder auch ganz allgemein wie "Ich empfehle es allen, die gerne spannende Geschichten lesen" - mach das, wie du möchtest.)


"Du.wirst.vergessen." ist unheimlich spannend. Die ersten 50 Seiten habe ich gerade zu verschlungen. In einem runter gelesen und auch jetzt fällt es mir sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. 
Erst vorgestern habe ich auf dem Blog einer befreundeten Bloggerin gelesen, dass sie Dystopien-müde ist. Ich dachte, ich bin es auch. Andererseits bin ich mir auch noch gar nicht sicher, ob dieser Roman überhaupt eine Dystopie ist. Es ist schwer einzuordnen und im Endeffekt steht hier - glaube ich- die Liebesgeschichte im Vordergrund. Diese ist jedoch ganz sanft und doch stechend, eindringlich aufgebaut. Vom Erzählstil erinnert mich die Autorin ein wenig an Ally Condie. Empfehlung 1 geht also an alle, die die Schreibe in "Cassia & Ky" mochten. Empfehlung 2 geht an alle, die Liebesgeschichten mögen, die Spannung lieben, sich auf Gänsehaut und Fingernägelkauen und Emotionen einlassen können. Empfehlung 3 geht zielgerichtet an liebe Bloggerfreundinnen: Liebe Tine, Asaviel, Damaris, Anka, Reni (auch wenn du nicht mehr bloggst ;)), Julia, Karo, Stefanie und Stephanie, ich glaube euch allen könnte dieses Buch gefallen. 

Percy Jackson 02: Im Bann des Zyklopen - Rick Riordan

Klappentext:

Auch Percys siebtes Schuljahr verläuft alles andere als ruhig: Erst gerät sein bester Freund Grover in die Gewalt eines Zyklopen, dann vergiftet jemand den Baum der Thalia im Camp der Halbgötter und hebt so dessen magische Kräfte auf. Nur das goldene Vlies kann jetzt noch helfen. Das aufzutreiben ist allerdings weitaus schwieriger als Percy gedacht hat - ein abenteuerlicher Wettlauf um das Leben Grovers und die Sicherheit des Camps beginnt.


Autor:

(Quelle: Carlsen)

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, USA, und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in 32 Länder verkauft worden. Auch seine nachfolgenden Serien, »Die Kane-Chroniken« und »Helden des Olymp«, schafften auf Anhieb den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste.

Eigene Meinung:

Nachdem mir schon Band 1 der witzig abenteuerlichen Serie um das clevere Halblut Percy Jackson ausgesprochen gut gefallen hat, musste ich selbstverständlich unbedingt auch den zweiten Teil der 5-bändigen Serie lesen.

Obwohl wie schon im Vorgänger "Diebe im Olymp" auch in diesem Roman nicht alle Handlungsabläufe ganz rund sind, fliegt der Leser regelrecht durch die Geschichte, da der Autor über eine Schreibe verfügt, die sich sofort ins Leserherz schleicht. Ebenso wie die - wie Herr Riordan noch einmal ausdrücklich betont - frei erfundenen Helden seiner Geschichten. Jungs und Mädchen von denen zunächst keiner glaubte, dass etwas besonderes in ihnen steckt. Ganz im Gegenteil. Auf der normalen Schule waren sie eher verhaltensauffällige Außenseiter, die von allen nur schief angesehen wurde. Doch nur allzu schnell wird deutlich: auch darin können Helden stecken.

Das müssen auch die Bewohner vom Camp Half-Blood einsehen, als nicht nur Percy zurückkehrt, der ihnen als einziger Sohn einer wichtigen Gottheit, irgendwie unheimlich ist und ausgegrenzt wird, sondern mit ihm ein Ungeheuer. Um genau zu sein ein Zyklop. Halb Gott, halb Naturgeist. Eigentlich sogar ein Zyklopenbaby. Allerdings schon riesen groß. Aufgegabelt hat Percy dieses Wesen an der  Schule, an der er den letzten Sommer verbracht hat. Denn der Zyklop, den nun alle Ungeheuer nennen, hat ihm das Leben gerettet. Während ein anderer dieser Art seinen besten Freund verspeisen möchte ...

Ich bin der Meinung so ein zweiter Band ist mit der wichtigste in einer Reihe. Er entscheidet, ob es dem Autor gelingt die Spannung nicht nur zu halten, sondern erneut aufzubauen und so in die Höhe zu treiben, dass man die Folgebände kaum erwarten kann. Dies ist Rick Riordan, der ausgesprochen charmante Helden mit Ecken und Kanten und dem Herz am richtigen Fleck konzipiert hat, mehr als gelungen. Ich habe die etwas über 300 Seiten nur so verschlungen. Ich kann es kaum erwarten in die Buchhandlung zu stürmen und weiter zu lesen. 

Mein Exemplar des Romans ist die erst kürzlich, passend zum Kinofilm, erschienene Filmausgabe der Geschichte. Diese hat den selben Inhalt wie die ebenfalls sehr schöne "normale" Auflage ist aber mit Bildern aus dem Kinofilm gespickt und bietet dem Leser einen kleinen Einblick in die Verfilmung, auf die man dank des Buches richtig Lust bekommt.

Fazit:

Auch der zweite Band der Percy Jackson Tetralogie „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“ ist Autor Rick Riordan mehr als gelungen. Spannung, Witz, Abenteuer und Helden, die mir sofort ans Herz gewachsen sind, machen diese Reihe und insbesondere diesen Teil zu einem Lesevergnügen der Extraklasse!! Meine Empfehlung für alle Abenteurer, versteckte Helden und diejenigen die Bücher lieben, in die das eintauchen einfach nur Freude bereitet.

Buchinfo:

Carlsen (Juli 2013)
336 Seiten
7,99 €
hier kaufen

[Geplauder]Herbstzeit,Schnupfenzeit ...

Fast eine Woche lang habe ich nun nichts von mir hören lassen. Grund dafür: eine dicke Erkältung hat mich erwischt. Letzte Woche habe ich mich dann auch noch zur Arbeit gequält und war nach Feierabend einfach so erschöpft, dass ich es weder geschafft habe den Laptop anzuschalten, noch ein Buch zu lesen.
Seit gestern bin ich nun aber auf dem Weg der Besserung und damit ihr nicht denkt, ich bin verschollen, melde ich mich heute mal kurz mit etwas Geplauder. Morgen wird es voraussichtlich auch wieder eine Rezi geben.

Wie gesagt lesen konnte ich am Wochenende nicht so wirklich. Dafür habe ich seit langem mal wieder TV geschaut. Was dort für ein Blödsinn läuft ... Naja, wenn das Gehirn vom Schnupfen und Medikamenten (pder wie Pippi Langstrumpf sagt "Meduzin") vernebelt ist, dann ist es auch wurscht was läuft. Größter Aufreger: Promi Big Brother!! Wer braucht so was??? Vor allem, wer von denen ist bitte ein Promi??! Einziger Lichtblick in diesem Theater: Meine große Jugendliebe (ok, ich war 9 oder so) David Hasselhoff *verliebt guck* Man muss zugeben für sein Alter hat er sich erstaunlich gut gehalten. Vielleicht hat aber auch die amerikanische Schönheitschirurgie nachgeholfen. Fazit: Einmal rein geschaut, nie wieder!!
Gefreut habe ich mich darüber endlich mal wieder Zeit für Talkshows zu haben (also NDR Talkshow, Riverboat, 3 nach 9). Dort auch direkt mal wieder Autor und Musiker Sven Regener getroffen und sofort wieder erkannt, warum ich seine Bücher mag (es ist sein trockener, ironischer Humor). Außerdem hab ich mehrere Folgen "Monk" angeguckt und Samstag Nachmittag "Shopping Queen". Ist ja so ne richtige Mädchensendung. Ich mag`s ;)

Gestern habe ich dann angefangen meine Bücherregale umzuräumen. Bisher war meine Sortierung im
Wohnzimmer (im Schlafzimmer stehen auch noch Regale) so, dass es ein Fantasy Regal gab, ein Jugendbuchregal und eins für zeitgenössische Literatur. Diese waren nach Verlagen aufgeteilt, was sehr ordentlich aussah. Ich hab mich dann allerdings doch hin und wieder geärgert, dass nicht alle Bücher eines Autors zusammen stehen. Also wurden diese drei Regale nun innerhalb nach Alphabet sortiert. Sieht unordentlicher aus, aber nach mehr Büchern und gefällt mir auch gut. Bücher umsortieren ist fast wie Neue kaufen. Das ein oder andere ungelesene (ich hab ja kein SuB Regal) hab ich auch prompt wieder neu entdeckt. Das Ergebnis ist allerdings, dass ich heute Muskelkater im Rücken und im rechten Oberschenkel habe. Buch aus dem Regal nehmen, auf dem Boden stapeln, hinhocken, wieder aufnehmen, ins Regal einsortieren ...

Heute habe ich dann auch endlich wieder lesen können. Und zwar hatte ich letzte Woche schon "Percy Jackson 01: Diebe im Olymp" von Rick Riordan angefangen und habe es heute beendet. Man fliegt förmlich durchs Buch, da es einfach so spannend ist. Zudem ist nicht nur Protagonist Percy eine sehr sympathische Figur, sondern auch seine Freunde Annabeth und Grover. Ich mag ja eh Heldensagen und die griechische Mythologie total gerne und hab schon mehrere Bücher dazu gelesen, aber wie Riordan dies umsetzt gefällt mir richtig gut. Er würzt seine Geschichte mit der passenden Prise Humor und macht den Roman damit zu einem lockeren Abenteuer voller Spannung.

Heute Abend werde ich erst mal ein bisschen in "Palmherzen" weiterlesen, das mir ja auch so gut gefällt, aber vom Thema und der Schreibe natürlich ganz was anderes ist. Morgen möchte ich jedoch den zweiten Percy Jackson Band beginnen. Sollte er nur halb so spannend und gut sein wie der erste werde ich ihn sicher in einem Rutsch durch lesen.

So, aus kurzem Geplauder ist nun doch langes geworden. Ich hoffe, euch hat der herbstliche Temperatureinsturz nicht nieder gerungen und ihr seid noch alle fit. Ich werde jetzt auf mein Sofa zurückkehren. Dort ist schon den ganzen Tag der Ofen an, also eine angenehme Wärme, und mit Tee und den wilden Frauen aus "Palmherzen" werde ich den Tag in aller Ruhe (meine Ärztin hat gesagt Ruhe ist ganz wichtig) ausklingen lassen.
Welches Buch begleitet euch heute?

Habt alle einen wunderschönen Abend :)

[Gemeinsam lesen] # 25

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Palmherzen“ von Laura Lee Smith, S.71

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Als Mary Lou nachmittags mit Jimmy nach Hause kam, war sie zerzaust, befriedigt und ziemlich betrunken.“

  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

„Palmherzen“ wurde mir nun schon mehrmals ans Herz gelegt und ich bin sehr froh drum, dieses Buch nun endlich begonnen zu haben. Die Schreibe der Autorin übt einen unwiderstehlichen Sog auf mich aus. Wie ich diese allerdings später in meiner Rezi beschreiben will, weiß ich noch nicht so genau … übertrefflich ?? …

  1. Wie würde sich die Geschichte verändern, wenn dein Protagonist/Hauptcharakter dem anderen Geschlecht angehören würde? (Inhaltlich, von der Stimmung, dem Grundtenor?)

Ich glaube „Palmherzen“ ist der Roman mit dem längsten Prolog, den ich bisher gelesen habe. Über 34 Seiten ist er lang. Darin ist der Hauptcharakter eine Frau. Nun in den ersten Kapiteln scheint jedoch ihr Sohn Frank in den Mittelpunkt zu rücken. Da ich nun also schon sowohl eine weibliche Protagonistin als auch einen männlichen Protagonisten kennen gelernt habe, ist die Frage für mich eher schwierig zu beantworten. Arla ist ein nettes, hübsches Mädchen gewesen, das sich jedoch verleiten lassen hat und einen Mann geheiratet hat, der einen schlechten Ruf hat. Dies scheint sich nun auch auf Frank übertragen zu haben. Ich denke, dass eine Frau mit schlechtem Ruf es trotzdem schwieriger hat, als ein Mann. Der bekommt eher eine Chance sein Leben zu ändern. Wie gesagt, da ich noch sehr weit am Anfang bin, kann ich auch noch gar nichts weiter dazu sagen. Schade, denn die Frage an sich finde ich sehr spannend :)


Die Puppenkönigin: Geheimnis eines Sommers - Holly Black

Klappentext:


Ein Geistermädchen, drei Freunde und das Abenteuer ihres Lebens
Zach, Poppy und Alice sind schon ihr Leben lang allerbeste Freunde. Sie lieben es, sich für ihre Actionfiguren aus der Kindheit Geschichten einer magischen Welt, die voller Abenteuer und Heldentum ist, auszudenken. Doch dieses Spiel nimmt eines Nachts eine schaurige Wendung. Alice und Poppy tauchen bei Zach auf und erzählen ihm von einer Reihe furchteinflößender Ereignisse. Poppy schwört, dass sie seit einiger Zeit von einer Porzellanpuppe ihrer Mutter heimgesucht wird, die behauptet, die Seele eines vor langer Zeit ermordeten Mädchens in sich zu tragen. Erst wenn die Freunde sie zu dem Ort des Verbrechens zurückgebracht und dort begraben haben, werde sie Ruhe geben. Andernfalls wird sie die drei Freunde verfolgen - bis in alle Ewigkeit!

Autorin:(Quelle: cbj)

Holly Black lebt mit ihrer Familie und vielen Tieren in New Jersey. Seit sie 2002 den Roman »Elfentochter« veröffentlichte, der von der American Library Association als »Best Book for Young Adults« ausgezeichnet wurde, lebt sie als freischaffende Autorin. Zusammen mit dem Illustrator Tony DiTerlizzi ersann und schrieb sie die Bestseller-Kinderbuchreihe »Die Spiderwick-Geheimnisse«. Holly Black schlägt die internationale Presse und ein riesiges Fanpublikum mit jedem ihrer Romanen und einem neuen Zauberkosmos in ihren Bann.

Eigene Meinung:


Obwohl ich bereits mindestens 6 Bände der Spiderwick Geheimnisse in meinem Bücherregal stehen habe (die sehen auch einfach toll aus), ist „Die Puppenkönigin“ das erste Buch, das ich von der Autorin Holly Black lese. Ganz, ganz sicher jedoch nicht mein letzes.

Holly Black ist eine der Autorinnen, die ich unter dem Begriff großartige Geschichtenerzählerin einordne. Dazu zählt man meiner Meinung nach, wenn man in der Lage ist eine Geschichte scheinbar mühelos aus der Feder zu zaubern, geschickt mit Handlungssträngen herumjongliert und der Fantasie keine Grenzen setzt. Es sind diese Art Geschichten, die jeder gerne hört oder noch besser selbst erleben möchte.

Ob ich die Geschichte von Poppy, Zach und Alice gerne selbst erlebt hätte weiß ich jedoch nicht so ganz genau. Es ist ein unglaubliches Abenteuer, das ihnen widerfährt und sie wachsen dabei über sich selbst hinaus, aber ich glaube ich hätte mir vor Angst in die Hose gemacht.

Denn es ist so, die Puppe von Poppys Mutter, die von den drei Freunden in deren tollem Spiel immer als die Königin des von ihnen erdachten Landes benannt haben, ist in Wirklichkeit ein totes Mädchen. Oder auch doch nicht? Auf jeden Fall wird Poppy von einem Geist heimgesucht. Oder ist es nur ein Trick von ihr, um ihre Freunde in ein neues Spiel zu ziehen? Schon bald wissen sie selbst nicht mehr, was Fantasie und Wirklichkeit ist, aber eins finden sie auf ihrer aufregenden Reise heraus: Sie sind die besten Freunden und das soll auch immer so bleiben!!

Fazit:



„Die Puppenkönigin – Das Geheimnis eines Sommers“ ist ein unglaublich zauberhafter Roman über Freundschaft, Mut und die Kraft der Fantasie. Schillernd bunt blühende Fantasie sowie düstere Elemente eines Geistermärchens werden zu einer Geschichte vermengt, die den Leser gefangen nimmt. Ehe ich mich versah waren die ersten hundert Seiten weggelesen und weglegen wollte ich das Buch schon gar nicht. Holly Black ist eine fantastische Geschichtenerzählerin. Ich hoffe sie schreibt noch viele solcher Romane voller verrückter Ideen und mit Charakteren, die zauberhafte Außenseiter sind.

Buchinfo:


cbj (ET: 23.September 2013)
256 Seiten
14,99 €
Originaltitel: Doll Bones

[Wochenrückblick] Doofe Technik ...

Da mein Laptop gestern einfach nicht funktionieren wollte *grummel* kommt der Wochenrückblick leider etwas verspätet.

Bücherträume:


In dieser Woche ist überraschend ein Buch aus dem Bookspot Verlag bei mir eingetroffen. "Stadt der Schuld" heißt der historische Roman von Eva-Ruth Landys. Auch den ersten Teil der Trilogie hatte ich vor einiger Zeit als Überraschungspost bekommen und - ich gestehe - leider noch nicht gelesen. Da nun aber die Herbst- / Winterzeit immer näher rückt und das für mich die Zeit der historischen Romane ist (Für euch auch? Was lest ihr im Herbst/ Winter? Oder ist das bei euch womöglich gar nicht Jahreszeiten abhängig?), werde ich Teil 1 "Die dritte Sünde" auf jeden Fall lesen, denn die liebe Tanja von Bibliofeles war recht begeistert. Dann habe ich zwei weitere Fortsetzungen bekommen. Allerdings von Reihen, die ich sehr gerne lese. Besonders auf "Frostherz", den dritten Teil der Mythos Academy freue ich mich sehr. "Donner" ist ebenfalls ein dritter Band und zwar der Reihe "Die Chroniken von Hara". Der Vorgönger konnte mich nicht mehr so packen, wie der erste Teil, von daher bin ich sehr gespannt wie es nun weiter geht.
"Verlieb dich nie in einen Vargas" ist ein Buch, das ich zunächst eher übersehen habe, da es für mich so scheint, dass es wieder einmal eins der typischen Herz-Schmerz Jugendbücher a la Simone Elkeless oder ähnliches ist. Ich mochte ihre Bücher gern, aber dann habe ich gelesen wie begeistert die liebe Damaris vom Buch war. Also muss ich es einfach auch lesen ;) "Lieblingsmomente" wurde mir vom Verlag angeboten und ich muss gestehen, dass ich da einfach mal mit der breiten Masse schwimme. Adriana Popescu ist ja derzeit sehr bekannt durch ihre eBook Erfolge. Also die Möglichkeit diese Autorin auch mal zu "testen". Zu guter Letzt ein Buch, das ich via Facebook entdeckt habe. "Gott ist kein Zigarettenautomat" von Matthias Gerhards. Darin geht es um einen Jungen, der an der Armutsschwelle lebt. Dieses Thema interessiert mich schon aus rein beruflichen Gründen, aber so wie es scheint, hat der Autor es auch sehr clever, interessant und amüsant umgesetzt. Ich bin gespannt.
Welches der Bücher kennt ihr? Welches interessiert euch besonders?

Gelesen habe ich in dieser Woche ziemlich fleißig. Ich habe drei Bücher gelesen. Und das allerbeste daran: Alle drei waren sehr unterschiedlich, aber richtig toll :) Ich kann gar nicht genau sagen, welches davon mein Highlight war. Wahrscheinlich liegt "Mein Herz schlägt für uns beide" aufgrund der emotionalen Geschichte ein klein wenig vorn, aber auch "Das Geheimnis des Walfischknochens" war toll und "Die Puppenkönigin" sehr spannend. 





Musikträume:


In dieser Woche habe ich sehr viel Musik gehört, aber ganz besonders gern dieses Lied, das schon sehr alt ist (weswegen es allerdings nicht so tolle Videos dazu gibt ...). Dann habe ich es letzte Woche wieder einmal im Radio gehört und jetzt geht es mir nicht mehr aus dem Kopf ^^



Lebensträume:


Im Vordergrund steht natürlich immer noch unser kleines Fohlen. Sie hat jetzt schon ziemlich viel Blödsinn im Kopf, was auf der einen Seite natürlich witzig ist, auf der anderen aber auch viel Einsatz erfordert. Außerdem muss sie lernen sich der natürlichen Rangordnung anzupassen (also ich Chef ;P), ein Halfter zu tragen und sich daran führen zu lassen und Hufe zu geben. Manchmal habe ich das Gefühl sie merkt sich nur die tollen Sachen ... ;)
Außerdem habe ich an der Arbeit recht viel zu tun und muss deswegen häufig Überstunden machen. Da ich aber nur eine 3/4 Stelle habe, geht es trotzdem ganz gut. Und meine freie Zeit nutze ich unbedingt für schöne Dinge. Lesen ... ;)



Euch allen einen wundervollen Start in eine gute Woche :)

[Gemeinsam lesen] #24

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
„Die Puppenkönigin“ von Holly Black, S. 79

  1. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
„Geschichten ohne Happy End waren Zachary vertraut.“
  1. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Obwohl bereits 6 Bände der Spiderwick Geheimnisse in meinem Regal stehen, ist dies das erste Buch, das ich von Holly Black lese. Ich bin begeistert welch blühende Fantasie die Autorin hat. Sie ist die Art Geschichtenerzählerin, die ich besonders gern mag. Es macht Spaß ihrer Geschichte zu folgen und es ist nicht absehbar, was sie noch so alles einbauen wird. Da ich ja eher der ängstliche Typ bin, bin ich manchmal bis zum zerreißen gespannt, was wohl als nächstes passiert, in der stillen Panik, es könnte etwas sehr aufregendes sein. Wenn ich Zeit hätte, dann würde ich die fast 250 Seiten in einem weg lesen.

  1. Was magst du an der Hauptperson oder den Hauptpersonen deiner aktuellen Geschichte überhaupt nicht? 


Die Protagonisten meiner Geschichte sind einfach alle toll. Außenseiter, die in ihrer eigenen Welt leben und diese mit Hilfe von viel Fantasie aufbauen und ausschmücken. Obwohl Zach gerade etwas fies zu den Mädels ist (dafür hat er allerdings seine Gründe) mag ich alle drei, Zachery, Poppy und Alicia total gern.  

Das Geheimnis des Walfischknochens - Tanja Heitmann

Klappentext:


Beekensiel an der Nordsee, 1939. Der elfjährige Arjen lernt in den Dünen den Ausreißer Ruben kennen, der abenteuerliche Geschichten von einem Walfischknochen erzählt. Dieser soll Schicksale bestimmen können ... Es ist der Beginn einer einzigartigen Freundschaft – bis ein Sommertag alles verändert.

Jahrzehnte später reist Greta Rosenboom mit ihrem Großvater auf die Insel seiner Kindheit. Sie ahnt nicht, dass die windumtosten Strände Beekensiels eine alte Schuld bergen – und ein Geheimnis, das auch ihr Leben verändern wird …


Autorin:

(Quelle: blanvalet)
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie veröffentlichte bereits mehrere Romane, unter anderem den sensationellen Erfolg Morgenrot, der monatelang auf den Bestsellerlisten stand. Mit Das Geheimnis des Walfischknochensschreibt Tanja Heitmann ihre erste Familiensaga vor der stimmungsvollen Kulisse der Nordsee, dem Ort ihrer ganz persönlichen Sehnsucht.


Eigene Meinung:


Tanja Heitmann war mir als Autorin bisher nur im Bereich Jugendfantasy bzw. Romantasy im Bereich Young Adult bekannt. Mit Spannung habe ich ihren ersten Roman für Erwachsene Leser beobachtet, der auf den ersten Blick durch seinen schönen Schutzumschlag ins Auge sticht. Und obwohl ich mit der See eher negative Erlebnisse verbinde, konnte mich die Autorin mit diesem atmosphärischen Roman zwischen den Wellen der Nordsee und den Sanddünen einer kleinen Insel, wirklich begeistern.

Mit Hilfe des Relikts könne man sein eigenes Schicksal bestimmen. Was für eine verlockende Vorstellung. Für einen zwölfjährigen Herumtreiber genauso wie für eine junge Frau, die endlich in ihrem Leben ankommen wollte.“

Greta Rosenboom entflieht nach der Trennung von ihrem Freund Erik, dessen wahres Gesicht ihr erst nach einigen Jahren voller hinter Glanz und Schein verstecktem Gehabe, auffällt, zu ihrer Familie in den Norden. Ihr Großvater Arjen hat Geburtstag. In all der Hektik ihres überstürzten und sehr aufregenden Aufbruchs aus der Schweiz, hat sie jedoch sein Geschenk vergessen. Also bleibt ihr nichts anderes übrig als zu improvisieren. Sie schenkt ihm gemeinsame Zeit. Erst als sie nach Beekensiel reisen, der Insel, auf der Arjen aufgewachsen ist, und dort eine Reise in seine Vergangenheit unternehmen, bemerkt sie, wie kostbar dieses Geschenk tatsächlich ist.

Denn nun berichtet der Großvater von den Träumen und Ängsten seiner Jugend und davon, wie er zu dem Menschen geworden ist, der er heute ist. Beeinflusst durch einen jungen Herumtreiber namens Ruben. Einem Jungen, der Arjen gezeigt hat, was wahre Freundschaft ist, wie stark ein einzelner Mensch sein kann und was Schicksal bedeuten kann.

„Es muss an diesem Gerede über das Schicksal liegen, dass sich die Vergangenheit zum Greifen nah anfühlt, suchte Greta nach einer Erklärung. Als wäre das Gestern lediglich durch eine dünne Membran von der Gegenwart abgetrennt, und es brauchte nicht mehr als einen geheimen Trick, um sie zu überwinden.“

Erzählt wird abwechselnd aus Gegenwart und Vergangenheit. Ein sehr schönes Stilmittel, das den Leser nur so über die mehr als 400 Seiten hinweg fliegen lässt. Auch sprachlich und erzählerisch ist der Autorin der Sprung vom Jugend- in den Erwachsenenbereich wirklich gelungen.

Für mich ist dieser Roman ein kleines Stück eigenes Gefühl, er trifft mich sehr persönlich, denn ich selbst hatte ein wunderbares Verhältnis zu meinem Großvater. Ich wünschte, ich hätte noch einmal die Möglichkeit ihm Zeit zu schenken und mir all seine Geschichten anzuhören. Es ist nicht nur ein schöner Zeitvertreib, sondern hilft dabei sich selbst wahrzunehmen. Es gehört zur eigenen Identifikation, was auch an den Protagonisten Greta und Mattes deutlich wird. Sie haben immer wieder Schwierigkeiten damit mit sich selbst ins Reine zu kommen, ihre Träume und Wünsche zu bemerken und so auch die Liebe anderer zu lassen zu können. Doch Arjens Vergangenheit voller Geheimnisse und die gemeinsame Reise durch diesen Lebensabschnitt helfen auch ihnen dabei...

„Er hat einen Raum in mir geöffnet, von dem ich nicht einmal geahnt habe, dass er existierte. Jemanden auf diese Weise zu lieben verändert den Blick auf einen selbst und auf die Welt.“

Fazit:



„Das Geheimnis des Walfischknochens“ ist ein sehr authentischer und gefühlvoller Roman über Freundschaft, Identität und das Schicksal, dessen Weg wir in manchen Fällen selbst bestimmen können, das häufig aber schon lange seine eigenen Fäden gesponnen hat. Tanja Heitmann hat einen Roman geschrieben, der mir sehr viel Freude bereitet hat, da ich die Protagonisten einfach unheimlich gern mochte, der mich aber auch auf einer persönlichen Ebene berührt, für jede Menge Gänsehaut und am Ende sogar für zwei, drei kleine Tränchen gesorgt hat.  

Buchinfo:


blanvalet (August 2013)
480 Seiten
19,99 €

Mayas Tagebuch - Isabel Allende


ACHTUNG!! Ab heute im Taschenbuchformat für 9,99 €

KLAPPENTEXT:

Maya ist auf der Flucht. Vor ihrem trostlosen Leben in Las Vegas , der Prostitution, den Drogen, der Polizei, einer brutalen Verbrecherbande. Mit Hilfe ihrer Großmutter gelangt die Neunzehnjährige auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. An diesem einfachen Ort mit seinen bodenständigen Bewohnern nimmt sie Quartier bei Manuel, einem kauzigen alten Freund der Familie. Nach und nach kommt sie durch Manuel den verstörenden Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur, die mit der jüngeren Geschichte des Landes eng verbunden sind. Dabei begibt Mya sich auf ihr bislang größtes Abenteuer: die Entdeckung ihrer eigenen Seele. Doch als plötzlich Gestalten aus ihrem früheren Leben auftauchen, gerät alles ins Wanken.

AUTORIN: 

(Quelle: Suhrkamp)

Isabel Allende, 1942 geboren, hat ab ihrem achtzehnten Lebensjahr als Journalistin in Chile gearbeitet. Nach Pinochets Militärputsch ging sie 1973 ins Exil, wo sie ihren Weltbestseller "Das Geisterhaus" schrieb. Auch ihr letzter Roman "Die Insel unter dem Meer" stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Kalifornien. Ihr Werk erscheint auf Deutsch im Suhrkamp Verlag.

EIGENE MEINUNG:

Ich habe noch nicht alle Bücher Isabel Allendes gelesen, aber doch schon einige. Ich hatte bisher zwar noch nie das Gefühl, dass sich etwas wiederholt und dennoch hat sie mit "Mayas Tagebuch" einen Roman erschaffen, der wieder einmal ganz anders ist, als die bisher gelesenen Werke von ihr und trotzdem durch und durch Allende.

Ich frage mich immer: Wie schafft sie es eine Geschichte zu schreiben und in diese Geschichte so viele weitere Geschichten einfließen zu lassen? Wo nimmt sie die alle her?? Es ist schier unglaublich und faszinierend, wie sie allen Figuren und seien sie noch so nebensächlich, Leben einhaucht und Biografien zuschreibt, so dass man nach dem Lesen einer ihrer Romane das Gefühl hat jede Menge neuer Bekanntschaften gemacht zu haben. Das Besondere daran ist, dass diese kleinen Geschichten, in der großen Geschichte so liebevoll und mit viel Charakter kreiert sind, dass auch diese nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

"Mayas Tagebuch" ist die Geschichte des Lebens der gerade erst 20-jährigen Maya Vidal, die in ihren noch jungen Jahren schon so viel erlebt hat. Vor allem an Grausamkeiten mangelt es nicht. Von Alkoholsucht, über Drogen, bis hin zu Schlägen, Vergewaltigung und der Angst ums eigene Leben, hat sie vieles durchmachen müssen.

"Bei mir hat dagegen alles, was ich erlebt habe, zu Schürfwunden und Prellungen geführt und Narben hinterlassen."

Teilweise sind ihre Erlebnisse so grausam, so brutal und entwürdigend, dass man während des Lesens die Luft anhält und ab und an das Buch zur Seite legen muss, um durchatmen zu können. 
Um sich vor alle dem zu verstecken, womit Maya nach dem Tod ihres Großvaters, der immer ein ruhender Pol für sie war, ein Fels in der Brandung, der ihr Halt und Sicherheit gegeben hat, flieht sie nach Chile, dem Land ihrer Ahnen. Dort findet sie nicht nur eine ihr bis dahin unbekannte Art das Leben zu leben, sondern auch zu sich selbst. Lernt zur Ruhe zu kommen, in ihr Herz zu schauen, ihre wahre Identität zu finden, aber auch in ein ganz "normales" Leben zurück zu kehren. In dem sie (wenn auch ungewöhnliche) Freunde hat, sich verliebt und Aufgaben begegnet, die ihr Spaß machen.
Isabel Allende schreibt so authentisch, dass man das Gefühl hat, dass ein Teil von ihr selbst in der Geschichte steckt. In "Mayas Tagebuch" ist es glaube ich, ihre Verbundenheit mit Chile, dem Land, in dem sie geboren ist, in dem die Uhren anders ticken als in den USA oder in Europa und in dem die Bewohner einfach einen anderen Blickwinkel haben. 

Erzählt wird die Geschichte aus Mayas Perspektive, die diese in ein Tagebuch schreibt (nicht in Tagebuchform dargestellt) und darin immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt, was die Spannung noch mehr erhöht.

Obwohl die Schreibe der Autorin nicht emotional ist, gelingt es ihr starke Gefühle beim Leser auszulösen. Manchmal muss sie dafür noch nicht mal eine Handlung völlig mit Text ausfüllen, um die Geschichte tief im Leser zu verankern, denn, um es mit ihren Worten zu sagen, "wer weiß schon genau, wie es wirklich gewesen ist" . Mit einer ihr eigenen intensiven Erzählstimme voller Kraft und Nachhaltigkeit fesselt sie die Leser so sehr, dass man schon nach 100 Seiten das Gefühl hat, der Inhalt reicht auch für 300 Seiten, so viel ist passiert, und doch hat man die über 400 Seiten viel zu schnell durch gelesen. Es war mir wieder ein großes Vergnügen dieser großartigen Erzählerin zu lauschen.

FAZIT:



"Mayas Tagebuch" ist Isabel Allendes erster zeitgenössischer Roman und so intensiv, dass der Geruch Chiles schier greifbar war. In einer Art Detektivgeschichte angelegt erzählt sie von der dramtischen Jugendzeit der jungen Maya Vidal und wie Chiloe, das nach außen wie das Ende der Welt wirkt, für Maya zum Nabel ihres Lebens wird. Wie sie dort zu sich selbst findet. Ein großartiger Roman einer großartigen Geschichtenerzählerin, der bis ins kleinste Detail mit Charakter herausgearbeitet ist und den Leser mit jeder Faser zu fesseln versteht.


BUCHINFO:


Suhrkamp (August 2012)
447 Seiten
24,95 €
Originaltitel: El cuaderno de Maya
hier kaufen 

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