25.07.17

Fangirl - Rainbow Rowell




Die Zwillinge Cath und Wren sind unzertrennlich, bis Wren beschließt, dass ihr Jungen und Partys wichtiger sind als das gemeinsame College-Zimmer. Ein harter Schlag für Cath, die sich immer weiter in ihre Traumwelt zurückzieht: Beim Lesen und Schreiben von Fanfiction lebt sie ihre Vorstellungen von Liebesbeziehungen aus. Mit Erfolg – Tausende Leser folgen ihr. Doch als Cath dann Nick und Levi näher kennenlernt, muss sie sich fragen, ob sie nicht langsam bereit ist, ihr Herz echten Menschen zu öffnen und über Erfahrungen zu schreiben, die größer sind als ihre Fantasien. Ein mitreißendes Jugendbuch von Bestsellerautorin Rainbow Rowell über die erste Liebe – in der Fantasie und im echten Leben. (Text & Cover: © Hanser; Foto: © N. Eppner)

Rowells Debüt "Eleanor & Park" hat mich - und viele andere LeserInnen - sehr ergriffen. Es ist die gefühlvolle Geschichte zweier Außenseiter, einer ersten Liebe, aber auch die von Wut und Schmerz. Wie viele andere auch, habe ich gespannt auf weitere übersetzte Romane der Autorin gewartet. Endlich hielt ich "Fangirl" in Händen. Lang ersehnt, mit stetig wachsenden Erwartungen und der sehr berechtigten Frage, ob eine Autorin a) nochmal solch einen Roman erschaffen kann wie "Eleanor & Park", der so zart und zerbrechlich und gleichzeitig voller Härte ist, denn dort steht immer wieder häusliche Gewalt zwischen den Zeilen und b) ob das die Autorin das überhaupt möchte.

Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass Rowell keineswegs auf den altbekannten Zug aufspringen möchte. Sie findet ihre Freude am Ausprobieren, am Experimentieren, daran beweglich zu sein und nicht in eine Schublade gesperrt zu werden. Eine positive Eigenschaft, die ich mir bei viel mehr SchriftstellerInnen wünschen würde. 

Gleichbleibend ist ihre Fähigkeit gefühlsbetonte, emotionale Szenen zu schreiben. Sie findet immer die richtigen Worte, um ihre Leser ganz unaufdringlich im tiefsten Innern zu berühren. Sie nutzt schöne Worte und feinfühlige Sätze, um meine Augen zu öffnen und mich dazu zu bewegen zwischen den Zeilen zu lesen. Sie spricht das Offensichtliche nicht aus, um dem Tiefgründigen Platz zu lassen sich zu entfalten.

Ihre Figuren sind ganz große Klasse. Haben "Beste Freunde" - Potential, sind Figuren mit Ecken und Kanten und Charakter. Ich glaube nicht nur ich war von Anfang an begeistert von Levi. Er ist so wunderbar durchschaubar und damit zuverlässig und treu in seiner Freundschaft und zeitgleich steckt er voller Überraschungen. Obwohl die Zwillinge Cath und Wren durch ihre familiären Probleme oft so handeln, wie ich es von ihnen erwarte, konnten auch sie meine Sympathie gewinnen. Ebenso die mürrische Reagan.

Neben dem Entwerfen all der tollen Charaktere und Finden all der schönen Worte, hat Rowell die Handlung und damit auch die Spannung etwas aus den Augen verloren. Es gibt einige Stellen, die seicht dahin plätschern und so bleibt "Fangirl" am Ende nicht als umwerfende Story zweier junger Mädchen, die zu sich selbst finden, im Bücherregal, sondern lediglich als nette Unterhaltung für einen entspannten Sommertag.

Buchinfo:

Hanser (Juli 2017)
480 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
18,00 €
ÜBERSETZUNG: Brigitte Jakobeit
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Kommentare:

  1. Hallo! :)

    Schade, dass dich Fangirl nicht vollkommen überzeugen konnte. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, aber ich kann deine Kritikpunkte auch gut verstehen. :)

    Liebe Grüße
    Jasi <3

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    1. Liebe Jasi,

      ich hätte mich auch sehr gefreut, wenn es mir ein bisschen besser gefallen hätte ;) Aber nun ja, so ist es nun mal. Hast du "Eleaonor und Park" auch so sehr gemocht wie ich?

      Liebe Grüße
      Nanni

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