26.12.16

Frohe Weihnachten und Blogpause

Ihr Lieben,

zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die liebe Weihnachtspost bedanken.

Ich habe es in diesem Jahr leider gar nicht geschafft Karten zu schreiben. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht krumm.
Für mich wird es das erste Weihnachten als Mama, aber auch das erste ohne meine Mama. Freud und Leid liegen ganz eng nebeneinander.

Darum haltet eure Lieben fest, nutzt die Zeit mit ihnen, genießt Weihnachten in Ruhe und macht euch eine schöne Zeit. Kommt gut in das neue Jahr, das ganz bestimmt ganz viele glückliche Momente bereit hält.

Ich werde die Zeit nutzen, um mich ein bisschen zu erholen. Der Blog bleibt zwei Wochen geschlossen. Wir  sehen  uns dann am 9. Januar wieder.

Liebe Grüße
Nanni

20.12.16

Dein Leuchten - Jay Asher



Jedes Jahr zu Weihnachten reist Sierra mit ihren Eltern nach Kalifornien, um dort auf der Familienplantage Weihnachtsbäume zu verkaufen. Doch diesmal wird Sierras Welt auf den Kopf gestellt. Sierra verliebt sich – das erste Mal, unsterblich und mit aller Macht. In Caleb, den Jungen mit den Grübchen, der Weihnachtsbäume verschenkt und eine dunkle Vergangenheit verbirgt, denn Caleb soll seine Schwester angegriffen haben. In seiner Heimatstadt ist er deshalb ein Außenseiter. Sierras Eltern, ihre Freunde, alle warnen sie davor, sich auf ihn einzulassen. Doch Sierra kann nicht glauben, dass Caleb gefährlich ist, und riskiert alles, um ihre große Liebe zu gewinnen …
((c)Foto: N. Eppner, Text: cbt)

Sierra ist eine tolle Protagonistin. Ehrlich, direkt, mit dem gewissen Etwas. Ich mochte sie vom ersten Moment an. Sie lässt sich zu nichts bequatschen, hinterfragt Gerüchte und bildet sich ihre eigene Meinung. Selbstbewusst hebt sie sich von der Masse naiver weiblicher Hauptfiguren in Jugendromanen ab. Sie hat es immer wieder geschafft mich zurück zum Roman zu ziehen, der es mir anfangs wirklich nicht leicht gemacht hat.

Jedes Jahr zur Adventszeit suche ich nach der perfekten weihnachtlichen Lovestory. Seit "Dash und Lilys Winterwunder" - meinem Lieblingsjugendbuch in weihnachtlicher Atmosphäre - wünsche ich mir einen ähnlichen zauberhaften Roman. "Dein Leuchten" kommt nicht ganz heran, schafft es aber tatsächlich auf das Treppchen der lesenswerten Jugendbücher in weihnachtlichem Ambiente. Eine Aussage, die ich so zu Beginn des Buches nicht getätigt hätte.

Der Einstieg ist irgendwie lahm. Die Dialoge sind flach und holprig, Caleb ist nicht annähernd der Typ, in den sich eine Protagonistin verlieben sollte. Nicht mal auf die sexy Bad Boy Art. Circa zur Hälfte des Buches gibt es einen Twist. Nichts spektakuläres, aber immerhin so, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen möchte, bevor ich es beendet habe. 

Asher benötigt keine Action oder in schwindelnden Höhen gipfelnde Spannungsbögen, um "Dein Leuchten" zu einem gelungenen Jugendbuch zu schreiben. Er schafft es mit dem was Weihnachten ausmacht - Nächstenliebe, Menschlichkeit und Herzenswärme. Er modelliert eine Liebesgeschichte rund um Werte, die für mich in der Weihnachtszeit ganz groß geschrieben werden. Grund genug mich mit dem etwas holprigen Einstieg auszusöhnen und den Roman all denen weiter zu empfehlen, die an den Zauber von Weihnacht und ein liebevolles Miteinander glauben.

Buchinfo:

cbt (Oktober 2016)
320 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
14,99 €
Originaltitel: What Light
Übersetzung: Karen Gerwig

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Weitere Rezensionen zu „Dein Leuchten“:

16.12.16

#JdKöKi | Das Jahr der Königskinder



2014 startete ein neues Programm innerhalb des Carlsen Verlags. Königskinder. So der Titel des Imprints.

Wunderhübsche Bücher mit ganz besonderem Inhalt. Jugendbücher mit Geschichten, wie ich sie mir schon lange gewünscht habe. Ein bibliophiler Traum geht in Erfüllung.

Zum Start des zweiten Programms ging ich in eine Buchhandlung und fragte dort nach den sehr vielversprechenden Titeln. Der Buchhändlerin waren diese geläufig, ihr selbst gefielen sie auch sehr gut, aber ins Programm aufnehmen konnte sie die Bücher nicht. Auf meine Frage warum das so sei, antwortete sie, dass eben noch nicht alle Leser bereit seien für Geschichten wie diese.

Ihr könnt euch mein Entsetzen nur annähernd vorstellen.

Auf der Buchmesse im Oktober besprach ich diese Aussage mit den Carlsen Pressedamen und siehe da, die Königskinder finden tatsächlich noch sehr wenig Leser.

Leute, was ist los mit euch?? Die Bücher sind schon rein optisch eine Bereicherung fürs Bücherregal. Ganz zu schweigen von den wunderbaren Inhalten, mit denen sie gefüllt sind.

Um euch allen die feinen Königskinder näher zu bringen, hat Bröselchen von Bröselchens Bücherregal eine tolle Aktion ins Leben gerufen. Das Jahr der Königskinder. Ihre Anfrage, ob ich teilnehmen möchte, konnte und wollte ich nicht ausschlagen, denn diese Romane haben einfach noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient.



Um Verwirrung entgegen zu wirken - das bedeutet das Jahr der Königskinder:


  • Initiatorin Bröselchen hat sechs Königskinderverrückte LeserInnen mit Social Media Präsenz um sich geschart, um mit ihnen gemeinsam monatlich (mindestens) ein Buch aus dem Königskinderverlag zu lesen.
  • Zu diesen Königskinderaktivisten gehören:
    Dani / Brösel (Brösels Bücherregal)
    Sandy (Nightingales Blog)
    Nils (Instagram @bunteschwarzweisswelt)
    Anni (@buecherstapel)
    Anja (Der Bücherblog)
    Ina (Ina's little Bakery)
    Ich/ Nanni (Fantasie und Träumerei)
  • Jeder von uns schlägt monatlich ein Buch aus einem der Königskinderprogramme vor. Diese 7 Bücher werden euch dann vorgestellt und ihr könnt abstimmen, welches wir im jeweiligen Monat lesen sollen.
  • Es ist keine Leserunde und auch keine Blogtour, sondern Freude an besonderen Büchern
  • Trotzdem dürft ihr natürlich mit uns lesen und euch (unbedingt) rege mit uns austauschen
  • Ihr findet alle entsprechenden Beiträge unter dem (Häschtägg) #JdKöKi
  • Noch Fragen?

Aus organisatorischen Gründen werden wir im Januar mit ohne Abstimmung starten und gemeinschaftlich das Buch "Salz für die See" von Ruta Sepetys lesen.



Habt ihr schon Erfahrungen mit den Königskindern gesammelt?
Wenn ja - welches Buch hat euch bisher am besten gefallen?
Wenn nein - was hat euch bisher davon abgehalten zu einem der Romane zu greifen?


14.12.16

Ein Junge namens Weihnacht - Matt Haig



Nikolas lebt mit seinem Vater im tiefsten Hinterland Finnlands. Seine Mutter ist bei dem Versuch vor einem Bären zu fliehen, ums Leben gekommen. Die beiden Männer schlagen sich nun alleine durch. Sie sind arm. Haben nur dann genug zu essen, wenn sie ausreichend Lebensmittel im Wald gefunden haben. Außer einer Puppe aus einer Steckrübe, hat Nikolas kein Spielzeug.

Als der Jäger Anders Nikolas Vater das Angebot macht, mit nach Norden zu ziehen, um für König Frederik den Beweis zu suchen, dass es Wichtelgrund und die dort lebenden Wichtel, tatsächlich gibt, kann Joelle dies nicht abschlagen. Ist die Expedition erfolgreich, wird Joelle königlich entlohnt werden und kann seinem Sohn ausreichend Lebensmittel und Haufenweise Spielzeug kaufen.

Weil Nikolas noch zu jung ist, um allein zu bleiben und ein verwundetes Rentier, sowie ein kleiner Mäuserich und eine vergammelte Steckrübenpuppe keine geeignete Gesellschaft für einen Jungen seines Alters sind, kommt Tante Carlotta, um auf ihn aufzupassen. Tante Carlotta ist fies, gemein, hinterhältig. Der böseste Abschaum, dem Nikolas begegnet ist (bevor er Sebastian, den Troll kennenlernt) und so bleibt ihm nichts, als die Flucht.

Wie abgedroschen klingt es, wenn ich sage „Ein Junge namens Weihnacht ist eins der schönsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.“? Ziemlich abgedroschen und doch ist es genau der Sinn dieses Satzes, den ich in Zusammenhang mit Matt Haigs Geschichte darüber, wie der Weihnachtsmann zu seiner Aufgabe gekommen ist, verwenden muss, denn „Ein Junge namens Weihnacht“ ist so, so, so schön und absolut und unbedingt kaufenswert.

„Ein Junge namens Weihnacht“ hat mir so gut gefallen, dass ich es mit all meinen mir zur Verfügung stehenden Emotionen empfehlen möchte. Und das sind eine ganze Menge, denn Matt Haig hat mich zum Lachen gebracht, hat mühelos Tränen aus mir hervorgeholt, hat mich zum mitfiebern mitgerissen, hat mir Gänsehaut verursacht, hat Hoffnungsfunken verstreut und den Zauber von Weihnacht und damit den Glauben an Wunder, an das Gute, in mein Herz geholt.

Ich mag ein wenig kitschig, süßlich, klebrig klingen, aber das ist zur Weihnachtszeit erlaubt. Dass man „Ein Junge namens Weihnacht“ auch mitten im Sommer lesen kann erwähnte ich noch nicht, oder? Vor allem sollte man es aber dann lesen, wenn man Kälte fühlt, denn Matt Haig bringt Wärme ins Herz. Mit diesem Roman mehr denn je. Er schafft es wortgewandt, mit Tragik und dem ihm eigenen Humor, den er sicher seinem privaten Lebenslauf zu verdanken hat, der ihn immer mal wieder ins Dunkel stürzen lässt, aus dem ihn nach eigenen Aussagen Worte wieder hervorholen („Nach dem Regen kommt Sonnenschein. Und manchmal können Worte einen Menschen tatsächlich befreien.“ Zitat aus „Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben“, Matt Haig, DTV 2016)

In „Ein Junge namens Weihnacht“ benutzt er besonders viele Worte, die mich tief im Herzen getroffen haben und mir ein Leseerlebnis beschert haben, dass ich von nun an gerne jede Weihnacht wiederholen möchte. Ich freue mich schon darauf in den nächsten Jahren meiner Tochter daraus vorzulesen, die mehr und mehr die Worte verstehen und deren Bedeutung erkennen wird. Gemeinsam werden wir uns anstecken lassen von Hoffnung, Freude, einem (nicht immer) liebevollen Miteinander, dem Übermut der Wichtel und ganz vielleicht werden wir uns gemeinsam im Spickeltanz üben.


Buchinfo:

dtv (Oktober 2016)

272 Seiten

Hardcover

18,00 €

Übersetzung: Sophie Zeitz 

Illustrationen: Chris Mould

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Weitere Rezensionen zu „Ein Junge namens Weihnacht“:



Matt Haig auf Fantasie und Träumerei:



11.12.16

Das Nest - Cynthia D'Aprix Sweeney



Leo, Beatrice, Jack, Melody - das Geschwisterquartett der Familie Plumb. Unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Lebensweisen. Auf den ersten Blick verbinden sie lediglich oberflächliche Gemeinsamkeiten wie die Arbeit mit Literatur und Sprache, schaut man genauer hin, entdeckt man, dass sie sich in den letzten Jahren vor allem voneinander weggetrieben haben.

Melody ist fürsorgende Mutter, wünscht sich nur das Beste für ihre Kinder. Gute Bildung, ein hübsches Umfeld, angesehene Freunde. Ein Leben, das ziemlich anstrengend ist.

Jack steht mit seinem Antiquitätenladen vor dem finanziellen Aus, traut sich aber nicht dies seinem Partner mitzuteilen. Verrennt sich mehr und mehr in Ausreden.

Beatrice ist Schriftstellerin in einer Schaffenskrise. Früher hat sie Romane über einen Protagonisten geschrieben, der seinen Ursprung in der Persönlichkeit ihres Bruders Leo hat. Heute sind sie sich nicht mehr nah genug, als dass Beatrice eine solche Verbindung aufbauen, aus der ein tiefgründiger Charakter entstehen könnte.

Leo ist der Älteste. Er hat viel Geld verdient, hat sich einiges an Publicity verschafft und eine Frau geheiratet, die er nicht ertragen kann. Als er während einer seiner Sex Ausflüchte einen Autounfall baut, ist er all das zuvor genannte mit einem Schlag los. Um wenigstens wieder vor die Tür treten zu können, muss ein Haufen Geld in Bewegung gesetzt werden.

Zum Glück gibt es „das Nest“. Das Erbe des Plumb Vaters. Ein solcher Batzen Geld, dass es den Geschwistern schon beim Gedanken daran die Sinne vernebelt. Das Nest bietet ihnen nicht nur materielle Sicherheit, sondern steht für sie tatsächlich für das was der Begriff „Nest“ inhaltlich bedeutet – Geborgenheit, Schutz, Rückzugsort. Grundbedürfnisse, die weder vom zu früh verstorbenen Vater, noch von der kühlen, egoistischen Mutter erfüllt wurden und mehr und mehr durch Ansehen, Wohlstand und ausufernde Lebensweise ersetzt wurden.

Dennoch bleibt das Nest eben etwas materielles, ersetzt nicht das, was die Plumbs sich tief in ihrem Herzen wünschen. Dennoch fahren sie all die Jahre auf der Schiene des Reichtums, den sie aber nur theoretisch besitzen. Ihr Leben gleicht einer Fantasiereise, jeder lebt in einer eigenen Welt, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit und verlässt sich auf die Plumbsche Fähigkeit andere zu blenden und sich selbst zu belügen.

Mit Verlust des Geldes sackt ihnen der Boden unter den Füßen weg. Der Himmel bricht auf und sie müssen sich der Realität stellen. Ein steiniger Weg, den Autorin Cynthia D'Aprix Sweeney mit unfassbar starkem Sog darstellt. „Das Nest“ aus der Hand zu legen ist schwierig. Den Plumbs zu wiederstehen ebenfalls. Es ist ein wenig eine Mischung aus Tratsch, Voyeurismus und dem Wunsch, dass es liebgewonnenen Charakteren gut geht, die dafür sorgen, dass D'Aprix Sweeneys Debüt so mitreissend ist.

In lockerem Tonfall plaudert sie über eine Familie, wie wir sie allerorts finden. Nicht mit so viel Geld im Rücken, aber mit ähnlich vielen Geheimnissen. Wer macht sich wirklich vor seiner Familie nackig? Möchten wir nicht alle lieber im Schein des Glanzes verweilen, den wir uns mühevoll aufgebaut haben? Und sehnen wir uns gleichzeitig nicht trotzdem danach, dass uns jemand sieht, wie wir wirklich sind?

Es bedarf Vertrauen und Freiheit, um sich zu einem zufriedenen und glücklichen Menschen zu entwickeln. Eine Fähigkeit, die nur im Rahmen von funktionierenden zwischenmenschlichen Konstrukten möglich ist und die ganz sicher nicht durch materielle Stützen ersetzt werden kann. Ein faszinierender Roman, an dem keiner vorbeikommt.


Buchinfo: 


Klett Cotta (Oktober 2016) 

410 Seiten 

Hardcover mit Schutzumschlag 

19,95 € 

Originaltitel: The Nest 

Übersetzung: Nicolai von Schweder-Schreiner 


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Weitere Rezensionen zu „Das Nest“: 



06.12.16

Feuerstimmen - Christoph Hardebusch



Mit dem preisgekrönten Roman »Die Trolle« und der Reihe um die »Sturmwelten« schrieb sich Christoph Hardebusch an die Spitze der deutschsprachigen Fantasy. Mit »Feuerstimmen« führt er alle Fans in eine neue Welt: Seltsames geht in den acht Königreichen der jungen Herrscherin Elena vor – Misstrauen und Hass breiten sich aus, eigentlich befreundete Völker bekriegen sich. Elena und der Sänger Aidan entdecken, dass ein uraltes Geschöpf sein dunkles Gift in der Welt verbreitet – der fünfte Drache, der nach Jahrhunderte währendem Schlaf erwacht ist, um einen grausamen Plan zu vollenden …
((c)Foto: N. Eppner,Text: PIPER)


Christoph Hardebusch ist längst eine fest verankerte Größe in der Fantasy. Er versteht sein Handwerk und weiß wie man Protagonisten entwickelt und Spannung aufbaut. Und doch will es „Feuerstimmen“ zunächst nicht so recht gelingen mich für sich einzunehmen.

Ich habe das Gefühl, als habe ich mich auf einen reißenden Strom eingestellt und schippere nun auf einem Bach, der zu wenig Wasser führt, gemächlich daher. Warum das so ist, kann ich gar nicht genau benennen. Es ist eben ein Gefühl.

An den Protagonisten kann es eigentlich nicht liegen. Sowohl Aiden, als auch Elena, sind sympathisch konzipiert, tragen ausreichend Charaktereigenschaften, um Hauptfiguren zu sein, die im Kopf bleiben.

Auch die Grundidee des Romans, die über Aiden und Elena auf zwei verschiedenen Ebenen beginnt und dann in einem roten Faden zusammenläuft, kann nicht der eigentliche Grund für den fehlenden Sog sein. Und trotzdem hangel ich mich mühevoll von Kampf zu Kampf.




Da „Feuerstimmen“ gemeinsam mit der a capella Mittelalterband Van Canto entworfen wurde, lasse ich beim Lesen die Musik abspielen und siehe da – das Lesegefühl wird angenehmer. Intensiver. Noch nicht volle-Sternenzahl-mäßig, aber mit einem positiveren Beigeschmack.

„Feuerstimmen“ ist ein Kunstwerk aus Wort und Ton und funktioniert gut als Gesamtkonstrukt. Befasst man sich nur mit einem von beidem, fehlt etwas.

Ich finde es mutig, dass Hardebusch und Van Canto dieses Experiment eingegangen sind. Es hätte auch scheitern können. Ist es aber nicht. Ich empfinde es nicht als so ausdrucksstark, wie ich es mir gewünscht habe. Es geht aber anstandslos als solide Unterhaltung epischer Fantasy durch.



Buchinfo:


PIPER (März 2016)

496 Seiten

Paperback

14,99 €


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Weitere Rezensionen zu "Feuerstimmen":



Mandys Bücherecke (inkl. Auftakt einer Blogtour)

04.12.16

[Monatsrückblick] Leseliebe im November



Blogtechnisch war der November ein unfassbar ereignisreicher Monat. Ich habe 10 Bücher zum Thema Mobbing gelesen, um zu diesem sehr wichtigen Thema einen Beitrag zu verfassen, ich habe zwei tolle Bücher für zwei tolle Blogtouren gelesen und ich habe mir von der Seele geschrieben, warum ich - obwohl schon Ü30 - so furchtbar gerne Jugendbücher lese. 
Blogposts, in die ich sehr viel Arbeit investiert habe und die von euch so wunderbar angenommen wurden. Vielen Dank dafür!
Im November stand mir außerdem die sehr sympathische Autorin Nadine Erdmann für meine Interviewreihe "Sieben auf einen Streich" Rede und Antwort.

Bis auf "Abwesenheitsnotiz" von Lisa Owens, hatte ich einen durchweg großartigen Lesemonat. Ich habe recht unterschiedliche Bücher gelesen, die mich jedes auf seine Art packen und begeistern konnte. Mein Monatshighlight ist "Apple und Rain" von Sarah Crossan, das die sehr bewegende Geschichte eines Mädchens, das von seiner Mutter verlassen wurde und sich nach nichts mehr sehnt, als der Liebe der eigenen Mutter, erzählt. Dicht gefolgt von "Das Marillenmädchen", in dem eine meiner Lieblingsautorinnen - Beate Teresa Hanika - zum wiederholten Male zeigt wie fein sie mit Sprache umgehen kann, und "Das Nest"von C. D'Aprix Sweeney, das einfach nur mitreißend ist. 

Ich hoffe, dass die Adventszeit ruhig und besinnlich wird, denn Trubel hatten wir in diesem Jahr wahrlich genug. Für meine Tochter ist es das erste Weihnachten. Täglich bestaunt sie die vielen Lichter, die im ganzen Haus dekoriert sind. Für ihren Adventskalender interessiert sie sich noch nicht so sehr, ich für meinen dafür umso mehr, denn der literarische Adventskalender vom Verlag arsEdition, den es nicht nur in einer Pferde-, sondern auch Katzen- und Hundeausgabe gibt, ist ein kleines Schätzchen für Tierliebhaber.









96) "Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" / S. Tash
97) "Wir beide in schwarz weiß" / K. Gembri
98) "Das Nest" / C. D'Aprix Sweeney
99) "Ich und die Walter Boys" / A. Novak
100) "Apple und Rain" / S. Crossan
101) "Das Marillenmädchen" / Beate Teresa Hanika
abgebrochen: "Abwesenheitsnotiz" / L. Owens

[Hörbücher]

  • "Die Haferhorde 06: Hopp, Hopp, Hurra!" / S. Kolb (Sprecher: Bürger Lars Dietrich)
  • "Aklak, der kleine Eskimo 02: Spuren im Schnee" / A. Stohner (Sprecherin: Henrike Wilson)






In der Kinder Traumstube war es im November etwas ruhiger. Ich habe euch "Mein Mama Tagebuch" vorgestellt - eine schnelle Möglichkeit die Fortschritte des Kindes, Glücksmomente, die eigene Befindlichkeit und viele andere Dinge, die Mamas beschäftigen, zu notieren.
In "Buchempfehlungen aus der Kinder Traumstube" stelle ich euch drei herzliche Bilderbücher vor, die in Reimform geschrieben sind. Die Erzählform, die meine Kleine am liebsten mag (vermutlich weil das Vorlesen dann so witzig klingt).








Für meinen Weihnachtswunschzettel brauche ich noch Buchempfehlungen.
Welche Bücher sollten eurer Meinung nach unbedingt bei mir einziehen?


Euch allen eine schöne Adventszeit.


02.12.16

Ich und die Walter Boys - Ali Novak



Jackies Eltern und ihre ältere Schwester kommen bei einem Autounfall ums Leben. Ihre Verwandten sehen für sie keine Möglichkeit in ihrer Heimatstadt New York unterzukommen und so nimmt man das Angebot von Katherine Walter, einer Schulfreundin von Jackies Mutter, Jackie bei sich aufzunehmen, dankend an.

Für Jackie ein Kulturschock. Für sie heißt es nun raus aus der Stadt in die Provinz. Neue Schule, neue Menschen, kein Theater und die Kleidung dort ist auch anders. Als ob das nicht genug wäre, leben im Haus der Walters 11 Jungs. Unter diesen Umständen kann es nur zu Turbulenzen kommen.

„Ich und die Walter Boys“ wirkt auf den ersten Blick wie ein leichter, sommerlicher Liebesroman. Das Cover zeigt Jungs in Badeshorts und ein Mädchen, das ihnen souverän entgegen steht. Ein ansprechendes Titelbild, das jedoch nur in ganz kleinen Anteilen das widerspiegelt, was Ali Novak in bester Unterhaltung niedergeschrieben hat.

Jackie ist keinesfalls souverän und selbstbewusst. Wie auch, wenn das eigene Leben plötzlich Kopf steht und jegliche Stütze wegbricht. Ihre Eltern zu verlieren bedeutet für sie nicht nur den Verlust von Menschen, die sie liebt, sondern auch den Verlust von Vorbildern und einem geregelten Leben, in dem sie ihr Ziel immer vor Augen hatte.

Nun irrt sie Orientierungslos durch eine Meute Jungs – dem Geschlecht, mit dem sie bisher wenig zu tun hatte. In der Familie Walter geht es drunter und drüber. Raufereien, Wetten, Streiche. Nicht alle sind erfreut darüber, dass die Familie Zuwachs bekommen hat. Für einige von ihnen ist Jackie jedoch das hübsche Mädchen aus der Stadt, das ungeniert angeflirtet wird. Und diesen heißen Kerlen zu widerstehen ist wahrlich eine Herausforderung.

„Ich und die Walter Boys“ hat Ali Novak im Alter von 15 Jahren geschrieben. Es freut mich sehr, dass der Roman nun, viele Jahre später, auf Deutsch übersetzt wurde, denn er hat mir so gut gefallen, dass ich ihn schon mehrfach weiterempfohlen habe.

Ich mag die Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit mit der Novak diese erfrischende Geschichte erzählt, und der Tiefgründigkeit, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt. Eine Kombination, die mich so sehr ans Buch gefesselt hat, dass ich es (leider) in wenigen Stunden durchgelesen habe.
Jackies Leben steht in starkem Kontrast zu dem der Walter Boys. Sie ist sehr kontrolliert, in der Familie Walter ist man eher impulsiv. Novak zeigt, dass auch ein Zusammenleben solch unterschiedlicher Charaktere möglich ist, man aber etwas dafür tun muss. Zwischenmenschliche Beziehungen bedeuten Arbeit und Kompromisse. Dies müssen einige der Hauptfiguren erst lernen. Ein Weg, auf dem ich sie sehr gerne begleitet habe.

Ich freue mich, dass im nächsten Sommer mit „Ich und die Heartbreakers“ ein weiterer Titel von Ali Novak im Programm des Verlags cbt erscheint, denn sie hat mir mit ihrem Roman große Lesefreude beschert.



Buchinfo:


cbt (August 2016)

448 Seiten

Taschenbuch

9,99 €

Originaltitel: Ma Life With The Walter Boys

Übersetzung: Michaela Link



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Weitere Rezensionen zu „Ich und die Walter Boys“:




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