09.12.17

Wintersterne - Isabelle Broom




Eine Reise ins magische, verschneite Prag: Für Megan, Hope und Sophie ist das die perfekte Gelegenheit, um vor ihren Problemen wegzulaufen. Sie lernen sich in einer Hotelbar kennen, und obwohl die drei Frauen völlig unterschiedlich sind, verstehen sie sich auf Anhieb. Gemeinschaftliche Streifzüge durch die winterlich verzauberte Stadt konfrontieren sie mit ihrer Vergangenheit und führen sie zu besonderen Begegnungen. Und vor allem zu sich selbst.(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Sophie ist verliebt wie am ersten Tag. Deshalb freut sie sich so sehr auf die Reise nach Prag, die sie gemeinsam mit ihrem Liebsten Robin antreten möchte. Prag ist die Stadt, in der sie sich vor 10 Jahren kennengelernt haben, die Stadt, in der ihre Liebe begonnen hat. Sophie muss erstmal alleine reisen. Doch sie ist sich sicher - Robin wird ihr in die Stadt ihrer Liebe folgen.

Hope ist frisch getrennt von ihrem Ehemann Dave. Jahrelang haben sie nur noch aneinander vorbei gelebt. Haben sich nicht getraut miteinander zu sprechen. Sind sich aus dem Weg oder auf die Nerven gegangen. Dann hat Hope Charlie kennengelernt und festgestellt, wie schön und aufregend das Leben auch für sie sein kann. Sehr zum Leidwesen ihrer Tochter Annette hat sie den Schritt gewagt und sich gegen ihre Ehe mit Dave entschieden. Leider auf sehr unschöne Art, was dazu geführt hat, dass Annette nicht mehr mit ihrer Mutter sprechen möchte. Hopes Mutterherz ist zerrissen. Gemeinsam mit Charlie versucht sie in Prag zur Ruhe zu kommen.

Megan, Fotografin, Single aus Überzeugung und ohne Sinn für das andere Geschlecht, denn das hält sie nur von ihrer Arbeit ab, blockiert sie in ihrer Kreativität, reist gemeinsam mit ihrem Freund Ollie nach Prag. Der hat sie einmal, als sie beide betrunken waren geküsst, weshalb Megan nun immer so ein flaues Gefühl im Magen hat und alles was Ollie tut mit großem Argwohn betrachtet. Sie baut eine Mauer um sich herum, die höher und höher zu werden droht. Zerstört sie damit ihre Freundschaft zu Ollie?

Drei Frauen, drei Geschichten, eine Stadt. Nichts gänzlich Neues und so kommt die Geschichte auch zu Anfang rüber. Isabelle Brooms Erzählton plätschert so vor sich hin und macht den Eindruck, als wolle sie mich langweilen, bis - ja bis sich plötzlich alles ändert. 

Auf ganz falsche Fährten hat sie mich gelockt. Umso erstaunter (und erfreuter) war ich, als ich die wahren Geheimnisse der drei Frauen entdeckte. Als ich einen tieferen Einblick in ihre Seele bekam und dort drei Schicksale entdeckte, die auf die eine Art alltägliche Allerweltsprobleme beschäftigten, diesen andererseits aber auch ihren ganz individuellen Stempel aufgedrückt haben.

"Wintersterne" ist ein herziger Roman voll winterlichem Flair, der in mir den Wunsch weckte einmal nach Prag zu reisen. Sollte sich dieser erfüllen, werde ich die Schauplätze des Romans besuchen und an die Geschichten dieser drei tollen Frauen denken. "Wintersterne" steckt voller sympathischer Protagonist, erzählt von Mut und Traurigkeit, von Verzweiflung, Hoffnung und Sehnsucht. Erzählt von Menschen, die ich gerne persönlich kennen würde und Schicksalen, die mir jederzeit auf der Straße begegnen könnten.


Buchinfo:

Diana (2017)
448 Seiten
Taschenbuch
9,99 €
ÜBERSETZUNG: Uta Rupprecht

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06.12.17

Die Getreuen und die Gefallenen 01: Macht - John Gwynne




Wo sich die Verfemten Lande erstrecken, färbte Blut die Welt einst rot. Wo heute uralte Ruinen stehen, bezwangen Menschen Giganten. Wo einzig das Heulen der Woelven erklingt, brannte vor tausenden Jahren die Welt.
Doch zu lange haben sich die Menschen in Sicherheit gewähnt. Nun weinen die Gigantensteine Blut, und in den Verfemten Landen regt sich erneut, was für immer verbannt sein sollte. Ein uralter Feind hat längst eine Allianz geschmiedet und wartet darauf, dass seine Stunde kommt. Und nur einer vermag es, ihn aufzuhalten, wenn die Schwarze Sonne die Welt betritt …
(Text & Cover: © Blanvalet; Foto: © N. Eppner)

Ich sah "Macht" und wusste:"Das Buch will ich lesen!" Eigentlich müsste ich es besser wissen - aus Erfahrung, aus klarem Menschenverstand - scheinbar ist das aber nicht so. Je höher die Erwartungen, je tiefer falle ich. Das ist nicht immer so, aber ein Buch muss schon viel leisten, wenn von Anfang an Forderungen an die Geschichte gestellt werden. Wenn diese dann nicht erfüllt werden ... oh, oh.

Der Einstieg in den ersten Band der "Die Getreuen und die Gefallenen" Tetralogie war eigentlich ganz okay. Die Figuren sind sehr sympathisch, ich bekomme einen Einblick in ihre Gefühlswelt, ihre Sichtweise, begleite sie hautnah bei dem was sie erleben. 

Dann kommen mehr und mehr Charaktere hinzu - auch hier die meisten sympathisch - und das Verwirrspiel beginnt. Gefühlt heißen die Männer alle gleich. Entweder irgendwas mit K, mit V oder mit M. Protagonisten sowie Nebenfiguren.

Ich habe das Gefühl die Orientierung zu verlieren. Trotz einer Auflistung der handelnden Personen im Anhang. Der rote Faden ist auch eher verschlungen, hat hier und da einen Knoten und beides zusammen ist schon etwas mühselig.

Obwohl ich so nah an den Protagonisten dran bin, habe ich das Gefühl sie nur oberflächlich zu kennen. Die lässige Schreibe, die mir obwohl sie mich wenig fesselt, ermöglicht, dass ich schnell durch das Buch fliege, ist sicherlich mit verantwortlich für die Tatsache, dass ich keinen tiefgründigen Zugang zu den Figuren bekomme.

Einzig der junge Corban erreicht mich, aber ich begegne ihm leider viel zu selten, denn immer dann, wenn ich ihn begleite, wechselt der Erzähler schon wieder zu einer anderen Figur. Mit diesen an wichtigen Punkten endenden Kapiteln schafft manch ein(e) Autor(in) Spannung, John Gwynne aber leider nicht, weil es so viele angefangene Informationen sind, die gefühlt nicht zu Ende gedacht werden.

Was mich sehr gestört hat war, dass Sätze oft wiederholt wurden. Nicht immer in der gleichen Konstellation, aber schon so, dass ein Wiedererkennungswert da war. 

Ich möchte "Macht" aber nicht gänzlich schlecht reden. Es gibt wirklich einige sehr nette Figuren, eine "Auflösung", die nicht schwarz-weiß ist (sehr positiv) und einige spannende Handlungen. Insgesamt konnte mich das Buch nicht überzeugen. Vielleicht ist es aber trotzdem was für dich?!


Buchinfo:

Blanvalet (Juni 2017)
832 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
16,00 €
ÜBERSETZER: Wolfgang Thon

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03.12.17

Geschenkideen für Pferdemädchen und -jungs

WERBUNG*

(Foto: © Kerstin Grüttner Tierfotografie)



MIT FREUDE LERNEN | Sehen - Hören - Wissen Pferde und Ponys

Ein feines Sachbuch, das auch schon für die kleinsten Pferdefans geeignet ist. Von Hufauskratzen über Pferdesprache bis hin zum Kutsche fahren, bekommen Kinder hier einen sachlich fundierten Einblick in die Welt der Pferde.

Das besondere am Buch: eine Leiste am Seitenrand des Buches erweitert die Texte durch eingesprochenes Sachwissen. Einfach auf das entsprechend passende Foto drücken und schon ist Pferdeschnauben oder Hufgetrappel zu hören. So können Kinder sich auch ohne vorlesen mit Pferdewissen beschäftigen.

Coppenrath | 14,95 €


LICHT IM DUNKELN | Nachtlicht Pony Mein kleiner Ponyhof


Ein sanftes und beruhigendes Licht sorgt dafür, dass die lieben Kleinen beruhigt einschlafen können. Kinder, die im Dunkeln Angst haben und ein wenig Licht brauchen, um sich sicherer zu fühlen, sind hiermit gut versorgt. Eine Timerfunktion sorgt dafür, dass das Licht nach 15 Minuten wieder ausgeht.

Coppenrath | 9,95 €






HÖRVERGNÜGEN | Die Haferhorde 09: Süßer die Hufe nie klingen von Suza Kolb; Sprecher: Bürger Lars Dietrich

Weihnachten steht vor der Tür und die witzigen Ponys Schoko und Keks können kaum erwarten Geschenke zu bekommen und den Weihnachtsmann zu sehen. Als sie ihn dann tatsächlich entdecken, steht ihr Weihnachtswunsch fest: Weihnachtsponys sein. 
Und schon schnell ist ihnen klar, dass Geschenke nicht das wichtigste am Weihnachtsfest sind.

Die Weihnachtsausgabe der Haferhorde ist mit besonders viel Liebe gestaltet. Weihnachtsmelodien und ein singender Bürger Lars Dietrich (ganz großartig in allen Stimmlagen und Dialekten der Ponys) sind die Krönung der heiteren Ponygeschichte, die ganz genau zeigt, dass das wichtigste an Weihnachten ist für andere da zu sein und die Feiertage mit den Liebsten zu verbringen. 

Ein fröhliches und besinnliches Ponyabenteuer für die ganze Familie. Nicht nur zur Weihnachtszeit ein großes Hörvergnügen.

Der Audio Verlag | 12,99 € | ungekürzte Lesung


(Zu den anderen Haferhorde Abenteuern gelangst du über diesen Link)




DER KLASSIKER | Blitz 01. Der schwarze Hengst von Walter Farley

1941 erstmals erschienen wurde der Pferdebuchklassiker 2017 vom Coppenrath in moderner Optik neu aufgelegt. 

Alec und der wilde Hengst Blitz, der niemand an sich heranlässt, stranden nach einem Schiffsunglück auf einer einsamen Insel und kämpfen ums Überleben. Als sie gerettet werden, stellt sich die große Frage: wohin mit dem unberechenbaren Hengst? Sind er und Alec so weit zusammengewachsen, dass sie beide eine Karriere auf der Rennbahn starten können oder ist Blitz zu sehr Wildpferd, um sich der Zivilisation anzupassen?

Die "Blitz" Reihe ist eine zeitlose Serie für alle, die Pferde lieben. Keiner der Bände verliert an Spannung. Immer wieder im Mittelpunkt die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter, sowie das aufregende Leben auf der Rennbahn. Ein MUSS im Regal eines jeden Pferdeliebhabers.

Coppenrath | 9,99 €







VERRÜCKT, WITZIG, FRECH | Pippa 01. Mein (halbes) Leben ist ein Ponyhof von Barbara Tammes

Pippa hat eine gespaltene Persönlichkeit. Man könnte auch sagen, sie lebt in zwei Welten. Auf dem Ponyhof ihrer Mutter und bei ihrem Vater in der Stadt. Dass ihre Eltern getrennt sind, trennt auch irgendwie Pippa, denn beide Leben sind so unterschiedlich, dass Pippa manchmal echt ins Schleudern gerät. Nicht nur was die Auswahl ihrer Klamotten betrifft, sondern auch was sie denken und tun soll.

Pippas turbulentes (und pubertäres) Leben ist nicht nur witzig erzählt, sondern auch fröhlich gestaltet. Wie eine Art Tagebuch oder Bullet Journal. Das verleiht dem Buch eine freche Optik, die hervorragend zum Inhalt passt.

Coppenrath | 12,99 €

TROCKENZEIT | Badeponcho Mein kleiner Ponyhof
In der Reihe "Mein kleiner Ponyhof" sind Produkte erschienen, die den Alltag um vier Hufe und ganz viele Ponys bereichern. 
Der Badeponcho ist für etwa 2-5 jährige Kinder geeignet und aus 100 % Baumwolle. Bei 40° waschbar ist er pflegeleicht und macht jedes Abtrocknen zur Freude. 

Coppenrath | 24,95 €






MYSTERIÖS | Wolkenherz. Die Spur des weißen Pferdes von Sabine Gieken

Jola und ihr Vater sind von Neuseeland zurück nach Deutschland gezogen. Erstmal in eine kleine Wohnung auf dem Ginsterhof, dem Reiterhof eines Freundes von Jolas Vater, bis sie etwas passendes eigenes gefunden haben. Jola fällt es schwer Anschluss zu finden. Sie hat das Gefühl auf dem Reiterhof nicht erwünscht zu sein. Reiten kann sie auch nicht. Doch dann taucht eines Nachts ein Schimmel auf. Wie aus dem Nichts. Jola kann spüren, dass es da irgendetwas gibt, dass der Hengst ihnen allen mitteilen möchte.

"Wolkenherz" ist von vorne bis hinten spannend und geheimnisvoll. Leise erzählt Sabine Giebken, die mich auch schon mit ihrem Roman "Über uns das Meer" von ihrem sanften Erzählton begeistern können, der so gut Sehnsucht und Wünsche der Protagonisten zum Ausdruck bringen kann.

In "Wolkenherz" verknüpft sie die Sehnsucht nach der Fremde, aber auch den Wunsch nach Wurzeln und einer Heimat, sowie dem Bedürfnis dazuzugehören, mit einer fesselnden unkitschigen Geschichte voller krimineller und mysteriöser Elemente in pferdiger Atmosphäre.

Magellan | 15,00 €






FÜR ECHTE PFERDELIEBHABER | Tessa von Antje Szillat

In der Tessa Trilogie, die in Zusammenarbeit mit Olympiasiegerin Nicole Uphoff entstanden ist, verpackt Antje Szillat die Geschichte von Rosie, dem Pferd ihrer Töchter, das ängstlich und scheu zur Familie Szillat kam und mit viel Geduld und Verständnis zu einem erfolgreichen Turnierpferd geworden ist.

Die pferdige Protagonistin heißt nicht Rosie, sondern Ronja, und verlangt der pferdeverliebten Tessa einiges ab. Die hatte bisher viel Spaß mit ihrem Pony Carlos, das sich aber leider bei einem Ausritt so schwer verletzte, dass es nicht mehr reitbar ist. Eine Entscheidung für oder gegen ihn steht an, sowie für den weiteren Verlauf von Tessas reiterlicher Karriere.

Von meinen Eltern habe ich gelernt, dass Pferde mehr sind als Partner im Sport. Vor allem auch, dass wir viel von ihnen lernen können. Erst wenn ein*e Reiter*in das verstanden hat, kann er / sie mit seinem Pferd zusammenwachsen. In vielen Reitschulen wird dies nicht vermittelt. Deshalb freut es mich umso mehr, dass es "Tessa" gibt, ein Buch, aus dem viele kleine unerfahrene, aber auch große, fortgeschrittene Reiter*innen lernen können, was die Arbeit mit dem Pferd bedeutet. Ein Buch, das helfen kann den eigenen Blickwinkel zu verändern.

Bisher erschienen: "Tessa 01. Entscheidung des Herzens" und "Tessa 02. Aufbruch ins Glück". Band 3 "Tessa. Ein Freund fürs Leben" befindet sich in Arbeit (Stand: 12.2017)

Coppenrath | 9,99 €






PHANTASTICH | Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater

Im November kommen sie an Land. Die Capaill Uisce. Die Pferde aus dem Meer, die blutrünstig und unbezähmbar sind. Trotzdem versuchen die Männer der Insel jedes Jahr im Herbst einige von ihnen zu fangen und beim großen Rennen zu reiten. Kein anderes Pferd ist schneller als ein Capaill Uisce. Aber auch keins gefährlicher. Sie sind Raubtiere, die nur dem Ruf der See folgen und keine Bindung zu irgendwem aufbauen können.

Sean Kendrick ist so was wie ein Pferdeflüsterer. Er hat das besondere Händchen für Pferde und wird immer dann gerufen, wenn eins der Pferde aus dem Meer auf einen Menschen losgeht. Er spürt ihn, den Ruf der See. Kann ihren Wunsch nach Freiheit verstehen, spürt er ihn doch selbst. Aber zähmen kann auch er sie nicht. Trotzdem ist er ungeschlagener Sieger der letzten vier Rennen. In diesem Jahr wird er erneut herausgefordert. Diesmal nicht nur von leichtsinnigen Männern, die dem Tod ins Auge blicken möchten, sondern von einem Mädchen auf seinem Pony. 

Maggie Stiefvater zaubert eine Atmosphäre wie ich sie mir für den Herbst wünsche. Düster, bedrückend, einnehmend. Ihre Charaktere sind nicht alle sympathisch. Manche können es sich erarbeiten, manche schaffen es nie gemocht zu werden. "Rot wie das Meer" ist eine Geschichte, die es sich zu lesen lohnt. Die sich ins Gedächtnis frisst mit ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Dem Wunsch zu überleben und zu leben. Eindringlich, unkitschig, aufregend.

Script 5 | 18,95 €




* da mir einige (nicht alle) der vorgestellten Bücher und Produkte zur Verfügung gestellt wurden, bin ich aus rechtlichen Gründen dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Ich bekomme kein Geld dafür. Meine Meinung zu den vorgestellten Artikeln wird dadurch nicht im geringsten beeinflusst.

22.11.17

Am Ende der Reise | Edward Docx




Lou fährt seinen unheilbar kranken Vater Larry zu einer Klinik in Zürich – sein Vater möchte Sterbehilfe in Anspruch nehmen, was in seiner Heimat England gesetzlich verboten ist. Als nach vielen Kilometern in ihrem 80er- Jahre-VW Lous ältere Halbbrüder nach erstem Widerstand doch noch dazustoßen, deckt die Reise immer mehr innerfamiliäre Befindlichkeiten auf. Sie kämpfen, streiten, lachen, betrinken sich, philosophieren über das Leben und sich selbst – ein Roman, in dem sich jede Leserin und jeder Leser sofort finden wird!
(Text & Cover: © Kein & Aber; Foto: © N. Eppner)

Lou ist derjenige seiner Söhne, zu dem Larry die engste Verbindung hat. Vielleicht, weil Lous Mutter Larrys große Liebe war. Die Frau, durch die er sich erst richtig lebendig und komplett fühlte. Nun ist Larry erkrankt. Der Verlauf der Krankheit wird unweigerlich zum Tod führen. Bis dahin wird Larry seine Würde verlieren, weil er irgendwann nicht mehr in der Lage ist, lebenswichtige Dinge wie essen oder pinkeln alleine auszuführen. Um dem entgegenzuwirken, hat er beschlossen Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. In einer Klinik in Zürich. Lou wird ihn dorthin begleiten.

Der Kontakt zu seinen anderen Söhnen ist eher schwierig. Sie sind lediglich Halbbrüder von Lou. Larry hatte es früher nicht so sehr mit der Treue, hat sich mal in diesem, mal in jenem Bett wiedergefunden, hat sich ganz auf seinen Intellektuellencharme verlassen und ausgenutzt, das die Frauen dem Reihenweise erliegen.

Sein Verhalten hinterlässt Spuren bei all seinen Kindern. Sie rebellieren auf die ein oder andere Weise, versuchen ihn herabzusetzen, zu entwürdigen, ihr eigenes Selbstbewusstsein zu finden und ihren Platz in der Welt. Die Begegnung mit seinem Tod erfordert von allen eine Auseinandersetzung mit ihm und der Beziehung zwischen Vater und Sohne. 

Larry selbst scheint immer gewusst zu haben, was er wollte, wohin seine Reise führen soll. Weiß er heute noch. Er ist charmant, klug und schwierig. Hat einen ganz eigenen Blick auf seine Welt und hohe Erwartungen an seine Umwelt. Dass nicht alles so ist, wie es scheint, erfahren seine Söhne auf der Reise, während sie einen Einblick in das Leben des Vaters bekommen. 

Lohnt es sich im Angesicht des Todes noch zu lügen? Dinge zu beschönigen? Schütze ich damit meine Mitmenschen oder benötigen sie die Wahrheit, um sich auszusöhnen, ihren inneren Frieden zu finden? Hinterbliebene sowie der Sterbende gleichermaßen.

"Am Ende der Reise" ist ein kluges Buch, das uns das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen vor Augen führt. Es ist nicht immer ganz einfach, hier und da muss ein Satz zwei, dreimal gelesen werden, weil die Bedeutung tiefgründiger ist, als auf den ersten Blick ersichtlich. Trotzdem und trotz der Thematik ist es kein schweres Buch. Es ist berührend. Es ist philosophisch. Es ist spannend. Die Handlungen sind spannend konzipiert, aber noch viel mehr fesselt mich die Begegnung mit Leben und Tod. Mit Selbstbestimmung und Freiheit. Mit zwischenmenschlichen Beziehungen.



Buchinfo:

Kein & Aber (2017)
512 Seiten
Hardcover
25,- €
ÜBERSETZUNG: Jenny Merling, Anna-Christin Kramer

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Rezensionen, © 2017 Nanni Eppner

20.11.17

Dash & Lily. Neuer Winter, neues Glück | Rachel Cohn & David Levithan





Endlich - die Geschichte von Dash und Lily geht weiter ...
Seit Dash und Lily letztes Weihnachten ein Paar geworden sind, ist allerhand passiert: Lilys geliebter Großvater hatte einen Herzinfarkt und die Familie steht vor der schwierigen Frage, ob sie ihn noch zu Hause betreuen kann. Lily leidet sehr unter der angespannten Situation. Dabei steht in zwölf Tagen bereits wieder Weihnachten vor der Tür – Lilys Lieblingstage im Jahr! Höchste Zeit für Dash, ihr den magischen Zauber von New York City im Dezember wieder vor Augen zu führen …
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Ich weiß noch wie das war, wie es sich anfühlte, als ich "Dash & Lilys Winterwunder" las. Im Winter 2011. Auf dem Sofa meiner ersten eigenen Wohnung, zwischen Kerzenschein und Plätzchenduft, draußen schneite es. Perfekte Stimmung für diesen wirklich herzigen und sehr atmosphärischen Jugendroman, an den ich fortan jede Vorweihnachtszeit dachte. Nie wieder hat mich ein Winterweihnachtsroman so sehr begeistert und in vorweihnachtliche Besinnlichkeit versetzt wie die rührende und liebevolle Geschichte dieser zwei Jugendlichen.

Groß war die Freude, als ich sah, dass Cohn und Levithan abermals zusammenarbeiteten, um Dash & Lily wieder aufleben zu lassen. Noch viel größer die Erwartungen. Leider konnten sie nicht zu 100% erfüllt werden, aber Dash & Lily bleiben mein Weihnachtspärchen Nummer 1.

Fast ein Jahr ist vergangen seit Dash & Lily sich kennenlernten. Ein Jahr voller Ereignisse. Lilys Großvater hatte einen Herzinfarkt und damit nicht nur sein, sondern auch Lilys Leben komplett durcheinander gewirbelt. Angst begleitet sie seitdem, lässt sie ernster, erwachsener wirken. Sie hat sich weiterentwickelt, ist auf dem Weg ins Erwachsenenleben und das auf einem ziemlich rasanten Weg.

Dashs Tempo ist etwas ruhiger. Gefühlt ist er gegenüber Lily eher ein paar Schritte zurück. Die einstige Harmonie klingt schief. Alle beide bemerken, dass es irgendwie komisch zwischen ist, aber keiner ist in der Lage es auszusprechen. Dash nimmt die Sache in die Hand und startet einen Rettungsversuch ihrer Beziehung. Mit viel weihnachtlichem Gedöns, besinnlichen Augenblicken und auch einem kleinen bisschen Kitsch.

Irgendwie hatte ich es geahnt und trotzdem lange Zeit verdrängt - Dash & Lily können einfach nicht ein zweites Mal diesen Zauber auf mich ausüben, der mich damals so sehr begeisterte. Ich glaube, es hat auch etwas mit dem "ersten Mal" zu tun. Nicht DIESEM ersten Mal, das allerdings Thema in "Dash & Lily. Neuer Winter, neues Glück" ist, sondern mit den ersten Begegnungen, dem Kennenlernen zwischen den beiden, aber auch meinen ersten Malen, die mich in "Dash & Lilys Winterwunder" begegneten. Ich kann die beiden leider nur einmal kennenlernen, sie können sich nur einmal zum ersten Mal verlieben und und und.

Obwohl mir ein bisschen die Dash & Lily Vorweihnachtsmagie fehlte, ist es eine reizende vorweihnachtliche Geschichte, die mich oftmals zum Schmunzeln gebracht hat und die zeigt, das die Menschen die mir lieben das allerwichtigste im Leben sind. Wiedereinmal haben Cohn & Levithan Dash & Lily in unsere Herzen geschrieben, aber verzaubert haben sie mich leider nur beim ersten Mal.


Buchinfo:

cbt (Oktober 2017)
320 Seiten
Taschenbuch
9,99 €
ÜBERSETZUNG: Bernadette Ott

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19.11.17

5 Adventskalender für Erwachsene + Gewinnspiel

#Werbung*






Der November geht mit großen Schritten dem Dezember entgegen und damit auch der Adventszeit. Für mich eine der schönsten Zeiten des Jahres, die sich durch Gemütlichkeit auszeichnet, durch Vorfreude und vermehrtes Beisammensein mit lieben Menschen.

Seit ich denken kann begleiten mich Adventskalender durch die Adventszeit. Als Kind hat meine Mama für mich und meinen Bruder gebastelt, später bekamen wir Schokokalender oder Adventskalender Bücher. Adventskalender sind einfach eine tolle Begleitung durch die Adventszeit und unbedingt auch für Erwachsene geeignet. Eine Auswahl der schönen Exemplare aus dem Coppenrath Verlag stelle ich euch heute vor.

Außerdem könnt ihr ein eigenes Exemplar des Tee Adventskalenders gewinnen. Wie das geht, erfahrt ihr am Ende des Beitrags.





1 | Kinderzimmerhelden


Ein Adventskalender für alle Autoliebhaber. In schlichter schwarz-weiß Optik gestaltet, findet sich hinter jedem Türchen ein verstecken sich legendäre Spielzeug Autos wie z. B. der Ford Flareside Pick Up, Baujahr 1962, oder der Porsche 911 Targa, Baujahr 1978. 





2 | Im Winterwald - 24 Tannenbäumchen mit Teebeuteln

24 Tannenbäumchen, ein jedes gefüllt mit beliebten Teesorten wie aromatisierter schwarzer Tee, Gewürztee und Früchtetee mit Himbeer- , Erdbeer- und Kirschgeschmack, sowie viele andere leckere Sorten. Die kleinen Pyramiden sind so hübsch verziert, dass man sie liebend gern aus der Box herausnimmt und als Deko aufstellt.





3 | Advent mit Jane Austen

24 Geschichten und Aphorismen verpackt wie kleine Briefe verpackt, gebunden und mit einem kleinen Bändchen versehen, dass dem Buch einen Tagebuchcharme verpasst. Ein innen befestigter Brieföffner aus Holz, lädt zum zeremoniellen öffnen der Briefe und kurzem Innehalten ein. 





4 | 24 zauberhafte Adventsgeschichten

Ein Adventskalenderbuch, das mit den wunderschönen Tierillustrationen von Marjolein Bastin ausgestattet ist. Ein Hauch von Romantik und trotzdem lebensecht - perfekt für Tier- und Naturliebhaber. Kombiniert mit kleinen Geschichten verschiedenster Schriftsteller eine tolle Begleitung durch die Adventszeit.




5 | Memobord Nostalgische Weihnachtsgrüße

Ein Adventskalender aus weihnachtlichen Postkarten verschiedenster Weihnachtsmärkte. In nostalgisch hübscher Optik.




G E W I N N S P I E L 


Beantworte folgende Frage:

Was magst du an der Adventszeit am liebsten?

Teilnahmebedingungen:

  • Beantworte meine Frage im Kommentarfeld.
  • Es wäre schön, wenn ihr mir via GFC, Instagram, Twitter oder Facebook folgt. Ist aber kein Muss :)
  • Teilnehmen dürfen alle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die über 18 Jahre alt sind. Wer jünger ist, benötigt das Einverständnis seiner Eltern.
  • Der Gewinnspielzeitraum ist vom 19.11. - 23.11.2017 um 23:59 Uhr
  • Der / die GewinnerIn wird in diesem Beitrag bekannt gegeben. Wer per Mail benachrichtigt werden möchte, hinterlässt mir bitte die entsprechende eMail Adresse.

Viel Glück und eine schöne Adventszeit.


* da mir die Adventskalender vom Coppenrath Verlag zur Verfügung gestellt wurden, bin ich rechtlich dazu verpflichtet diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen.

17.11.17

[#JdKöKi] Abstimmung des Dezember Titels



Mir fehlen die Worte. Wie schnell ist bitte ein Jahr vorüber gegangen?
Die Aktion #JdKöKi ist gerade erst mit der ersten Runde gestartet und schon ist die letzte an der Reihe. Unfassbar. 
Im Januar werden wir - alle Teilnehmer der Aktion - noch mal Revue passieren lassen wie das #JdKöKi für uns war.
Mit ganz viel Wehmut stelle ich euch heute zum letzten Mal unsere Nominierten vor:





Hier gehts zur Abtimmung.
Diese läuft bis Dienstag, den 21.11.2017 um 23:59 Uhr


"Ein Glück für immer" | Ruta Sepetys | Anja von Der Bücherblog 


New Orleans in den Fünfzigerjahren: zwielichtige Gestalten, dunkle Gassen. Josie Moraine, Tochter einer Prostituierten, ist früh selbstständig geworden. Über dem Buchladen, den sie mit ihrem besten Freund Patrick zusammen führt, hat sie ein kleines Zimmer. Doch insgeheim träumt sie vom Smith College und einer Studentinnen-Freundschaft mit Charlotte. Und auch wenn das unerreichbar scheint für eine junge Frau ihrer Herkunft, will Josie sich nicht von ihren Plänen abbringen lassen.

Dann taucht der Gangster Cincinnati in der Stadt auf. Ein Mann wird ermordet. Und Josie muss Entscheidungen treffen, die ihr Schicksal bestimmen. (Quelle: Carlsen)


Das Buch spielt im New Orleans der 50er Jahre und allein dieses Setting finde ich schon so spannend, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte.

Ruth mag Wörter, vor allem Homophone, so wie "Ruth" und "ruht". Ihr alleinerziehender Vater kann damit nichts anfangen. Warum kann Ruth sich nicht benehmen wie andere Kinder? Die beste Idee, die er je hatte, ist, Ruth einen Hund mitzubringen. Sie nennt ihn Regen, denn er wurde im Regen gefunden – und das Wort ist ein Homophon.

Als ein Hurrikan die kleine Stadt heimsucht, geht Regen im Unwetter verloren. Ihr Vater hätte den Hund nie rauslassen dürfen. Bei Sturm! Ohne Halsband! Verzweifelt macht sich Ruth auf die Suche. Ein Glück, dass sie noch Onkel Weldon hat, der sie so viel besser versteht. (Quelle: Carlsen)


Lange habe ich überlegt, welcher mein letzter Kandidat beim Jahr der Königskinder sein soll. Es wurden quasi alle schon einmal nominiert und letztlich entschied ich mich für meinen persönlichen Liebling der Königskinder. "Die wahre Geschichte von Regen und Sturm" ist im Bereich Kinderbuch eingestuft, ich würde es jedoch als erwachsenes Kinderbuch bezeichnen. Ruth ist ein so bezaubernder Charakter, die Freundschaft zu ihrem Hund ist einfach ergreifend und dieses Drama hat mir glatt einige Tränen in die Augen geschossen. Mitten ins Herz und nie wieder raus.

Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). 
Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst. (Quelle: Carlsen)

Überall werden Rufe laut nach Diversity, Toleranz und den Blick über den Tellerrand im Jugendbuchgenre. Homosexuelle Paare sind gewünscht, ebenso starke Mädchenfiguren, die sich nichts gefallen lassen und ihren Weg gehen - genau das bietet "Cavaliersreise". Gepaart mit wunderschöner Sprache ist es eins der besondersten besonderen Bücher des Königskinderverlags.

"Sophie Soundso" | Hayley Long | Ina von Ina's Little Bakery

Sophie ist 14 und wohnt in Brüssel. Ihr Nachname ist Nieuwenleven. Ihre Mutter verlässt nie das Haus. So viel weiß sie genau. Aber was sind das für seltsame Erinnerungen - ihre Mutter, die eine Perücke trägt und die fünfjährige Sophie über einen Bahnhof zerrt. Wer ist dieser Fremde, der Sophies Vater plötzlich mit anderem Namen anspricht? Und wieso hat Sophie eigentlich als Einzige in der Klasse keinen Ausweis?

Plötzlich steht Sophies ganzes Leben Kopf - bis hin zu ihrer Sprache. Doch in einer Umgebung, in der Sophie nicht einmal mal weiß, ob ihr Name echt ist, kann die "Welt" schon mal zur "Wurst" werden und die "Hand" zur "Harke". Zusammen mit ihrer Freundin macht sich Sophie auf die Suche nach ihrer wirklichen Identität. (Quelle: Carlsen)


Ich entscheide mich jetzt einfach für Sophie Soundso, weils anders ist, hab ich mir sagen lassen und weils blau ist und weil das blaue Programm tatsächlich das einzige ist, das zwar komplett in meinem Regal steht, von dem ich aber bisher noch keinen einzigen Titel gelesen habe.

"Der 13. Stuhl" | Dave Shelton | Anni von Bücherstapel

Sophie ist 14 und wohnt in Brüssel. Ihr Nachname ist Nieuwenleven. Ihre Mutter verlässt nie das Haus. So viel weiß sie genau. Aber was sind das für seltsame Erinnerungen - ihre Mutter, die eine Perücke trägt und die fünfjährige Sophie über einen Bahnhof zerrt. Wer ist dieser Fremde, der Sophies Vater plötzlich mit anderem Namen anspricht? Und wieso hat Sophie eigentlich als Einzige in der Klasse keinen Ausweis?

Plötzlich steht Sophies ganzes Leben Kopf - bis hin zu ihrer Sprache. Doch in einer Umgebung, in der Sophie nicht einmal mal weiß, ob ihr Name echt ist, kann die "Welt" schon mal zur "Wurst" werden und die "Hand" zur "Harke". Zusammen mit ihrer Freundin macht sich Sophie auf die Suche nach ihrer wirklichen Identität. (Quelle: Carlsen)


Der 13. Stuhl von Dave Shelton ist mein Wunschkandidat für die letzte Abstimmungsrunde. 13 Stühle, 13 Gestalten, 13 Kerzen und 13 Geschichten. Was steckt dahinter? Ich erwarte Spannung und vielleicht auch ein bisschen Gänsehaut. Die perfekte Kombi bei verschneiten Tagen mit Tee und einer warmen Decke!

"Wörter auf Papier" | Vince Vawter | Nils von Bunteschwarzweisswelt

Victor ist der beste Werfer von ganz Memphis. Nicht nur beim Baseball. Jede Zeitung, die er austrägt, landet perfekt auf der Veranda. Doch wenn Victor an Freitag denkt, wird ihm mulmig zu Mute. Dann muss er das Geld bei den Abonnenten einsammeln. Und das, wo er so sehr stottert, dass er kaum zwei Wörter hintereinander herausbringt.

Der heiße Sommer 1959 bringt die seltsamsten Begegnungen mit sich. Da ist Mrs Worthington, die Kummer hat; der Fernsehjunge, der nie rauszugehen scheint; und der weise Mr Spiro, der Victor einen stotternden Dichter nennt. (Quelle: Carlsen)


Das Buch war das erste Buch, welches ich für #JdKöki nomiert habe und nun wird es das letzte sein.
Nach wie vor bin ich sehr neugierig, was die Geschichte rund um den stotternden Victor für uns bereithält und was er für Menschen kennenlernt und was er von ihnen mitnehmen kann.


"Jenseits des Meeres" | Jon Walter | Sandy von Nightingale's Blog

Ein Land im Bürgerkrieg. Eine Hafenstadt in Flammen. Nur ein einziges Schiff nimmt noch Flüchtlinge auf. Doch der Preis für die Überfahrt ist für die meisten viel zu hoch.

Wie sollen Malik und sein Opa an Bord kommen? Und wird Maliks Mutter es rechtzeitig zu ihnen schaffen?

Malik muss all seinen Mut zusammennehmen, damit ihm die Flucht gelingt. Sein Erfindungsreichtum, eine streunende Katze und Opas besonderer Zaubertrick sorgen dafür, dass er dabei nie die Hoffnung verliert.

Ein erstaunliches und zutiefst menschliches Debüt über Krieg und Hoffnung, Flucht und Heimat – erzählt durch die Augen eines Jungen. (Quelle: Carlsen)

„Jenseits des Meeres“ von Jon Walter ist eine Geschichte, wie man sie leider genauso gut in der Tageszeitung lesen könnte. Die Flüchtlings- und Bürgerkriegsthematik ist immer wieder erschütternd und ich möchte unbedingt erfahren, wie der Autor diese verarbeitet hat.


Stimme hier für deinen Favoriten ab.


JANUAR | "Salz für die See" von R. Sepetys


Ich habe viele Tränen geweint. Tränen der Trauer, der Wut und Tränen der Hoffnung in Hoffnungslosen Situationen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals ein Buch gelesen habe, das mich so bewegt hat.

"Salz für die See" ist ein außergewöhnliches Buch. Nicht in seiner Thematik, aber in seiner Umsetzung. Gefühlt geht jedes einzelne Wort tief unter die Haut. Brennt in den Kopf was einmal war und nie mehr so sein soll. Es ist ein Buch, das absolut jeder lesen sollte.

FEBRUAR | "Alles, was ich sehe" von M.L. Curtis


"Alles, was ich sehe" lebt von seinen Protagonisten. Ob Maggie mit all ihrer Wut und Verzweiflung, der stille Mason oder die extrem optimistische Clarissa - sie alle tragen dazu bei, dass dieser Roman eine wundervolle Erzählung wird.

Ein ganz besonderer Protagonist ist Ben. Er ist Autorin Marci Lyn Curtis wirklich gut gelungen. Ein Mensch, den ich gerne einmal treffen würde.

MÄRZ | "Das Schloss in den Wolken" von L. M. Montgomery

"Das Schloss in den Wolken" ist ein zeitloser Roman über Träume und den Mut diese in die Tat umzusetzen. Ich selbst trage die Verantwortung für mein Glück. Protagonistin Valancy geht mit gutem Beispiel voran und zeigt mir, dass nichts unmöglich ist, scheint es auch noch so schwierig.

APRIL | "Der Koffer" von R. Roe


Bevor ich mit "Der Koffer" begonnen habe, wusste ich, dass eine sehr bewegende und bedrückende
Geschichte auf mich zukommt. Dass der Roman solche Ausmaße annimmt, dass es diesen Verlauf gibt, der weit ab von dem ist, was man einen normalen Umgang mit Kindern und Jugendlichen nennt, damit habe ich nicht gerechnet. Robin Roe hat mich zutiefst erschüttert. Es macht mich traurig daran erinnert zu werden, dass es Menschen gibt, die so mit anderen umgeht. Und trotzdem gibt es ganz viele Momente, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Einfach, weil es nicht nur böse Menschen gibt, sondern auch ganz nette, die Anteil nehmen am Schicksal ihrer Mitmenschen, die sich interessieren und ihr Herz für Andere öffnen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Schicht sie entstammen.

MAI | "Der Geruch von Häusern anderer Leute" von B.-S. Hitchcock


„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ hat sehr viel in mir ausgelöst. Die Schicksale der Jugendlichen sind keine leichte Kost und nur schwer verdaulich. Immer dann, wenn ich am wenigsten damit gerechnet habe, haben sie wieder unter der vollen Härte des Lebens leiden müssen. Das hat mich emotional ziemlich aufgewühlt und immer wieder das Buch aus der Hand legen lassen, obwohl die darin konzipierte Spannung nach weiterlesen verlangte.

JUNI | "Zwillingssterne" von C. Moracho


Im Großen und Ganzen hat mir der Roman ganz gut gefallen. Die Grundidee ist gut und die Schreibe
holt mich dort ab, wo ich es nicht vermutet hatte. Eine kleine Kritik habe ich aber doch. Ab und an habe ich das Gefühl, dass sich die Autorin verzettelt. Weniger ist mehr. Hier und dort ein paar Szenen eingespart und die eigentliche Situation, die Schwierigkeiten, die Althea und Oliver belasten, ihr Leben zu einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch werden lassen, mehr auf den Punkt gebracht. Das hätte ich mir gewünscht.

JULI | "Jane & Miss Tennyson" von E. Mills


„Jane & Miss Tennyson“ ist das mehr als gelungene Debüt der Vloggerin Emma Mills. Zwischen
Devons romantischen Wünschen nach der großen Liebe, offenbart sich ein Roman mit viel Tiefgang. Ein Roman, der zeigt wie wichtig es ist eine eigene Meinung zu bilden und nicht hinter Oberflächlichkeiten herzurennen. Geschrieben von einer Autorin, die offensichtlich weiß wie wichtig wahre Freundschaft ist und was sie bedeutet.




AUGUST | "Winger" von Andrew Smith 



"Winger" hat mich echt umgehauen. Hier und da gab es zwar einige 
Längen und vielleicht wurde auch etwas oft, das Wort "pervers" genannt, ohne dass mir die Wichtigkeit der häufigen Nennung klar war, aber letztendlich ist es eine Geschichte, die mich beeindruckt und für ordentlich Gänsehaut gesorgt hat. Die ausgewogene Mischung aus Drama und Humor, sowie der extrem starke Protagonist Ryan Dean, der aufzeigt wie unterschiedlich Selbstbild und Außenwahrnehmung sein können und wie wichtig Freundschaft ist, hat bei mir einen bleibenden Eindruck.


SEPTEMBER | "Der Himmel über Appleton House" von S. E. Durrant



Es gibt kaum ein Buch, das die Gefühle einsamer Kinder so gut auf den Punkt bringt, so gut veranschaulicht, wie "Der Himmel über Appleton House". Es wird deutlich wie schwer es für Kinder ist, wenn ihnen alle oben genannten Dinge fehlen, in welche emotionale Krise sie dadurch gestürzt werden. Wut und Trauer verschmelzen, Emotionen verlassen das Ausmaß des Angemessen, Gefühle sind nicht mehr greifbar, müssen in Formen verwendet werden, in den sie sichtbar werden. Zerstörung und Gewalt, gegenüber Gegenständen, Menschen, sich selbst.

S.E. Durrant hat ein Buch geschrieben, das ich fest in mein Herz geschlossen habe. Es ist ein Buch, das Hoffnung gibt, wenn man glaubt, dass alles verloren ist. S. E. Durrant sorgt dafür, dass man den Himmel sieht.



OKTOBER | "Die Anatomie der Nacht" von Jenn Bennett

Ich liebe Bex und ihre Familie. Sie sind so herrlich aus dem Leben gegriffen, und liefern sich Wortgefechte, die bei mir häufig zum Schmunzeln führten. 

Jenn Bennett hat mich mit ihren ProtagonistInnen ebenso begeistern können, wie mit ihrer leichtfüßigen und wortgewandten Schreibe.

"Die Anatomie der Nacht" ist eine herzige Geschichte über die Erfüllung von Wünschen, kleinen Notlügen und der Kraft des Lebens.

15.11.17

[#JdKöKi] Die Anatomie der Nacht | Jenn Bennett



Vielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten, der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien schön findet.
Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen erblüht die Liebe.
(Text & Cover: © Carlsen; Foto: © N. Eppner)

Unscheinbarer Klappentext, aber eine Geschichte, die dich vom Hocker haut? Für solche Bücher hat der Königskinderverlag ein Händchen. In diesem Jahr ist es nun schon mehrfach vorgekommen, dass mich ein Buch nicht ansprach und dann völlig mitgenommen hat. 

Helden sind überall zu finden. Hier und dort, im realen Leben und in Geschichten. Schau dich nur mal um und du wirst sie entdecken. Jenn Bennett hat einige von ihnen ausfindig gemacht.

Bex, z.B., arbeitet hart für die Erfüllung ihres Traums. Einem Collegestipendium, denn ohne die finanziellen Hilfsmittel, kann sie sich keine schulische Ausbildung leisten. Sie möchte anatomische Illustratorin werden. Menschen und deren Innenleben zeichnen. Für Fachbücher, für die Forschung, für Ärzte und Krankenschwestern in der Ausbildung. Ein guter Job, denn sie sehr gewissenhaft verfolgt, obwohl sie von ihren Mitschülern deswegen aufgezogen wird. Zumindest so lange bis sie einer echten Leiche gegenübersteht.

Ihrer Mutter ist diese Ausdrucksform des künstlerischen Talents suspekt, aber sie muss diejenige sein, die Bex den Kampfgeist vererbt hat. Als Krankenschwester und alleinerziehende Mutter schiebt sie eine Schicht nach der anderen, um ihre Kinder zu versorgen.

Dadurch kann sie nicht immer ein Auge auf die beiden halten, was ihr Sohn Heath ausnutzt. Alkoholkonsum, obwohl er noch keine 21 ist, wechselnde Partner und Abbruch zweier Colleges. Seit kurzem ist er mit Noah liiert, der scheinbar solch ein netter und zielstrebiger Mensch ist, dass Katharina die Große (Bex & Heath' Mutter), ihn Sankt Noah nennt. Wenn Heath das vergeigt ...!!

Und dann gibt es Jack, der so gar nicht heldenhaft wirkt, in seinen schwarzen Klamotten mit der goldenen Spraydose im Gepäck. Jack, der nachts Graffittis sprüht und einen goldenen Apfel als Markenzeichen einsetzt. Hinter dem düster angezogenen Jungen steckt ein Mensch voller Überraschungen und mit einem großen, goldenen Herz.

Ich liebe Bex und ihre Familie. Sie sind so herrlich aus dem Leben gegriffen, und liefern sich Wortgefechte, die bei mir häufig zum Schmunzeln führten. 

Jenn Bennett hat mich mit ihren ProtagonistInnen ebenso begeistern können, wie mit ihrer leichtfüßigen und wortgewandten Schreibe. 

"Die Anatomie der Nacht" ist eine herzige Geschichte über die Erfüllung von Wünschen, kleinen Notlügen und der Kraft des Lebens.


Buchinfo:

352 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
17,99 €
ÜBERSETZUNG: Claudia Max

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09.11.17

[#JdKöKi] Der Himmel über Appleton House - S. E. Durrant




Ira und Zac müssen schon wieder umziehen – diesmal von einer Pflegefamilie ins Kinderheim. Es wird der erste Ort, an dem sie glücklich sind. Trotzdem: Ira sehnt sich nach dem Unmöglichen, nach einer richtigen Familie. Mit Mutter und Vater und einer eigenen Haustür. Aber die Geschwister sind nicht mehr klein und sie wollen zusammenbleiben. Keine guten Voraussetzungen. Am Ende finden sie dennoch ein Zuhause: in Martha, in Appleton House und in ihrem Garten. Und wenn der Abschied vom Kinderheim, von den Menschen dort, auch schwerfällt: Sie haben endlich ihr kleines Stück von Himmel gefunden. Für immer.
(Text & Cover: © Carlsen; Foto: © N. Eppner)

"Ich glaube, das Leben wäre einfacher, wenn alle ein Schild hätten. Denn dann müsste man nicht laut aussprechen, was man denkt, und wäre nie unfreundlich. Es ist wie lautloses Schreien. Vielleicht könnte man sogar einen Krieg beenden." (S. 51)

Ira und Zac leben im Kinderheim. Sie sind Waisen. Vielleicht aber auch nicht. Es gibt ein Foto von ihnen, ihrer Mama und einem schwarzen Hund. Zac glaubt, dass der Hund noch lebt. Dass er möglicherweise auf dem Foto noch jung war und dass er sich an Ira und Zac erinnern wird, wenn er sie wiedersieht. Der Hund, so glaubt er, ist bei ihrer Mama, die vielleicht auch noch lebt. Genaueres weiß man nicht, aber Zac möchte die Hoffnung nicht aufgeben.

Ira versucht auch gar nicht sie ihm zu nehmen. Sie ist nur wenige Jahre älter als er. Gerade mal neun und doch übernimmt sie eine Art Mutterrolle. Sorgt sich um Zac, denn er ist nicht so ganz einfach. Manchmal tosen die Gefühle aus ihm heraus wie ein wilder Sturm. Dann macht er Dinge, die den Erwachsenen nicht so gut gefallen und dann müssen Ira und Zac wieder umziehen. So richtig Zuhause sind sie nie.

In Appleton House ist es okay. Die anderen Kinder sind okay und auch die Angestellten sind okay. Außer Mrs Clanks, die Direktorin. Die schaut immer gleich verdrießlich und lacht sicher nie. Als Ira und Zac die Ferien in Appleton House verbringen dürfen, ist das wie ein schöner Traum, der nie enden soll. Doch dann ist es wieder einmal so weit. Zac lässt seinen Gefühlen freien Lauf. Und diesmal bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr.

"Aber unsere Gefühle liegen direkt nebeneinander, das heißt: Gerade noch sind wir fröhlich und dann plötzlich wütend und manchmal spüren wir auch gar nichts. Es ist beängstigend so zu sein." (S. 73)


Unerwartet ist dieses zierliche Königskind zu einem meiner Lieblinge geworden. Die Sprache ist leise und ganz fein. Auf die kindliche Perspektive der Ich-Erzählerin ausgerichtet, die, bedingt durch ihre Erlebnisse, schüchtern und ängstlich in die Welt blickt, aber wie eine Löwin kämpfen kann, wenn es um ihren Bruder geht. Ein letzter Teil ihrer Familie. 

Die Autorin nimmt den Leser ganz sanft mit in eine Geschichte, die mich mit jeder Seite mehr berührte, am Ende sogar zu Tränen rührte. Da sind diese beiden Kinder, die so stark sein müssen und gleichzeitig so verletzlich sind, weil ihnen jeglicher Halt fehlt. Die nie Wurzeln bilden konnten und die Liebe, Geborgenheit und Nestwärme einer Familie nicht kennen. Die unsicher sind im Umgang mit anderen Menschen, weil man ihnen nie Stabilität bieten konnte, weil es immer wieder Bindungsabbrüche in ihrem Leben gab und die sich nichts mehr wünschen als eine Heimat. Einen Ort, an dem sich ihre Herzen niederlassen können.

"Egal, wie schlecht die Dinge stehen, man kann immer hinauf in den Himmel blicken, und dann geht es einem besser." (S. 18)

Es gibt kaum ein Buch, das die Gefühle einsamer Kinder so gut auf den Punkt bringt, so gut veranschaulicht, wie "Der Himmel über Appleton House". Es wird deutlich wie schwer es für Kinder ist, wenn ihnen alle oben genannten Dinge fehlen, in welche emotionale Krise sie dadurch gestürzt werden. Wut und Trauer verschmelzen, Emotionen verlassen das Ausmaß des Angemessen, Gefühle sind nicht mehr greifbar, müssen in Formen verwendet werden, in den sie sichtbar werden. Zerstörung und Gewalt, gegenüber Gegenständen, Menschen, sich selbst.

S.E. Durrant hat ein Buch geschrieben, das ich fest in mein Herz geschlossen habe. Es ist ein Buch, das Hoffnung gibt, wenn man glaubt, dass alles verloren ist. S. E. Durrant sorgt dafür, dass man den Himmel sieht.


Buchinfo:

240 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
16,99 €
Übersetzung: Katharina Diestelmeier

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Rezensionen: © 2017, Nanni Eppner

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