31.01.16

[Reiseproviant] 5|16

Lesereise:


In dieser Woche habe ich mich geradezu durch die Seiten bzw. über den Bildschirm gefressen. Drei gebundene Bücher plus 2 eBooks, habe ich weggelesen und mir so die Zeit versüßt, die mich gerade eigentlich in den Wahnsinn treibt. Die Babykugel ist jetzt so groß, dass mir das Bewegen echt schwer fällt (an alle Muttis: wie habt ihr euch Socken und Schuhe angezogen???). Naja, es nützt nichts, der Zwerg zwingt mich dazu die wässrigen Beine hochzulegen und es könnte einen schlechteren Zeitvertreib geben, als zu lesen.

Meine Lektüreauswahl war sehr gemischt.

Begonnen habe ich mit „Firefight“, dem zweiten Teil der Rächer-Trilogie von Brandon Sanderson. Nachdem mir Band 1 „Steelheart“ sehr gut gefallen hat, waren meine Erwartungen an die Fortsetzung recht groß. Der anfänglich schleppende Einstieg ließ mich zunächst mühsam vorankommen, doch ab der Hälfte etwa hatte ich wieder Feuer gefangen und freue mich nun schon auf den dritten Teil.

Durch nächtliches wach liegen ist mir noch mal klar geworden, wie praktisch so ein beleuchteter Reader doch ist. Darauf habe ich „Vintage Girl“ von Lin Rin lesen können, ohne meinen Mann mit der Leselampe zu wecken. Das Buch ist keine große Literatur, bietet aber kurzweilige Unterhaltung und sehr sympathische Protagonisten, die mir die Schlaflosigkeit versüßt haben. Immer wieder habe ich versucht das Buch sehr kritisch zu betrachten, da es mit seiner Lovestory eigentlich nicht zu hundert Prozent meinen Lesegeschmack trifft, aber es ist wie es ist: es hat wirklich Spaß gemacht meine Zeit mit der eigenwilligen Cora zu verbringen. Rezi folgt.

Kurz vor Ende des Monats habe ich mein Lesehighlight entdecken können. Ein Herzensbuch auf vielen Ebenen. Eine Geschichte vom Leben, mehreren Lebensgeschichten, interessanten Menschen, dem Glück, dem Tod und der Natur. Ganz großartig. Meine Rezi zu „Ein Leben mehr“ von J. Saucier wird Dienstag hoch geladen, kaufen dürft ihr euch das Buch natürlich auch schon vorher.

Am 27. Januar war der Geburtstag meines leider viel zu früh verstorbenen Großvater. Just an diesem Tag erreichte mich aus dem Verlag Droemer Knaur Überraschungspost zu diesem Thema. „Albertos verlorener Geburtstag“ von D. Rosie ist die sehr herzliche Geschichte eines Großvaters, der sich gemeinsam mit seinem Enkel auf die Suche nach dem eigenen Geburtstag macht. Den weiß er nicht mehr, da er zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs von Soldaten am Straßenrand gefunden und von ihm ins Waisenhaus gebracht wurd. Diesen Roman, der eine interessante Kombination aus historischem Wissen und wärmender Familiengeschichte bietet, habe ich am Samstag komplett durch gelesen. Spricht für sich, oder? Rezi ist ab Montag auf dem Blog.

In vielen verschiedenen Neuerscheinungsposts wurde das Jugendbuch „Emmy & Oliver“ von R. Benway vorgestellt, dessen deutsche Übersetzung im Januar im Magellan Verlag erschienen ist. Auf den Inhalt – Oliver wird als 7-jähriger vom Vater entführt, taucht als 18- jährger wieder auf – aufmerksam geworden, schaute ich mir das Buch näher an und fand heraus, dass es das eBook in der englischen Originalausgabe zu dem Zeitpunkt gerade als Angebot sehr kostengünstig zu erstehen gab. Da ich sowieso wieder mehr englisch lesen möchte, habe ich es mir auf den Reader geladen und werde es sicher heute noch beenden. Bisher kommt mir die Entführungsgeschichte etwas zu kurz, aber es liest sich ganz gut und ist für mich als Wiedereinstieg ins englische Lesen geeignet.

Welche Bücher haben euch die Woche versüßt? Seid ihr zum Lesen gekommen oder habt ihr zur Zeit viel zu viel Stress?

Beim [Nostalgie Mittwoch] habe ich euch eine Dilogie von Gayle Forman empfohlen. Ganz besonders am Herzen liegt mir der Freitagsbeitrag der vergangenen Woche. Der ist in Form einer Kolumne ausgefallen, die den Titel "Vom kindlichen Leser zum ausgewachsenen Büchernarr" trägt, und sich mit den Büchern unserer Kindheit, deren Einfluss auf uns und unser Leseverhalten und den veränderten Blick auf Bücher durchs erwachsen werden, beschäftigt.

Rezensionen zu Romanen, die ich in der Vergangenheit gelesen / gehört habe, die aber in dieser Woche online gegangen sind: "Der schmale Pfad durchs Hinterland" / R. Flanagan / PIPER Verlag und "Origin" / Jennifer L. Armentrout / Hörbuchversion aus dem Silberfischverlag / gesprochen von M. Brettschneider und J. Weigert.

Blogrundreise:


Auf Favolas Lesestoff gibt es ein interessantes Interview mit Autorin Nina Blazon, die mich immer wieder als Leserin gewinnt, weil sie erstaunlicherweise mit jedem Buch eine neue Idee aus dem kreativen Hut zaubert und das, obwohl sie schon so viele Werke veröffentlicht hat.

Derzeit gibt es in der Literaturszene mal wieder eine heftige Diskussion. Diesmal über den Stellenwert eines Lektorats. Kann man darauf verzichten oder sollte man sich vor Veröffentlichung eines Romans lieber einen Lektor zur Seite holen? Auf der Seite des eBook Verlags edel&electric wird diese Diskussion von verschiedenen Seiten beleuchtet. Sehr lesenswert.

Um die Verlagswelt dreht es sich auch wieder bei Wolkenweiss. Die Interviewserie „Die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Bloggern“ geht in die zweite Runde. Gesprächspartnerin ist diesmal Hilke Schenck von Chickenhouse.

Lesemomente hat die Longlist zum Phantastik Preis „Seraph“ veröffentlicht. Eine Diskussion zu den Nominierten ist bereits im Gange.

Vorschauen durchblättern ist für mich eine der erholsamsten Freizeitbeschäftigungen. Genauso gern lese ich die daraus zusammengestellten Tipps meiner BloggerkollegenInnen. So z.B. die von den Herzpotenzial Damen Maike und Mareike, in deren Beiträgen ich tatsächlich noch mal Bücher gefunden habe, die noch nicht auf meiner Wunschliste stehen.


Lebensreise:


geliebt: Lesezeit im Bücherzimmer

gekauft: Ein guter Film auf dem Lieblingskaffee. Na, da muss man doch zuschlagen ;)

gebacken: Ciabatta. Super schnelles Rezept, das immer gelingt.


Ich wünsche euch allen einen entspannten, seitenreichen Sonntag. Kommt gut in die neue Woche.

29.01.16

[Kolumne] Vom kindlichen Leser zum ausgewachsenen Büchernarr

Am 28. Januar war der Todestag der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Ihre Bücher haben nicht nur mich, sondern viele weitere junge Leser so sehr beeinflusst und erfreut, dass die Begeisterung auch im Erwachsenenalter anhält.



Fragt mich jemand nach meinen Lieblingsbüchern sind ihre Werke immer mit auf der Liste. Sie sind etwas ganz besonderes.

Was macht den Reiz an ihren Büchern aus? Welchen Lindgren Roman mögt ihr am liebsten und warum?

Ich glaube diese Frage ist sehr individuell zu beantworten, denn die Frage nach dem Lieblings Astrid Lindgren Buch bekommt sicherlich unterschiedliche Antworten. Die eine identifiziert sich mit Pippi Langstrumpf, die andere mit Ronja Räubertochter. Manch einer möchte so leben wie die Kinder auf Bullerbü oder Saltkrokan und manch einer wünscht sich so viel Mut zu haben wie Prinz Mio.

Ich mag besonders, dass sie Kindern eine Stimme gibt. Dass sie deren Wünsche ernst nimmt, auch wenn sie auf den ersten Blick noch so unerreichbar scheinen. Aber ist es nicht auch wichtig sich Ziele zu stecken? Sollte nicht ein Aspekt von Kinderbüchern sein, dass sie Kinder glücklich machen und ihnen im beste Fall helfen Selbstbewusstsein zu entwickeln?

Ob sich ein Kind zum Büchernarr entwickelt, hängt sicher nicht nur davon ab, ob Eltern die Kleinen schon früh an Bücher und Geschichten heranführen, sondern auch welche Bücher sie zu lesen bekommen. Ganz bestimmt könnt ihr euch alle noch an das erste Buch erinnern, das ihr selbst gelesen habt und ganz bestimmt auch noch an eins, das man euch immer vorlesen musste, oder? Inwieweit hat dieses Buch / diese Bücher euren heutigen Lesegeschmack geprägt?

Ich habe schon früh Bücher vorgelesen bekommen, aber ganz besonders ist mir „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preussler im Gedächtnis geblieben. Immer und immer wieder musste man sie mir vorlesen, später habe ich sie noch etliche Male selbst gelesen. Fasziniert von der Möglichkeit zu zaubern und damit Gutes tun zu können.

Hat mich dieses Buch geprägt? Ja hat es. Ich habe eine Leidenschaft für Fantasy entwickelt. Mag Geschichten, in denen Magie vorkommt oder eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier, so wie zwischen der kleinen Hexe und dem Raben Abraxxas. Das soziale Engagement der kleinen Hexe spiegelt sich ebenfalls seit meiner Kindheit in meinem Verhalten wieder. Heute übe ich einen sozialen Beruf aus. Vielleicht ist sie eins meiner ersten Vorbilder gewesen.

Klingt aus Sicht eines Erwachsenen etwas komisch, oder? Als Kind hingegen nimmt man Geschichten ganz anders war. Projiziert sie auf die eigene Realität, spielt Figuren daraus nach, übernimmt Rollen der darin vorkommenden Figuren, möchte so sein wie sie.

Ein Kind liest mit anderen Augen.

Quelle: Pixabay

Neyasha hat sich auf ihrem Blog Vom Lesen und Schreiben vor einiger Zeit einmal Gedanken darüber gemacht, ob sich das Leseverhalten seit der Jugendzeit verändert hat. Eine interessante Frage, die wir sicher alle mit „Ja“ beantworten können. Aber warum ist das so?

Ein Faktor ist sicherlich Zeit. Wenn ich bedenke wie viele Stunden ich mich früher einfach in meinem Zimmer verkrümelt habe, um in einem Buch zu versinken – beim Gedanken daran werde ich jetzt noch ganz wehmütig, denn so viel Ruhe und Zeit hätte ich gerne noch einmal.

Wie oben bereits angesprochen, haben wir als Kinder Bücher ganz bestimmt anders wahrgenommen. Ich lese auch heute noch gerne Bücher, die eindringlich sind, die mich mitnehmen, die mir das Gefühl von Reisen vermitteln. Sei es in eine andere Welt, eine andere Zeit oder einfach als Zuschauer eines anderen Lebens. Als Kind habe ich dies noch intensiver getan. In einer Form der Hingabe, die eben nur Kinder haben. Ihre Fantasie ist so unerschöpflich und unverflochten. Kein Realitätsdenken hält davon ab sich voll und ganz auf Geschichten und Handlungen einzulassen, seien sie auch noch so absurd.

Oder glaubt ihr heute noch wirklich und aus vollem Herzen daran, dass es Mädchen gibt, die in der Lage sind ein Pferd hochzuheben? Ich habe es versucht, es geht nicht. Ich weiß, dass es ausgedacht ist. Eine Geschichte.
Früher habe ich daran geglaubt, dass alles möglich ist …

Hat sich euer Leseverhalten, eure Betrachtung eines Buches, einer Geschichte in den letzten Jahren ebenfalls verändert?
Welche Eigenschaft vom Leseverhalten eines Kindes hättet ihr gern beibehalten? Oder ist es genau richtig, so wie es jetzt ist?

So muss ich oft an eine Geschichte denken, die mir ebenfalls aus meiner Kindergartenzeit im Gedächtnis geblieben ist. „Frederick“ von Leo Lionni. Es ist Herbst und alle Mäuse sammeln Vorräte für den Winter. Nur Frederick nicht. Er sammelt Farben und Erinnerungen. Und als alle Vorräte aufgebraucht sind, holt er seine Sammlung heraus. Wärmt die anderen Mäuse mit seinen Geschichten, die vom Sommer erzählen und die Farben des Herbstes beschreiben.

Leo Lionni greift damit genau das auf, wozu Bücher in der Lage sind. Uns mit ihren Geschichten wärmen, mit Worten Farben und Bilder erschaffen, die nur wir sehen. Jeder in der Form, in der er möchte.  
Beltz & Gelberg

28.01.16

Firefight - Brandon Sanderson

ACHTUNG!! „FIREFIGHT“ IST DER FOLGEROMAN VON „STEELHEART“. MEINE REZENSION KANN SPOILER ZU DIESEM ENTHALTEN.



„Firefight“ ist der zweite Roman von Brandon Sandersons All-Age-Fantasy Trilogie über Superhelden-Kräfte und perfekt geeignet, um den Leser dazu anzustacheln, den Erscheinungstermin von Band drei „Calamity“ sehnlichst zu erwarten.

Nachdem David Steelheart, einen der mächtigsten Epics, Herrscher über Newcago, getötet hat, geht der Kampf gegen die Epics weiter. Mit seinem Team, den „Rächern“ zieht es ihn in die Stadt, die einst unter dem Namen New York bekannt war. Das heutige Babilar wird von mehreren Epics heimgesucht. Doch das scheint den Bewohnern dort wenig auszumachen. Trotz Überflutung und als Naturkatastrophen getarnten Angriffen, scheinen sich die Anwohner mit der Herrschaft der Epics arrangiert zu haben. Für David ein ganz neues Lebensgefühl.

Dieses Verhalten bestärkt ihn in seinem Wunsch zu beweisen, dass nicht alle Epics von Grund auf schlecht sind, sondern irgendein Trigger dafür verantwortlich ist, dass sie sich zu dem verwandelt haben, was sie heute sind. Mit seiner Ansicht steht er allein, denn sogar der Prof, Anführer der Rächer und selbst ein Epic, glaubt, dass die Nutzung der Kräfte das Böse im Menschen auslösen.



Da ich „Steelheart“ sehr mochte, habe ich aufgeregt der Veröffentlichung von „Firefight“ entgegen gefiebert. Leider fiel mir der Einstieg in den Roman dann etwas schwer, denn trotz Action geladener Szenen, fehlt „Firefight“ die Rasanz, die ich an „Steelheart“ so mochte. Auch die Orientierung fiel mir zunächst etwas schwer, in meinem Gedächtnis war leider doch nicht so viel haften geblieben, wie ich mir gewünscht habe und hätte ich vorher gewusst, dass es das eShort „Mitosis“ gibt, das zwischen Band 1 und 2 angesiedelt ist, hätte ich mich damit erst wieder eingelesen.

So dauerte es also ein Weilchen, bis ich wieder mitten im Geschehen war. Vielleicht ist das aber auch eine Taktik von Sanderson. Seinen Roman zunächst so unscheinbar wirken zu lassen wie seine Protagonisten, hinter denen etliche Geheimnisse und verborgene Fähigkeiten stecken. Denn „Firefight“ zieht mit großen Schritten an und nach etwas mehr als der Hälfte brannte der Roman vor Spannung, die bis zum Ende des Buches nicht mehr abglühte und das Feuer, das schon „Steelheart“ entfachen konnte wieder zum Lodern brachte.

Mit Hilfe von einigen wirklich fiesen Überraschungen, hat Sanderson den Spannungsbogen ordentlich angezogen. Zudem gewährt er dem Leser mehr Einblick in die Persönlichkeiten seiner Figuren. Ein näheres kennenlernen hat statt gefunden, die Distanz zwischen Leser und Charakteren wird immer geringer und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das alle gut sind und überleben. Aber das wäre ja viel zu langweilig und würde auch gar nicht zu Sanderson passen, der es immer wieder schafft mich mit den Inhalten seiner vielseitigen Roman zu verblüffen. Ich freue mich nun schon sehr auf „Calamity“, den Abschlussband, in dem Sanderson sicher noch mal für viel Spannung, Action und Überraschungen sorgen wird.

Buchinfo:

Heynefliegt (Oktober 2015)
464 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
17,99 €
Originaltitel: Firefight – The Reckoners Book 2
Übersetzung: Jürgen Langowski

Reiheninfo:

2.Firefight
3.Calamity (noch nicht erschienen)

Hier versandkostenfrei bestellen:



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Weitere Rezensionen zu „Firefight“:


Brandon Sanderson auf Fantasie und Träumerei:



27.01.16

[Nostalgie Mittwoch] Gayle Forman



Bevor im März die neue Dilogie der amerikanischen Schriftstellerin Gayle Formanerscheint, möchte ich euch gern ihr nun schon etwas älteres, aber zeitloses Couple „Wenn ich bleibe“ / „Lovesong (Nur diese eine Nacht)“ vorstellen. Teil 1 dieser zweibändigen Liebesgeschichte wurde außerdem verfilmt.

Mia ist eine erfolgreiche Cellistin. Als sie das Angebot bekommt in New York Musik studieren zu können, steht sie vor einer schwierigen Entscheidung. Was ist ihr wichtiger? Die Liebe zur Musik oder die Liebe zu ihrem Freund Adam, den sie im Falle eines Wegzugs zurücklassen müsste. Als sie unverhofft Opfer eines Autounfalls wird und ins Koma fällt, kämpft sie nicht mehr für ihre Karriere, sondern um ihr Leben.



„Wenn ich bleibe“ ist eine sehr berührende und einfühlsame Geschichte mit wundervollen Protagonisten. Ich mag die zarte Mia, die Cellistin, sanft und doch ehrgeizig. Und auch Adam, den Rockstar, der eine harte Seite hat, aber auch sehr sensibel ist. Autorin Gayle Forman nimmt den Leser vorsichtig an die Hand und entführt ihn in eine reizende Familie, die durch Erzählstränge auf verschiedenen Zeitebenen, einen Einblick in ihr Leben gewährt. So echt und trotz der schweren Situation so lebensfroh.

In „Lovesong“, das mittlerweile unter dem Titel „Nur diese eine Nacht“ verlegt wird, steht Adam im Mittelpunkt. Mehr möchte ich eigentlich nicht zu dem Roman verraten, denn dann würde ich euch auf jeden Fall spoilern. Ihr könnt dem Link im oberen Abschnitt zu meiner Rezension folgen, aber dort werden definitiv wichtige Sachen zu „Wenn ich bleibe“ verraten. Beide Bücher sind trotz unterschiedlichem Erzählton sehr rührend und lesenswert. Wer Geschichten sucht, die traurig schön sind, der wird hier nicht enttäuscht.

Buchinfo:

Wenn ich bleibe
"Wenn ich bleibe"
Blanvalet
304 Seiten
Taschenbuch
8,99 €
Originaltitel: If I stay
Übersetzung: Alexandra Ernst



Nur diese eine Nacht
"Nur diese eine Nacht"
272 Seiten
Taschenbuch
8,99 €
Originaltitel: Where she went
Übersetzung: Bettina Spangler
Beim Buchladen am Freiheitsplatz versandkostenfrei bestellen.


26.01.16

[Hörbuch] Origin. Schattenfunke - Jennifer L. Armentrout (Sprecher: Merete Brettschneider / Jacob Weigert)

ACHTUNG!! „ORIGIN“ IST DER 4.BAND DER LUX-REIHE. MEINE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZU BAND 1-3!



Teil drei der Lux-Serie, „Opal“, konnte mich mit einer etwas dahin plätschernden Handlung nicht immer fesseln, endete aber mit einem Cliffhanger, der dafür sorgte, dass ich – und viele weitere Fans der Serie – den Erscheinungstermin von „Origin“ kaum erwarten konnten. Das warten hat sich gelohnt, wir wurden nicht enttäuscht, denn Band 4 der Bestseller Reihe knüpft genau dort an, wo sein Vorgänger endete – im Lager von Daedalus.

Dort befindet sich Katy. Gefangen, um Tests rund um ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten unterzogen zu werden. Ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit, unter anderem aber zum Zweck eine Waffe aus ihr zu machen bzw. sie als solche zu nutzen, sollte es zu einem Kampf kommen. Für Daemon ein unerträglicher Gedanke. In seinem Eifer sieht er keine andere Möglichkeit, als ebenfalls ins Lager von Daedalus zu gelangen. Was er dort entdeckt, ist schockierender, als alles, was er je zuvor gesehen hat.



Eine Meinung zu „Origin“ mitzuteilen, ohne zu viel zu verraten, ist wirklich schwer. Die bereits angesprochene Entdeckung, die Daemon macht, ist schwerwiegend und sehr überraschend. Diese Spannung möchte ich nur ungern vorweg nehmen. Origin“ ist ein Übergangsband, der zwar eine große Überraschung für den Leser parat, aber keinen richtigen eigenen Dreh hat. Dennoch hat er eine sehr wichtige Stellung inne, denn er bereitet den Leser auf den Fünften Teil „Opposition“ vor, der im April erscheinen wird. Dies ist der Finalband der Lux-Serie und wenn ich mir anschaue, welche Gedankengänge und Handlungen in „Origin“ aufgeworfen werden, erwartet uns im letzten Teil richtig viel Spannung, Action und verblüffende Momente. Ich glaube, dass wir uns warm anziehen können, denn das Finale wird sicher wie eine Bombe einschlagen und dafür sorgen, dass sich die Reihe fest einbrennt. Bis dahin heißt es allerdings ausharren.

„Origin“ ist der erste Teil der Reihe, der von zwei Sprechern gelesen wird. Wie gewohnt leiht Merete Brettschneider ihre weiche und angenehme Stimme, um die Handlung zu erzählen. Diesmal nimmt sie allerdings nur die Sprechrolle von Katy ein. Die Passagen, die aus der Sicht von Daemon erzählt werden, liest Jacob Weigert, geübter Sprecher und Schauspieler, der perfekt in diese Rolle passt und Daemon das gewisse Etwas verleiht, dass insbesondere die Herzen seiner weiblichen Fans höher schlagen lässt.

Hörbuchinfo:


6 CDs
450 Minuten
Gekürzte Lesung
Originalverlag: Carlsen
Übersetzung: Anja Malich

Reiheninfo:


Onyx
Origin
Opposition (voraussichtlicher ET: April 2016)

Hier kaufen:




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25.01.16

Der schmale Pfad durchs Hinterland - Richard Flanagan



Dorrigo Evans' großes Laster sind die Frauen. Er kann nicht mit ihnen, er kann nicht ohne sie. Er hat nicht das Gefühl, sich an nur eine binden zu können. Bis eben jene eine kommt, auf die er wie ein Magnet reagiert. Angezogen wie auch abgestoßen von ihrer Schönheit, ihrer Art zu sein, mit ihm zu spielen, zu schlafen, zu lieben.

Die Gefühle eines Mannes stimmten nicht immer mit dem Leben überein. Manchmal stimmen sie mit gar nichts überein.“

Überwältigt von Gefühlen, die ihm bisher unbekannt waren, weiß er nicht recht damit umzugehen. Statt für sie in den Kampf zu ziehen, rettet er sich in den Kampf um sein Land. Der zweite Weltkrieg ist für ihn die Möglichkeit zur Flucht, nicht wissend, wie sehr er dies einmal bereuen wird. Denn was er dort erlebt – insbesondere als er in japanische Gefangenschaft gerät – hat er in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

Der Krieg drängte, der Krieg verstörte, der Krieg löste auf und entschuldigte.“

Dorrigo Evans ist ein Mensch, der sich viel mit sich selbst beschäftigt hat. Der sein Leben lang versucht hat nach Außen ein gewisses Bild zu verkörpern. Schon vor dem Krieg, als er noch Angst vor der Liebe hatte, und auch nach dem Krieg, als ihm die dort erlebten Gräueltaten zu der Erkenntnis kommen lassen, dass nur die wahre Liebe die einzige Rettung von Geist und Körper sein kann.



„Der schmale Pfad durchs Hinterland“ ist ein Wechselbad der Gefühle. Für Protagonisten, wie für Leser. Der Einstieg ist mir etwas schwer gefallen, denn Flangan erzählt auf verschiedenen Ebenen, wechselt währenddessen häufig die Zeit, zeigt einen Dorrigo Evans, den ich erst sehr viel später, als ich erfahren habe, was er alles durchlebt hat, verstehen kann.

Es war, als lebe der Mensch allein, um Gewalt auszuüben und damit die Ewigkeit der Herrschaft zu sichern. Die Welt würde sich nicht verändern, die Gewalt war immer schon da gewesen und würde sich niemals auslöschen lassen, Männer würden sterben durch die Fäuste und Gräueltaten anderer Männer, bis ans Ende der Zeit und die gesamte Geschichte der Menschheit war eine Geschichte der Gewalt.“

Das Leben spielt ungerecht, ist geprägt von Ironie und einer Härte, die nur schwer nachzuvollziehen ist. Im Krieg stehen diese Regeln erst recht Kopf. Das unterste wird zuoberst gekehrt. Wer weiß denn noch, wer er wirklich ist? Dies ist einer von Flanagans roten Fäden, die er an manchen Stellen so fest zuzieht, dass es mir die Kehle zuschnürt. Er hat kein Mitleid mit seinen Charakteren. Lässt sie Dinge erleben, die mir als Beobachter den Druck auf den Magen verstärken. Die Frage - wer Opfer ist, wer Täter - verschwimmt. Denn letztendlich sind im Krieg alle Opfer. Auch wenn es sich um fiktive Figuren handelt, sind ihre Kriegserlebnisse in Gefangenschaft leider nur zu real. Verdrängung ist vermutlich die einzige Chance danach weiter leben zu können.

Oder eben die Liebe.

Und er dachte: Wie leer die Welt ist, wenn man seine Liebe verliert.“

Sehr eindringlich kreisen Flanagans Worte um Krieg und Liebe. Sorgen dafür, dass ich den Roman verschlinge, an einigen Stellen aber so bedrückt bin, dass ich ihn gern zur Seite legen würde, weil ich selbst kaum aushalten kann, was die Männer in japanischer Kriegsgefangenschaft durchmachen müssen. Nicht jeder von ihnen zerbricht daran. Liebe, Hoffnung, Glaube an Wunder, Erinnerungen an schöne Dinge halten sie aufrecht. Freiheit entsteht im Geiste. Und genau dort nehme ich „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ in seiner vollen Intensität auf. Froh darüber diesen beeindruckenden Roman, von dem mir mehr Gutes, als seine drückende Stimmung im Gedächtnis bleiben wird, für mich entdeckt zu haben.


Buchinfo:


PIPER (September 2015)
448 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
24,00 €
Übersetzung: Eva Bonné

Hier versandkostenfrei bestellen:



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24.01.16

[Reiseproviant] #4|16

Lesereise:


Eine anstrengende Woche neigt sich dem Ende zu. Drei Geburtstage von Famiienmitgliedern. Dreimal bei Vorbereitungen helfen, Kuchen backen, Gäste bewirten.
Bleibt nicht viel Zeit zum Lesen.

Zwei Bücher habe ich verschlungen, insgesamt über 800 Seiten – doch gar nicht so wenig, aber im Vergleich zu den letzten Wochen habe ich das Gefühl nicht so viel gelesen zu haben. Liegt vielleicht auch an meiner Grundstimmung, denn der Geburtstermin des kleinen Menschleins rückt immer näher und damit auch das Gefühl vorher noch ganz viel erledigen zu müssen und schaffen zu wollen.
Beide gelesenen Bücher haben mich intensiv beschäftigt. Waren sehr einnehmend. Grund dafür ist die nicht so schöne Thematik Krieg bzw. Kriegsführung. Sehr unterschiedlich dargestellt und trotzdem so hart wie das töten von Menschen nun einmal ist.

Begonnen habe ich meine Woche mit „Sieben Heere“, dem aktuellen Fantasyroman von Tobias O. Meissner, den ich als Autor sehr schätze. Sein High Fantasy Buch beschäftigt sich weniger mit Krieg an sich, als viel mehr mit Aufstand. Ist man in der Lage aufzubegehren? Sich zu wehren, auch wenn es aussichtslos scheint? Wie viel kann ein einzelner mit seinen Taten bewirken?
Eine spannende Grundidee, von Meissner – wie immer – souverän umgesetzt. Die Rezension dazu findet ihr hier.

Ein sehr eindringliches Leseerlebnis war Buch Nummer zwei. „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ von Richard Flanagan berichtet so brutal realistisch über seinen Helden Dorrigo Evans, der mit sich selbst im Unreinen die einzig wahre Liebe in der Frau seines Onkels findet, und das Grauen im Japan Einsatz während des zweiten Weltkriegs. Ein beeindruckender, hervorragend konzipierter Roman über Krieg, Liebe, Vergessen und Finden, den ich heute morgen in einem dreistündigen Lesemarathon beendet habe, weil ich ihn trotz dass ich wirklich häufig schlucken musste, einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Sollte ich heute noch zum Lesen kommen (ich schaue ja keinen Tatort und auch sonst wenig TV und heute ist dann ja auch erst einmal der letzte Geburtstag), werde ich mit „Firefight“ von Brandon Sanderson beginnen. Die Fortsetzung zum spannenden Jugendfantasyroman „Steelheart“ liegt schon auf dem Nachttisch parat.

Welche Bücher haben euch in der vergangenen Woche in Atem gehalten?

Rezensiert habe ich außer „Sieben Heere“ noch die beiden sehr schönen Romane „Der Hut des Präsidenten“ - ein echtes Wohlfühlbuch mit Herz – und „Sterne über der Alster“ - den spannenden zweiten Teil eines Familienepos, der Anfang des 20. Jahrhunderts spielt und hier und da als deutsches „Dowton Abbey“ bezeichnet wird.

Am [Nostalgie Mittwoch] habe ich euch „Rotkäppchen muss weinen“ vorgestellt. Ein Buch über sexuellen Missbrauch durch ein Familienmitglied und das [Freitagsspecial] dreht sich um Fantasyneuerscheinungen Januar – März 2016.

Blogrundreise:


In dieser Woche habe ich wieder einige lesenswerte Blogbeiträge gefunden. Ich habe mir vorgenommen jeden Post, den ich lese auch zu kommentieren. Dafür nehme ich mir immer viel zu wenig Zeit und das ist meinen BloggerkollegInnen gegenüber einfach total unhöflich.

Im Bücherkaffee findet ihr Infos zur #GoldenBacklist Challenge und eine tolle Bücherauswahl, die Alex im Rahmen der Aktion lesen möchte.

Die Bibliophilin stellt das Büchlein „Jeder Tag ein Wunder“ vor, das wie ein immer währender Kalender aufgebaut ist und wundervolle Zitate enthält.

Den interessantesten Beitrag habe ich diese Woche auf Wolkenweissgelesen. Dort wurde ein Interview zum Thema „Zusammenarbeit zwischen Verlag und Blogger“ veröffentlicht. Gesprächspartnerin ist Ute Nöth vom Atlantik Verlag.

Mit Büchern abseits des Mainstreams und dem Einfluss großer Verlage, beschäftigt sich der Blog We read Indie. Dort findet ihr eine Liste lesenswerter Indie Neuerscheinungen im Frühling 2016.

Eine sehr schöne Rezi zum dritten Teil der Lockwood & Co. Reihe, die ich immer wieder gerne empfehle, findet ihr auf Damaris liest.

Lebensreise:


gelesen: auf dem Balkon mit Sonne im Gesicht <3

geschrieben: über Fantasy Bücher
gefreut: dass der Artikel so gut angekommen ist
geräumt: damit es in meinem Fantasyregal mal wieder etwas ordentlich ist. Evtl. werde ich aber noch ein paar Bücher aussortieren, denn in 2016 wird dieses Jahr sehr viel Zuwachs bekommen.

geschlemmt: Obstsalat mit Knuspermüsli
Ohne meine tägliche Portion Obst werde ich übellaunig!

genervt: war ich (und Pepper auch) in dieser Woche von unseren Damen, die fast jeden Tag einen Zaun kaputt gemacht haben, weil zwei der Mädels sich PLÖTZLICH!! mega gern hatten. Extrem anstrengend, denn die eigentlich beste Freundin war dann abgeschrieben. Zickenalarm im Stall. Und das, obwohl eine der Stuten schon 29 ist (sehr alt für ein Pferd). So langsam scheint aber wieder Ruhe einzukehren.



Habt noch einen entspannten Sonntag und kommt gut in eine aufregende und spannende neue Woche

22.01.16

[Freitagsspecial] Fantasy Neuerscheinungen 2016: Januar - März



Ich bin eine quer-Beet-Leserin. Für mich ist es wichtig immer mal wieder in verschiedene Genres eintauchen zu können. Das ist für mich einer der Reize an Büchern - die Möglichkeit, durch verschiedene Welten, Zeiten und Erzählstile reisen zu können.

Ein Genre, das diese Anforderungen in großem Maße erfüllt, liegt mir besonders am Herzen: Fantasy.

Ich weiß noch genau, wie ich dorthin gefunden habe und welche Bücher mich geprägt haben. Mit Faszination habe ich Romane betrachtet, die mir gezeigt haben, was mit Fantasy überhaupt möglich ist. Nämlich fast alles. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Leser und Autoren können sich austoben. Können Drachen fliegen und Elfen tanzen lassen, können Welten erschaffen, in denen Schokolade an den Bäumen wächst und mit Zauberei alles möglich ist.

Leider trifft dieses Genre häufig auf Vorurteile und ist ein bisschen als Genre der Realitätsflucht verpönt. Aus der Realität entferne ich mich beim Lesen immer – und wehe es stört mich jemand! - das ist für mich also kein ernst zunehmender Kritikpunkt. Im Genre Fantasy gibt es sehr viele Romane, in denen politisch agiert wird, in denen Kritik an Sozialgefügen geübt wird und deren Autoren über große schriftstellerische Fähigkeiten verfügen. Und trotzdem lese ich auch diese Romane aus den Gründen, aus denen ich auch andere Bücher lese: um unterhalten zu werden und weil ich einfach gerne lese.

Fantasy ist nicht gleich Fantasy. Es gibt sehr viel mehr verschiedene Subgenres, als viele von euch sicher vermuten. Eine genaue Auflistung findet ihr hier. Für mich sind vor allem die Untergruppen High Fantasy (fiktive Welt, Magie, Kämpfe und Abenteuer, Bsp: „Herr der Ringe“, „Die Elfen“, „Das Lied von Eis und Feuer“), Sword and Sorcery (ein Held, der in den Kampf zieht, Bsp.: „Conan“) und Urban Fantasy (Reale und Fantasy Welt überschneiden sich, Bsp.: „Harry Potter“, „Percy Jackson“, „Chroniken der Unterwelt“) relevant.

Leider kenne ich kaum Blogger, die sich mit großem Interesse der Fantasy widmen. Ich finde es sehr schade, denn ich würde mich gerne noch mehr über Neuerscheinungen und alte Schätze dieses Genres informieren. Bisher lese ich dazu Rezensionen und Beiträge auf Armarium Nostrum, Lesemomente und Book Walk.

Kennt ihr noch andere Blogs, die ebenfalls gerne Fantasy lesen und darüber berichten?

Für alle eingefleischten Fantasy Leser und diejenigen, deren Interesse an diesem großartigen Genre geweckt ist – wichtig: nicht gleich aufgeben, denn vielleicht habt ihr nur nicht das richtige Subgenre für euch entdeckt – wird 2016 ein echtes Schlemmerjahr. Tolle Neuerscheinungen und Neuauflagen, so weit das Auge reicht!

Im Folgenden stelle ich euch die Bücher vor, die im Jahr 2016 gerne mein Fantasyregal bereichern dürfen.




 Drachenkaiser Drachengift

Das fantastische Lesejahr 2016 startet mit einem der ganz großen Namen – Markus Heitz. Sicherlich nicht nur eingefleischten Fantasylesern ein Begriff, denn mittlerweile hat er sich auch durch andere Bücher eine große Fangemeinde erschrieben. Im Januar erscheint der dritte Band einer Saga, die sich nicht gut in eine Schublade pressen lässt, aber ein bisschen in Richtung Urban Fantasy für Erwachsene geht. „Drachengift“ (PIPER) ist der Folgeroman von „Die Mächte desFeuers“ und „Drachenkaiser“, einer Reihe, die ganz nach Heitz Art mit komplexen Erzählsträngen für ordentlich Spannung sorgt und den Leser zum mitdenken anregt.





Die Traumknüpfer Buchdeckel „978-3-608-96016-7 Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur

Für den Februar empfiehlt der Heyne Verlag eine junge deutsche Autorin, die mit „DieTraumknüpfer“ ihr Debüt veröffentlicht. Der Roman spielt in einer Welt, in der Jahreszeiten über Träume verbunden sind. Als der Traum einer Göttin zerplatzt und die Traumsplitter, die ihrem Träger große Macht verleihen, in die falschen Hände geraten, bricht ein Krieg aus. Klingt nach einer tollen Grundidee.
Gute Erfahrungen habe ich bereits mit dem Autor Michael J. Sullivan gemacht. Seine Reihe namens „Riyria“, die sich um die beiden Diebe Hadrian und Royce dreht, die mit viel Charme, Eigensinn und einer gewissen Portion Humor durchs Leben ziehen und sich eher guten Taten zuneigen, als weiterhin zu stehlen, bekommt im Februar Zuwachs. Band 5 erscheint unter dem Titel „Das Fest von Aquesta“.
Bettina Belitz ist eine Autorin, die ich erst vor kurzem für mich entdeckt habe. Meine Begeisterung über einen ihrer Jugendbuchromane war groß und so freue ich mich, dass sie 2016 (wieder einmal?) den Sprung ins Fantasygenre geschafft hat. „Diamantkriegersaga. Damirs Schwur“ (cbt) ist auf jugendliche Leser ausgerichtet und wird sicher weniger episch und brutal sein, als ein Teil der Erwachsenen Romane, die ich euch hier vorstelle, klingt mit den vom Verlag ausgewählten Tags „Geheimbund, Meisterdiebin, Unterwelt“ dennoch nach guter und spannender Unterhaltung.





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Der März ist der Monat der Leipziger Buchmesse und damit einer der Monate in denen wir mit Neuerscheinungen geradezu geflutet werden. Die Hobbit Presse des Verlags Klett-Cotta setzt sogar noch einen drauf und widmet sich der Neuauflage eines Klassikers der fantasischen Literatur. Und ich freue mich wie eine Schneekönigin, denn – wie viele andere Leser sicher auch – bin ich durch den belletristischen Roman „H wieHabicht“ von H. McDonald auf den Autor T.H. White aufmerksam geworden, der mir zwar namentlich ebenso ein Begriff war, wie sein Werk „Der König auf Camelot“, der es aber bisher nicht in mein Bücherregal geschafft hat. Obwohl ich die Disney Verfilmung „Die Hexe und der Zauberer“, für die das Buch als Grundlage diente, sehr gerne mag. Seine Bücher waren bisher aber entweder vergriffen, gebraucht oder unbezahlbar und ich finde es wirklich toll vom Verlag den Lesern nun eine Neuauflage des Romans anzubieten.
Klett-Cotta lässt sich im März nicht lumpen und bringt noch zwei weitere Bücher auf den Markt. „Das Licht hinter den Wolken“ von O. Plaschka, ein Roman über Zauberer und Magie, gibt es schon seit 2013, erscheint am 19.03. aber nochmals in einer kostengünstigeren Taschenbuchausgabe.
Willkommen inNight Vale“ von J.Fink und J. Cranor ist auf den ersten Blick nicht als Fantasroman erkennbar. Das Cover ist modern, hat etwas von Popart und die Farben sind viel zu bunt. Was genau mich im Buch erwartet, ist mir ebenfalls nicht ganz klar und trotzdem übt das vom Verlag beworbene Zitat „Das Schicksal ist schlimmer als der Tod. Das waren die Gesundheitsnachrichten“, sowie die Empfehlung als „bestes Buch der letzten Jahre“ durch den Fantasyautor Patrick Rothfuss, so viel Faszination auf mich aus, dass ich mich der Ungewissheit stellen und das Buch lesen möchte.
Autorin Nina Blazon hat sich bereits einen Namen im Bereich der Jugendfantasy erworben. Sie glänzt durch vielfältige Ideen und der Fähigkeit ihre Bücher in unterschiedlichen Themenbereichen anzusiedeln. Obwohl sie mir manchmal schon etwas nah an der Grenze zur Romantasy (romantische Fantasy) ist, weiß ich, dass ich mich bei ihren Büchern auf gut durchdachte Geschichten verlassen kann. Ihr neuster Roman „Silfur“ lockt mich zudem mit dem mystischen Setting der Insel Island.
Aus dem Jugendbuchprogramm des PIPER Verlags stammt „Die Magie der Namen“ von N. Gozdek (PIPER IVI). Junge Menschen werden zunächst nur durch eine Nummer gekennzeichnet. Erst am Tag der Namensgebung bekommen sie einen Namen. Von Nr. 19 sehnsüchtig erwartet. Doch wer oder was steckt hinter dem Namen, den er erhält? Klingt nach einer guten Idee. Ich hoffe, dass ich mich hier nicht vom hübschen Cover habe verleiten lassen und eine gute Geschichte bekomme.
2016 ist das Jahr der Meister. Neben Heitz, Peinkofer und Hennen ist Christoph Hardebusch ein weiterer altbekannter und erfolgreicher Autor, der einen neuen Roman veröffentlicht. Sein Titel: „Feuerstimmen“ (PIPER). Sein Inhalt: von hoher Anziehungskraft, denn Drachen spielen die Hauptrolle und die Voraussage spricht von einem großen Kampf. Ich glaube es wird dunkel, düster, spannend, episch und freue mich schon mächtig.

Silfur - Die Nacht der silbernen Augen Die Magie der Namen Feuerstimmen

Welche Fantasyneuerscheinungen des ersten Viertels im neuen Jahr habt ihr schon dick in den Kalender eingetragen?
Welches der hier vorgestellten Bücher hat eure Neugier geweckt?
Welcher Verlag ist für euch ein Garant für gute Fantasyunterhaltung?

Welche „alten“ Werke, Neuerscheinungen, Neuauflagen sollte ich mir dringend auf die Wunschliste schreiben?

21.01.16

Sieben Heere / Tobias O. Meissner



30 Soldaren marschieren in Hagetmau ein. Einem jener Örtchen des Reichs Akitanien, das demnächst fest in die Hand der König von Nafarroa übergehen soll. Es ist nur eins der sieben Heere, die in die sieben Ortschaften Akitaniens einziehen, um – jedes auf seine Art – Volk und Land einzunehmen. Die Hagetmauer haben es eigentlich noch ganz gut getroffen, denn der Capitar der Soldaren versucht auf friedlichem Wege und mit viel Geschick in Kommunikation und Kriegsführung das Volk dazu zu bringen, sich der noch jungen nafarroanischen Königin zu unterwerfen. Doch da hat er seine Rechnung ohne die hagetmauer Bevölkerung und einen maßgeblichen Wink des Schicksals gemacht.

Tobias O. Meissner ist für mich einer der ganz Großen am Fantasy Himmel. Meine Meinung bilde ich mir aus seiner literarisch hochwertigen Sprache und Geschichten, die zum Teil sehr kritisch Zeitgeschehen bzw. Entwicklungen aus der realen Welt decken. Die Anziehungskraft seiner Bücher entsteht nicht aus rasanter Action, sondern einem gut durchdachten Konzept, dem er einen ganzen Roman durch treu bleibt, ohne sich ablenken zu lassen.

„Sieben Heere“ ist von allen Büchern, die ich von ihm bereits gelesen habe, der Roman, der am schlichtesten gehalten wird. Was keinesfalls negativ zu sehen ist, denn dies geschieht über klare Sprache und Struktur, der Leser kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, ohne sich mit dem – was steckt dahinter? - zu beschäftigen und wird geistig doch stark gefordert.


Hagetmau gerät eigentlich durch einen dummen Zufall in die Situation sich entscheiden zu müssen, den Nafarroanern den Kampf anzusagen oder sich zu fügen. Einige der Dorfbewohner sind sehr renitent, andere ängstlich und um ihr eigenes Wohl besorgt. Keiner von ihnen ist in Kampfkunst oder Kriegsführung ausgebildet, keiner kann einschätzen, welche Kreise es zieht, wenn sie beginnen sich zu wehren. Können sie die Königin von Naffaroa einschüchtern oder bringen sie sich in viel größere Schwierigkeiten, als ihnen lieb ist. Der schildbürgerliche Eindruck, den sie zu Beginn machen, beginnt sich zu wenden und schon bald entwickeln die Ereignisse ein Eigenleben.

Tobias O. Meissner gelingt es eine fesselnde Atmosphäre aufzubauen, die sich vor allem dadurch trägt, dass der Leser sich immer wieder damit konfrontiert sieht, dass er selbst darüber nachdenkt, wie er entscheiden würde, welchen Schritt er als nächstes gehen würde und wie wenig einsehbar ist, welche Folgen damit einhergehen. Ein Ende, das alles und nichts möglich macht, hat bei mir den Wunsch geweckt, möglichst bald die Fortsetzung des Epos lesen zu können.

Buchinfo:


PIPER (November 2015)
416 Seiten
Klappenbroschur
16,99 €

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Tobias O. Meissner auf Fantasie und Träumerei:


Rezension "Die Soldaten"


20.01.16

[Nostalgie Mittwoch] Rotkäppchen muss weinen - Beate Teresa Hanika



Eine meiner Lieblingsautorinnen ist Beate Teresa Hanika. Sie schreibt Jugendbücher, die Themen behandeln, die ihr am Herzen liegen. Themen, die berühren, bewegen und nachdenklich stimmen. Themen, von denen man sich wünscht, dass es sie überhaupt nicht gibt.

Eins dieser Bücher ist „Rotkäppchen muss weinen“, in dem es um sexuellen Missbrauch geht. Missbrauch, der tot geschwiegen wird, denn der Täter ist das Familienoberhaupt. Dominant und richtungweisend. Was er sagt, wird gemacht. Das Opfer ist Malvina, gerade 13 Jahre alt, wehrlos, hilflos. Sie sollte sich nicht mit etwas auseinandersetzen müssen, das für Schäden an Körper und Seele verantwortlich ist. Sie ist in einer schönen Phase des Lebens, kommt in die Pubertät, sollte lernen, was erste Liebe bedeutet und nicht wie man Liebe als Mittel zum Zweck einsetzt, um eigene, perverse Bedürfnisse zu befriedigen. Beate Teresa gelingt es diesen sehr echten Zwiespalt, in den Malvina gebracht wird, deutlich darzustellen, womit sie sich ein wenig von anderen Romanen über Missbrauch abhebt. Immer wieder stellt man sich Fragen darüber, ob Familien so etwas tatsächlich nicht bemerken oder ob es eben einfacher ist, den Missbrauch unter den Teppich zu kehren, als ein Familienmitglied damit zu konfrontieren, was ein leichtes ist, denn die Opfer leiden meist sehr heimlich und still.

Beate Teresa Hanika hat einen wundervollen Erzählton. Mit Gefühl schreibt sie Geschichten, die mir sehr tief unter die Haut gehen. Sanft, leise, eindringlich. So wie das Cover des Romans, das der Verlag ganz passend zum Inhalt des Buches ausgewählt hat. Ich finde, dass es wichtig ist, dass solche Romane gelesen werden. Sie dienen der Aufklärung. Aufklärung von Opfern, die wissen, dass sie nicht allein sind und die Möglichkeit haben Hilfe zu bekommen, und auch Aufklärung des (familiären) Umfelds. Sie helfen zu sensibilisieren und die Augen zu öffnen.

Buchinfo:


FISCHER KJB (2010)
224 Seiten
Taschenbuch
6,95 €
Auch als HC der FISCHER Taschenbibliothek erhältlich

Beim Buchladen amFreiheitsplatz versandkostenfrei bestellen.

19.01.16

Sterne über der Alster - Micaela Jary

ACHTUNG! DIES IST DIE FORTSETZUNG VON „DAS HAUS AM ALSTERUFER“ UND KANN SPOILER ZU DESSEN INHALT ENTHALTEN!!



Die Dornhain Mädchen gehen den unterschiedlichsten Aufgaben nach, als ihr Vater, der Reeder Victor Dornhain sich das Leben nimmt. Lavinia, die jüngste der Drei, dient als Telefonistin dem deutschen Reiche, Nele verbringt ihre Zeit mit Lavinias Ehemann Konrad in der Schweiz, damit dieser dort weiter genesen kann, und Ellinor bleibt als Erbin des Dornhain Vermögens in der elterlichen Villa in Hamburg zurück. Allein mit der Last, die der Vater ihr nicht nur mit seinem Tod, sondern auch der Enthüllung eines prekären Geheimnisses, auferlegt hat.

Während das private Umfeld der Dornhain Mädchen zusammen zustürzen droht, entwickelt sich ein politischer Umbruch, für den Nele einst gekämpft hat, dessen Auswirkungen sie aber in dieser Form nicht gewollt hat. Kaiser Wilhelm II. erklärt seinen Rückzug. Arbeiterproteste und Aufstände durch gewaltbereite Mitbürger, die sich davon ein freieres Leben und Unabhängigkeit von der oberen Bevölkerungsschicht versprechen, krempeln den Alltag der Familie völlig um und werden zur unübersehbaren Gefahr.



Romane, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielen, üben seit einer gewissen Zeit eine große Faszination auf mich aus. Obwohl ich froh bin, nicht zwischen zwei Weltkriegen, Arbeiterevolten und einem Zeitalter, in dem Frauen so wenige Rechte hatten, aufzuwachsen, finde ich es spannend auf literarischem Wege dorthin zu reisen. Eine Zeit, in der viele Menschen Not leiden mussten, in der das Land aber auch in großer Aufbruchsstimmung war, Hoffnungen geschürt wurden und Entwicklungen vonstatten gingen, die vielleicht nicht so schnelllebig waren wie heute und für uns nun zum Alltag gehören, damals aber als revolutionär galten. Um einen authentischen Roman darüber zu schreiben, ist eine ausführliche Recherche von Nöten. Eine aufwendige Arbeit, die von Micaela Jary sehr gewissenhaft betrieben wird und ihren Lesern den Genuss bereitet, einiges über die beschriebenen Gegebenheiten des Zeitalters zu lernen.

Und das ganz nebenbei. Ohne belehrend zu wirken. Viel mehr noch – sie bietet großartige Unterhaltung. Versteht ihr Handwerk in solchem Maße, dass sie mühelos das eine mit dem anderen verknüpft und Historie in eine Geschichte einbettet, die einen großen Sog entwickelt. Mit dem zweiten Band noch mehr, als mit Teil eins. Ich lese mich immer mehr hinein in die Geschichte, fühle mich schon als Teil der Dornhain Sippschaft und genieße die Zeit mit ihnen. Versuche mich Großmutter Charlottes mahnenden Blicken zu entziehen, runzle die Stirn über Livis Eigenschaft sich in jeden adretten, gut situierten Mann zu verlieben, hege große Sympathien für Nele und Klara und bin sehr gespannt, wie Ellinors Entwicklung weiter gehen wird. In wie weit wird man sie als Erbin der Reederei akzeptieren? Und wie werden sich die Dornhain Schwestern weiterhin in die historischen Ereignisse des Landes, die mir als Leser ja zum Teil bekannt sind, einfügen?



Micaela Jary hat eine wundervolle Familien Saga entworfen, in der die Bedeutung vier starker Frauen im Vordergrund steht. Vier Frauen, die trotz gleichen Blutes, sehr unterschiedlich sind und mit viel Liebe zum Detail entworfen wurden. Figuren, die sich authentisch in die Historie Deutschlands einfügen.

„Sterne über der Alster“ ist eine ausgesprochen gelungene Fortsetzung des Romans „Das Haus am Alsterufer“ und hat mir sogar noch ein bisschen besser gefallen, als der Vorgänger. Mit Begeisterung bin ich zwischen die Buchseiten getaucht und habe mich von der Atmosphäre der Kaiserzeit und den widrigen Umständen, denen Familie Dornhain ausgesetzt war, mitreißen lassen. Wer den ersten Teil mochte, der wird an der Fortsetzung seine wahre Freude haben. Wer noch keinen Band der Saga oder anderen Roman der Autorin gelesen hat, der sollte dringlichst damit beginnen.


Buchinfo:

PIPER(November 2015)
432 Seiten
Taschenbuch
9,99 €

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