20.01.18

Reiseproviant 1 | 18




Geplauder:

19 Tage ist das neue Jahr schon alt und nach anfänglichen Startschwierigkeiten läuft es nun ganz gut.
Nach einem Formtief habe ich nun wieder zu meinem Rhythmus gefunden und schaffe es, so einiges zu erledigen. Es wäre noch mehr bzw. wäre auch noch mehr Zeit für die Räubertochter da, wenn sie nicht die Fähigkeit besäße, ein Zimmer innerhalb von Minuten in allergrößtes Chaos zu verwandeln.

Dennoch gelingt es mir - momentan - bloggen und lesen auch noch ganz gut unterzubringen. Dabei hilft mir eine gut durchdachte Tagesstruktur, die MUTivationen von Karla Paul und mein diesjähriger Kalender von Moka.

Dort ist nicht viel Platz zum Notieren, aber eine kleine Wochen To-Do-List. Beides hilft dabei die wirklich wichtigen Aufgaben im Auge zu behalten. Ich neige dazu sehr viele Dinge auf meine Liste zu schreiben. Mehr, als ich überhaupt erledigen kann. Am Ende bleibt das Gefühl nichts geschafft zu haben. Das ist mit dieser übersichtlichen Liste anders und ich gehe abends mit einem positiven Gefühl aufs Sofa, schalte mein Handy aus bzw. den Flugmodus ein und konzentriere mich einzig und allein aufs Lesen.

Wie schon in den letzten Jahren, gibt es auch in 2018 eine Leseliste. Darauf befinden sich fünf gelesene Bücher und zwei, die ich gerade aktuell lese.





Literarische Reise:


Bereits gelesen und rezensiert habe ich den Auftakt der neuen Licia Troisi Trilogie. "Die Dominium Saga 01: Die Eiskriegerin" knüpft an das schriftstellerische Niveau an, das die junge Italienerin bei früheren Reihen wie "Die Drachenkämpferin" oder "Die Feuerkämpferin" bewiesen hat.

Eine große Sympathie hege ich für die herzerwärmende Geschichte von Mister Frank. In "Mister Franks fabelhaftem Talent für Harmonie"  von Rachel Joyce geht es darum wie wichtig es ist miteinander zu kommunizieren und das nicht jede Erneuerung zwangsläufig zur Verbesserung unseres Soziallebens führt.

Tiefgründiger als erwartet ist der Roman "Die Ungehörigkeit des Glücks" von Jenny Downham. Eine Geschichte über Schuld und Verlust und Gefühle, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden.



Gelesen, aber unrezensiert sind "Die souveräne Leserin" von Alan Bennett, ein Roman, der mit wundervollem Humor am Beispiel der Queen aufzeichnet, was Lesen bewirken kann. Wie es hilft die Augen für uns und andere zu öffnen, wie es unseren Perspektiven verändern und unseren Horizont erweitern kann. Große Empfehlung für dieses kleine Buch.

Ebenfalls unrezensiert ist "Ein grundzufriedener Mann" von Richard Russo. Ein Blick in eine Kleinstadt und die Vorgärten ihrer schrulligen Bewohner. Protagonist Sully sorgt für Gesprächsstoff bei seinen Nachbarn, aber auch beim Leser, denn er ist so eigen, dass man ihm gerne all seine Fehler verzeihen möchte.





Netzreise:


Seit der FBM 17 überlege ich, ob ich "Illuminae" von Amy Kaufmann & Jay Kristoff lesen möchte. Das Buch hat ein ganz besonderes Layout und ich bin mir einfach nicht sicher, ob mich das beim Lesen stört. Nun war es schon mehrfach auf der Phantastik Bestenliste und Ramona hat auf ihrem Blog El Tragalibros so begeistert davon berichtet, dass es nun wohl doch auf meiner Wunschliste landen wird.

Die phantastische Akademie hat die Longlists des SERAPH 2018 bekannt gegeben. Ich glaube in diesem Jahr wird es nochmal richtig spannend.

Auf Herzpotenzial wurde "Die Bar Bibel" vorgestellt. Ein Must Have für Freunde des geschmackvollen Alkoholgenusses.

Auf Die Liebe zu den Büchern bekommt ihr einen Einblick in "Ohne Wenn und Abfall", das Buch der großartigen Milena Glimbovski, die ihr eigenes Verpackungsfrei-Kaufhaus gründete.

Karla Paul bietet auf ihrem Blog Buchkolumne fünf alternative, für einen Büchernerd genehme, Entsorgung der Bücher, die ihren Platz im Regal räumen müssen.



Kulinarische Reise:


Ich habe Knäckebrot gebacken. Nach diesem Rezept.
Es ist zwar nicht knackig, aber so lecker, dass ich es innerhalb kürzester Zeit aufgegessen habe.
Beim nächsten Mal werde ich versuchen es glutenfrei zu backen und statt Dinkelmehl Buchweizenmehl verwenden.


Ich wünsche dir ein fantastisches Wochenende. Hab's fein und lass es dir gut gehen.



18.01.18

Die Ungehörigkeit des Glücks | Jenny Downham





Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Mit wenig Erwartungen bin ich an "Die Ungehörigkeit des Glücks" heran gegangen. Dem zweiten Roman der Schauspielerin Jenny Downham, die mit "Bevor ich sterbe" einen weltweit verkauften Bestseller schrieb. Die Überraschung welch tiefgründige Geschichte sie geschrieben hat, war dafür umso größer.

Im Mittelpunkt stehen drei Generationen, die aus unterschiedlichen Gründen Distanz zueinander aufgebaut haben. Mary ist schon sehr jung schwanger geworden, hat ihre Tochter Caroline geboren und ist dann abgehauen. Caroline ist bei ihrer Tante aufgewachsen, hat den einige Jahre jüngeren Steven kennengelernt und mit ihm die Kinder Katie und Chris bekommen. Caroline ist alleinerziehend, ihr Mann hat eine neue Frau, ein weiteres Kind. Katie lernt brav, macht das, was ihre Mutter von ihr verlangt, denn eine gute schulische Bildung bewahren sie vor dem Schicksal einem Mann zum Opfer zu fallen und außerdem ist ihr Bruder Chris durch eine Erkrankung schon anstrengend genug. Katie muss das ausgleichen.

Dann tritt unverhofft Mary in das Leben der kleinen Familie. Wirbelt mit ihrer "Blaupause", den Lücken in ihrem Gehirn, den Zeitsprüngen durch ihr Leben, alles durcheinander. Sie schwört Erinnerungen herauf, die vergessen werden sollten und zeigt Katie, dass das Leben alles andere als berechenbar ist.

Die Schwierigkeit eine Bindung einzugehen, Nähe zuzulassen, anderen, aber vor allem sich selbst zu vertrauen, zieht sich durch die drei Generationen hindurch. Angefangen bei Mary, die so viel Feuer hat, dass jeder Junge die Sehnsucht verspürt sich an ihr zu verbrennen, und die erst sehr spät in der Lage ist eine realistische, echte Bindung einzugehen und erst dann in der Lage ist ein starkes Fundament zu bauen. Über Caroline, die ihr Leben lang Schuldgefühle in sich trägt und diese nicht loswerden kann, auch wenn sie zum größten Teil von ihr selbst konzipiert wurden. Bis hin zu Katie, die nicht so recht weiß, wer sie ist, was auch daran liegt, dass sie keine Wurzeln hat bzw. nicht kennt, so dass sie nichts hat, worauf sie bauen kann.

Jenny Downham kann sehr gut mit Worten umgehen. Schreibt schöne, kluge Sätze. Konstruiert eine tiefgründige Geschichte, die nachdenklich stimmt und das in einem lockeren Erzählton, der dafür sorgt, dass ich regelrecht durch die Seiten fliege.

Neben den sehr authentisch gezeichneten Personen (ich kann allerdings nicht einschätzen wie realistisch Marys Alzheimer Erkrankung dargestellt ist, weil ich mich damit nicht auskenne), mag ich ganz besonders das Ende. Es ist schön, aber es ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen, wir vergeben und vergessen und alle Probleme sind gelöst, weil Mary krank ist. Es gibt tiefsitzende Verhaltensmuster und die können nicht von einer Woche auf die andere gelöst werden, was Downham meines Erachtens gut herausarbeitet. Trotzdem oder gerade deswegen kann ich das Buch mit einem Lächeln schließen.


Buchinfo:

480 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag 
19,99 €
ÜBERSETZUNG: Astrid Arz


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16.01.18

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie | Rachel Joyce




Der neue wunderbare Roman der Autorin des Weltbestsellers »Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry«. 
Mister Frank hat eine besondere Gabe: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen, um glücklich zu werden. In Franks kleinem Plattenladen in einer vergessenen Ecke der Stadt treffen sich Nachbarn, Kunden und die anderen Ladenbesitzer der Straße. Da taucht eines Tages die Frau in Grün vor Franks Schaufenster auf. Sie ist blass und schön, zerbrechlich und stark zugleich. Doch sosehr er sich auch bemüht, Frank kann einfach nicht hören, welche Musik in ihr klingt …
(Text & Cover: © Fischerverlage; Foto: © N. Eppner)


Rachel Joyce hat in mir genau das ausgelöst, was Mister Franks Kunden erleben, wenn er ihnen Musik empfiehlt: sie hat die richtigen Töne getroffen, die Melodie in mir geweckt, die darauf wartete abgeholt zu werden.

Eigentlich war ich dem Lesen von Wohlfühlbüchern etwas überdrüssig. Da ich Musik und ihre Eigenschaft Gefühle einzusammeln und Erinnerungen zu wecken aber sehr schätze, habe ich die Empfehlung angenommen und "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" gelesen. Verschlungen. Aufgesogen.

Mister Frank ist eine ganz besondere Persönlichkeit. Er schaut hinter die Fassade seiner Mitmenschen und entdeckt dort, welche Töne, welche Melodien, welche Musikstücke in ihrem Leben fehlen. Von Klassik über Jazz bis hin zu Rock kann das alles sein. Melodien, die Gefühle auslösen. Die helfen wieder klar zu sehen. Die Last von Schultern nehmen und Hoffnung geben.

"[...] wenn er vor einem Kunden saß und ihm wirklich zuhörte, vernahm er Musik. [...] Nur ein paar Töne. Wenn es hoch kam, eine kleine Melodie." (S. 28)

Musik ist wie eine Heimat, die uns erdet, wenn wir die Orientierung verloren haben. Sie hilft, die Stille in uns zu spüren, aber auch diese auszuhalten und zu überwinden. Sie beschwört Gefühle und Erinnerungen herauf, auch wenn diese schon weit zurückliegen. Musik kann uns helfen zu fliegen und uns auffangen, wenn wir fallen.

Mister Frank ist gar nicht so außergewöhnlich wie er auf den ersten Blick scheint. Er hat ein umfangreiches Musikwissen, aber das ist nur die Hälfte von dem, was ihn so liebenswert macht. Mister Frank nimmt sich Zeit für seine Mitmenschen. Er hört genau hin, er schaut sie an, nimmt sie wahr. Möchte unter die Oberfläche schauen. 

In unserer schnelllebigen Zeit (die Mister Frank übrigens nicht für gut heißt. CDs!! Püh!) ist es vielen zu anstrengend einen Moment innezuhalten, in die Tiefe zu sehen und nicht nur an der Oberfläche zu kratzen. Das führt zu zwischenmenschlichen Problemen aufgrund von Missverständnissen und fehlender Aussprache. Kommunikation ist das was uns verloren geht.

"Die Stille ist der Ort, wo sich die Magie ereignet." (S. 50)

Diese Erfahrung muss auch Frank machen, als Ilse Brauchmann in sein Leben fällt. Es ist sofort um ihn geschehen, doch aus Erfahrung weiß er, dass die Liebe schmerzhaft sein kann. Er traut sich wenig zu, verstrickt sich in Fehlverhalten, trifft im Gespräch nicht den richtigen Ton und hangelt sich von Missverständnis zu Missverständnis. Und Ilse Brauchmann? Der geht es nicht anders.

"Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" ist einfach nur schön. Es ist liebevoll und herzlich. Es hat mich zum Lachen gebracht, aber auch zum Weinen. Aus Freude, aus Glück, voller Hoffnung und Erinnerungsschmerz. Ich möchte nun unbedingt viele liebgewonnene Musikstücke hören, denen ich lange Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe, spüre aber auch das Verlangen nach Vivaldi, Bach und Beethoven.

Eine ganz große Leseempfehlung für "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie".


Buchinfo:

S. Fischerverlage (2017)
384 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
19,99 €
ÜBERSETZUNG: Maria Andreas

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14.01.18

Das geheime Leben der Bäume | Peter Wohlleben




Erstaunliche Dinge geschehen im Wald: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, aber auch alte und kranke Nachbarn liebevoll umsorgen und pflegen. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich? Aber wahr! – Der Förster Peter Wohlleben erzählt faszinierende Geschichten über die ungeahnten und höchst erstaunlichen Fähigkeiten der Bäume. Dazu zieht er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso heran wie seine eigenen unmittelbaren Erfahrungen mit dem Wald und schafft so eine aufregend neue Begegnung für die Leser: Wir schließen Bekanntschaft mit einem Lebewesen, das uns vertraut schien, uns aber hier erstmals in seiner ganzen Lebendigkeit vor Augen tritt. Und wir betreten eine völlig neue Welt ...
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Vor etwas längerer Zeit entdeckte ich in einer Talkshow eines dritten Programms einen Förster, der davon erzählt, wie gut unsere Wälder vernetzt sind. Ganz unromantisch, unesoterisch, aber ziemlich leidenschaftlich. Als Naturmensch, aufgewachsen zwischen Mischwäldern, in einer Familie, die von der Land- und Forstwirtschaft lebt, hatte dieser Förster namens Peter Wohlleben sofort meine volle Aufmerksamkeit. Ich wusste nicht wenig über den Wald, seine Flora, seine Fauna, aber Wohlleben erzählte dort Dinge, die mir bisher gänzlich unbekannt waren.

Wusstest du z.B. dass Laubbäume über ein soziales Netzwerk verfügen? Dass sie in ihrem "Gehirn", das ziemlich viele Daten erfassen kann, nicht nur abspeichern, wenn ein trockenes Jahr stattfindet und dementsprechend mit Verbrauch und Sammlung von Wasservorräten reagieren, sondern dass sie auch noch versuchen ihre Artgenossen zu unterstützen, um sie ebenfalls am Leben zu halten?

Kennst du einige der Symbioseartigen Lebensformen, die in Wäldern stattfinden? Weißt du, welchen Schaden das eindeutschen (oder eineuropäern) der Nadelbäume mit sich bringt? Weißt du wie alt eine Buche wird oder mit welchen anderen Gewächsen sie gerne zusammenleben?

All das und noch viel mehr bringt uns Peter Wohlleben auf ganz sachliche, aber sehr interessante Form bei. Sein Tonfall ist weder belehrend, noch langweilig, sondern spiegelt die Begeisterung mit, die er für seinen Beruf, für die Natur, aufbringt. Eine Begeisterung, die so ansteckend ist, dass dieses Sachbuch sich liest wie ein Roman. Obwohl ich mich schon immer für den Wald interessiert und dort aufgehalten habe, betrachte ich ihn nun mit anderen Augen. Ein Sachbuch, das Freude macht und nachhallt.

Buchinfo:

Ludwig (2015)
224 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
19,99 €

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Vernetzt:


10.01.18

Die Dominium-Saga 01: Die Eiskriegerin | Licia Troisi




An ihrem achten Geburtstag endet die Kindheit der kleinen Myra auf tragische Weise: Ihr Zuhause wird von vermummten Männern überfallen, ihr über alles geliebter Adoptivvater Fadi, wird getötet, Myra selbst gelingt in letzter Sekunde die Flucht in die eisigen Wälder Biaswads im Süden des Tränenreiches. Zehn Jahre später ist aus dem kleinen Mädchen eine starke Kriegerin geworden, die mit ihren beiden brennenden Klingen an der Seite des mächtigen Acrab für Frieden und Freiheit kämpft. Doch dann wird Myra von ihrer Vergangenheit eingeholt. Warum musste Fadi wirklich sterben? Und was weiß Acrab über den Tod ihres Vaters? Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Myra auf Geheimnisse, die das ganze Reich in seinen Grundfesten erschüttern könnten ...
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


Vor einigen Jahren habe ich mit großer Freude die Fantasyromane der damals noch recht jungen Italienerin Licia Troisi gelesen. Ihre Trilogien der Aufgetauchten Welt gefielen mir sehr gut, ihre zuletzt erschienenen Reihen "Nashira" und "Drachenschwester" waren nicht mehr so meins, waren gefühlt aber auch eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. 

Einige Zeit hat man nichts mehr von ihr gehört und deshalb war ich freudig überrascht im Herbst- / Winterprogramm 2017 des Heyne Verlags wieder einen Roman von Troisi zu entdecken. Einen High Fantasy Roman im Erwachsenenprogramm. 

Der Einstieg ins Buch war großartig. Spannend, voller Überraschungen und starker Charaktere. Vielversprechend. Dann wurde es jedoch etwas holpriger. Man könnte sagen, dass "Die Eiskriegerin" und ich so einige Auf und Abs hatten.

Was man Troisi definitiv nicht absprechen kann ist handwerkliches Geschick. Sie versteht es Spannung aufzubauen. Immer wieder springt sie zwischen verschiedenen Ebenen hin und her. Mal wechselt der auktoriale Erzähler den Blick auf die Protagonisten, mal springt Troisi in der Zeit. Nicht chronologisch, sondern so, dass mehr und mehr Spannung aufkommt. Hier hätte ich mir hin und wieder gewünscht, dass nicht nur neue Fragen dazu kommen, sondern auch schon früher welche aufgeklärt werden, da es hin und wieder mühsam wird, all die unaufgedeckten Geheimnisse korrekt im Kopf zu behalten.

Die Charaktere sind allesamt stark. Vielschichtig, klar und deutlich herausgearbeitet, mit Charaktereigenschaften ausgestattet, die ich mir in einem Fantasyroman wünsche. 

Troisi zeigt, dass Frauen ihre Ziele umsetzen können. In zweierlei Hinsicht. Einmal indem sie ihre weiblichen Figuren mit viel Mut und innerer Stärke ausstattet, zum anderen indem sie erfolgreich in einem Genre veröffentlicht, das von Männern dominiert wird. 

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass nicht klar ist, wer eigentlich gut und wer böse ist. Dass Troisi Abstand nimmt vom schwarz weiß denken und aufzeigt, dass gute Absichten manchmal böse enden können. 

Distanz zur Aussage "das ist ein richtig gutes Buch" schaffen die Dialoge. Die sind manchmal einfach echt banal und, ja ich mag es gar nicht gerne sagen: kitschig. Es war tatsächlich so, dass ich bei dem ein oder anderen Gespräch den Kopf schütteln musste.

Im Endeffekt ist der Auftakt der Dominium Saga aber gelungen und der Cliffhanger, mit dem Band eins "Die Eiskriegerin" endet ist so derb spannend, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. 


Buchinfo:

Heyne (2017)
496 Seiten
Paperback, Broschur
12,99 €
ÜBERSETZUNG: Bruno Genzler


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Rezensionen: © 2018, Nanni Eppner

06.01.18

[Fantasy Neuerscheinungen 2018] Januar - März



Ein fröhliches und gesundes Jahr 2018 wünsche ich dir. 

Auf das es viele spannende Bücher bereit hält.

Im folgenden Beitrag stelle ich euch wieder die Neuerscheinungen der Phantastik vor, die mich besonders interessieren. Natürlich sind dies nicht alle Bücher, die im nächsten Quartal in diesem Genre erscheinen werden und deshalb freue ich mich sehr über deine Tipps.








"Die Chroniken von Azuhr 01: Der Verfluchte" | Bernhard Hennen | Fischer Tor

"Die Chroniken von Azuhr" ist die neue Reihe von Fantasymeister Bernhard Hennen. Das Buch ist bereits im Dezember erschienen. Da Hennen aber einer meiner Lieblingsautoren ist und mir die Veröffentlichung seines Romans im Oktober, als ich den Fantasybeitrag Oktober-Dezember geschrieben habe, noch nicht bekannt war, möchte ich das Buch im aktuellen Beitrag erwähnen.

Hennen schafft eine neue Welt, fernab seiner Elfen Romane. Im Mittelpunkt steht der aufmüpfige Milan, der in die Fußstapfen seines Vaters treten und Erzpriester werden soll, jedoch dagegen rebelliert und gemeinsam mit Meisterdiebin Felicia und Konkubine Nok in den Bann einer Prophezeiung gerät.

Für mich DIE Neuerscheinung des Winters.


"Nie mehr zurück" | Vivian Vande Velde | Piper IVI

Zoe hat die Fähigkeit 23 Minuten in der Zeit zurückzuspringen. Als sie unfreiwillig in einen Bankraub gerät, will sie ihr Können nutzen, um einen Unschuldigen zu retten. Doch damit lenkt sie die Aufmerksamkeit auf sich selbst.

Zeitspringen übt immer eine gewisse Faszination auf mich aus, ist aber auch sehr schwierig umzusetzen, weil es gut durchdacht und logisch sein muss, obwohl der Tatsache in der Zeit zu springen jegliche Logik fehlt. 


Wird Zoe den Fremden und sich selbst retten können? Welchen Einfluss wird das auf die Zukunft nehmen? Verpackt als Thriller kann dies zu einem spannenden Lesevergnügen werden.


"Wilderwald 01: Die Rückkehr der dunklen Magie" | Cressida Cowell | Arena

Xar ist der Sohn eines Magiers, verfügt aber über keinerlei magische Fähigkeiten. Um dies zu ändern zieht er in den gefährlichen Wilderwald, um eine Hexe zu fangen. Sein sprechender Rabe rät ihm davon ab, denn wie jeder weiß gibt es schon lange keine Hexen mehr.

Xar lässt sich davon nicht abhalten und stellt trotzdem eine Falle auf, die ihm auch prompt Jagdglück beschert. Statt einer Hexe fängt er das Kriegermädchen Willa, das er als Feindin ansieht. 


Doch als der Wilderwald erwacht, können sie es nur gemeinsam schaffen seiner dunklen Magie zu entkommen.


Vom ersten Teil der "Wilderwald" Reihe erhoffe ich mir ein fantasievolles und magisches Abenteuer über Freundschaft und Zusammenhalt.




"Wächter und Wölfe 01: Das Ende des Friedens" | Anna Stephens | Blanvalet

In der phantastischen Literatur muss man sich manchmal vom Cover eines Buches anlocken lassen, denn die Klappentexte klingen hin und wieder ziemlich ähnlich.

Dem Auftakt der "Wächter und Wölfe" hat man solch einen Klappentext verpasst. Grob zusammengefasst geht es um einen Seher, der unheilvolle Visionen hat, und um eine entflohene Sklavin, die das Volk des Sehers vor einer Invasion der Barbaren warnt. 

Ein Buch, das mich hin und her reißt. Es kann gut werden, wenn die Charaktere und die Schreibe der Autorin einfallsreich und geschickt sind, wenn wir Pech haben, reiht sie sich aber in einen kleinen Topf voller Einheitsbrei ein.

Da es nicht nur in der Phantastik, sondern prinzipiell zu wenige Frauen in der Literatur gibt, zeige ich weibliche Solidarität und behalte ihr Buch wenigstens im Auge. Evtl. zieht es auch in mein Bücherregal ein.

"Die Stunde des Assassinen" | R. J. Barker | Heyne

Ja, auch Assassinen gibt es in der phantastischen Literatur zu Hauf. Aber ... juchuh, es ist ein Einzelband, also kann man das Wagnis eine Geschichte mit bereits bekannten Ideen zu lesen, lässig eingehen. 464 Seiten sind machbar.

Es geht das Gerücht herum, dass ein Mörder auf den Kronprinzen angesetzt wurde. Getreu dem Motto "Gleiches mit Gleichem bekämpfen" heuert die Königin zwei Assassinen an, um den Mörder zu töten. Dies ist erst der Beginn einer Reihe von Intrigen und Verschwörungen.

Ich lese ja sehr gerne phantastische Literatur, die eine indirekte oder direkte politische Richtung einschlägt. Die mit Machtstrukturen und Intrigen spielt. Dies erhoffe ich mir von Barker. Und irgendwie gibt mir der Gedanke, dass sein Protagonist Girton Klumpfuß heißt, ein positives Bauchgefühl. Booknerd eben.




Fortsetzungen:


 

"Die Chroniken von Amber 04: Die Hand des Oberons" | Roger Zelazny | Klett Cotta Hobbit Presse









"Die Dämonenkriege" | Michael Hamannt | Heyne

Dämonenjäger Ryk verliert bei einem Einsatz seine beiden Gefährten. Der Mörder ist ein Dämon, den es schon lange nicht mehr geben dürfte. 

Zeitgleich wird Thronprinz Ishan von der Gestaltwandlerin Catara aus dem Gefängnis befreit.


Diese beiden Ereignisse scheinen irgendwie in Verbindung zu stehen. Scheinen ausschlaggebend für die Zukunft der Schwebenden Reiche, denen ein Krieg droht.


Mit Büchern über Dämonen, über Dämonenjäger, habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Deshalb landet auch Michael Hamannts Auftakt (Fortsetzung im September) auf meiner Wunschliste.



Fortsetzungen



 



"Die Drenai Saga 02: Der Schattenprinz" | David Gemmell | Droemer Knaur
"Die Chroniken von Amber 05: Die Burgen des Chaos" | Roger Zelazny | Klett Cotta Hobbit Presse
"Die Krone der Sterne 02: Hexenmacht" | Kai Meyer | Fischer Tor
"Die Feuerdiebin" | Arthur Philipp | Blanvalet
"Die Legenden von Shikanoko - Fürst des schwarzen Waldes" | Lian Hearn | Sauerländer







"Die letzte Wache" | Dan Abnett | Heyne

Die "Wache" ist eine kleine Insel, zwischen zwei mächtigen Reichen, doch ausgerechnet der dort ansässige Kriegerorden ist der einzige Schutz des friedlichen Nordens vor Invasionen aus dem Süden. Es sind die härtesten Kämpfer, die vor dem Feind schützen sollen. Dem Feind, dessen Namen man nur flüsternd erwähnt, der sich nun zu regen beginnt.

"Die letzte Wache" klingt nach richtig düsterer, derber Spannung. Erinnert ein wenig an alte Kriegsdramen, aber natürlich auch an "Herr der Ringe". Ich erhoffe mir so sehr ein Buch, das mich richtig fesseln kann. Das so spannend ist, dass ich an den Fingernägeln kaue (eigentlich mache ich das gar nicht) und alles um mich herum vergesse. Ich hoffe, ich habe nicht zu hohe Erwartungen, die am Ende enttäuscht werden.



"Mitternacht" | Christoph Marzi | Piper

Endlich, endlich erscheint er. Der von uns Marzi-Fans lang ersehnte neue Roman des Meisters der feinen Sprache, der phantastischen Poesie. Angekündigt für Oktober 2017 wurde der Erscheinungstermin noch einmal verlegt auf März 2018. Dabei wird es nun bleiben und endlich können wir uns wieder hineinstürzen in den großartigen, fantasievollen Weltenbau von Christoph Marzi.

Setting ist diesmal eine Stadt, in der Geister leben. "Eine Welt, die unsere berührt". Protagonist Nicholas James gerät durch ein Missgeschick in diese Welt, trifft dort auf den reisenden Geist Peter Chesterton und das Findelmädchen Agatha.

"Eine Geschichte von der Macht der Bücher und der Gefahr des Vergessens, in der Welt der Geister." Braucht es noch mehr Worte, um den Wunsch zu wecken dieses Buch lesen zu wollen?



"Die Zeitfalle" | Madeleine L'Engle | Piper you&IVI

Piper hat mit seinem Imprint IVI seit einigen Jahren ein Programm für junge Erwachsene. Im Herbst ist you&IVI dazu gekommen, das eine jüngere Generation ansprechen soll. Die Leserinnen und Leser, die sich zwischen jungem Kind und jungem Erwachsenen befinden. 

Das finde ich sehr schön, denn die phantastische Welt ist sehr wertvoll für junge LeserInnen. Es ist nicht die vielberedete Weltenflucht, die für dieses Alter ausschlaggebend ist, sondern das Identifikationspotenzial, das Wiedererkennen in ProtagonistInnen und deren Problemen, ohne dass diese direkt ausgesprochen werden. Ich glaube, dass Kinder viel mehr zwischen den Zeilen, viel mehr in Geschichten erkennen können, als wir Erwachsene.

In "Die Zeitfalle" geht es um Meg, die ein Mathegenie ist, aber trotzdem immer Ärger in der Schule hat, und ihren Bruder Charles. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Planeten Camazotz, um den dort gefangenen Vater zu befreien. Ein abenteuerliche Reise beginnt.



"Nacht der Diebe" | Hanna Kuhlmann | Knaur Fantasy

"Nacht der Diebe" ist das Debüt, der jungen deutschen Autorin Hanna Kuhlmann, die 2016 für diesen Roman mit dem Indie Autor Preis ausgezeichnet wurde.

Der Inhalt dreht sich um einen Dieb, der in die Geschicke der Welt miteinbezogen wird. Denn die Welt der Götter ist im Umbruch. Seinen Weg kreuzt immer wieder der junge Adlige Fuchs, der viel mehr von der Arbeit des Diebs hält, als von seinem Leben als zukünftiger Fürst.

Ich glaube, dass wir hier einen sehr gewitzten, geschickten Roman vorgesetzt bekommen, der Freude bereiten wird. Ich hoffe auf etwas á la Trudi Canavan und bin gespannt welches Nachwuchstalent der Droemer Knaur Verlag mit Hanna Kuhlmann unter Vertrag genommen hat.


"Die Klinge des Schicksals" | Markus Heitz | Knaur Fantasy

Wer hier muss denn überhaupt noch überzeugt werden einen Roman von Markus Heitz zu lesen? 

"Die Klinge des Schicksals" ist unter dem Subgenre Dark Fantasy eingeordnet und spielt auf einer Insel, auf der sich der Wald immer weiter ausbreitet und die Menschen verdrängt. Expeditionen sollen aufklären, wie man die Bäume stoppen kann, doch diese blieben bisher ohne Erfolg. Doch dann erfährt Kriegerin Dànestra eine Geschichte, vom wahren Bösen und einer Verschwörung unter den Menschen. Für Aufklärung kann lediglich Kalenia sorgen. Doch kann man ihr trauen?

Wie viele andere Bücher des weithin bekannten Autors, wird auch dieses den Weg in mein Regal finden.


"Die Götter von Asgar" | Liza Grimm | Knaur Fantasy

Der Verlag ordnet den Roman in das Subgenre Urban Fantasy ein und betitelt ihn als Buch für Fans von Marvels "Thor" oder "The Avengers". 

Protagonistin Ray ist eine ganz normale Studentin bis sie plötzlich seltsamen Typen in die Arme läuft und so in das Wetteifern der Götter mithineingezogen wird (Loki darf auch hier seinem fiesen Image frönen), dass ihr eine Reise ins Reich der Götter und Riesen nicht erspart bleibt.

Starke ProtagonistInnen in der Welt der Sagen und Götter - kann gut werden.


"Die fünf Kriegerengel 01: Der Mond des Vergessens" | Brian Lee Durfee | Klett Cotta Hobbit Presse

Ja, ich gebe es zu - ich lasse mich von einem Cover, das mir gefällt, anziehen. Dieses hier trifft genau meinen Geschmack. Ich mag nun mal phantastische Geschichten, in denen Schlachten und große Krieger eine Rolle spielen und ich mag Cover, die nach solchen Geschichten ausschauen. Ganz besonders gerne mag ich, wenn ein Pferd darauf zu sehen ist (Pferdeliebe fließt in meinen Adern. Ich komme dagegen einfach nicht an).

"Unter den Göttern ist Streit entbrannt und zwingt den Menschen einen fürchterlichen Krieg auf. Über das Meer kommen die fanatischen Anhänger des verstoßenen Gottessohnes Raijael, um die Gläubigen der alten Laijons-Religion zu unterwerfen. Irgendwo in den Landen hält sich der Waisenjunge Nail versteckt. Auf ihm ruht die heimliche Hoffnung auf Rettung." (Quelle: Hobbit Presse)

Klingt nach einem Roman, der es locker mit den Büchern alter Fantasymeister wie Martin oder Eddings aufnehmen kann. Große Vorfreude auf diesen gewaltigen High Fantasy Epos.


Fortsetzungen:






"Die Phileasson Saga 05: Schlangengrab" | Bernhard Hennen & Robert Corvus | Heyne
"Die Legenden von Astray 02: Tiefer Zorn" | Michael Peinkofer | Piper


Welcher der vorgestellten Fantasytitel schafft es auf deine Wunschliste?Welcher Roman der phantastischen Literatur wird von dir heiß erwartet? 


Text: © 2018, N. Eppner; Coverrechte liegen beim jeweiligen Verlag.

30.12.17

Die 9. BuchSaiten Blogparade zum Jahresabschluss 2017

Foto: © P. Lux


Wie auch schon in den Jahren 2014 und 2015, nehme ich an der BuchSaiten Blogparade teil, die nicht mehr wie ursprünglich von Katrin von BuchSaiten, sondern von Petzi vom Blog Die Liebe zu den Büchern veranstaltet wird (beiden solltest du unbedingt auf Instagram folgen. Zwei wunderbare und inspirierende Ladies). Wer teilnehmen möchte kann dies noch bis einschließlich 06. Januar 2018.

Ich mag diese Blogparade, da sie dir einen kurzen und prägnanten Einblick über mein Lesejahr verschafft. Für lange Rückblicke fehlt mir leider die Zeit, aber irgendwie wurde ja auch schon alles mehrfach gesagt.

Es war ein spannendes und - wie immer - viel zu kurzes Jahr, in dem ich fast 100 Bücher gelesen habe. Meinen inneren Monk wurmt es ein wenig, dass es "nur" 96 sind und ich nicht die runde 100 voll gekriegt habe, aber was soll's. Wir lesen ja zum Spaß und nicht, um Statistiken zu verschönern.

Wen ganz brennend interessiert welche 96 Bücher das waren, der / die kann gerne meine Leseliste anschauen. Dort finden sich nicht nur gelesene Bücher aus dem Jahr 2017, sondern auch aus den Jahren davor. Für 2018 gelobe ich Besserung was die Verlinkung der Rezensionen in der Leseliste betrifft. 


1.Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung) 


Das war "Winger" von Andrew Smith. Obwohl ich - und das vor allem durch die wunderbare Aktion #JdKöKi (Das Jahr der Königskinder) - weiß, dass im Königskinderverlag besondere Geschichten verlegt werden (ab Frühjahr 2018 heißt es leider Goodbye für diesen wunderbaren kleinen Geschwisterverlag des Carlsen Verlags), habe ich nicht damit gerechnet, dass hinter diesem Buch so viel Power, so viel Tiefgründigkeit und so ein derber Schlag ins Gesicht steckt. Ich musste mich tatsächlich etwas dazu aufraffen das Buch zu lesen (durch die Aktion hatte ich mich dazu verpflichtet) und dann hat es mich so gefesselt. Ein echter Geheimtipp!



2. Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung) 


Ich muss allerdings gestehen, dass mich hier ganz besonders das Cover angelockt hat. Aber auch der Inhalt klingt vielversprechend. Die ersten 100 Seiten habe ich das Verwirrspiel der Charaktere noch ertragen (gefühlt beginnen alle Männernamen mit M oder C), aber irgendwann war es echt genug. Schnell durch - so die Devise. Diese Reihe werde ich definitiv nicht fortsetzen. 



3. Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum? 


Hier muss ich eigentlich zwei Autorinnen nennen, die schon lange eine sehr große Fangemeinde haben, von mir aber bisher viel zu wenig beachtet wurden.
Das ist zum einen das sympathische Nordlicht Gabriella Engelmann, die leichte Romane mit sehr viel Charakter schreibt und mit "Wildrosensommer" ein Buch veröffentlicht hat, das mich an einem tiefen, sehr wunden Punkt getroffen und ans Licht gezogen hat. Ich glaube nicht, dass dies noch mal in der Form passieren wird, aber trotzdem hat sie sich in mein Herz geschrieben und auch ihr Roman "Strandfliederblüten" hat mich sehr gut unterhalten.

Robin Hobb, eine Königin der fantastischen Literatur. Seit Jahren. Seit Jahren steht sie auch schon in meinem Bücherregal. Gelesen habe ich den Auftakt ihrer Weitseher Trilogie aber erst in diesem Sommer, als diese in einer Neuauflage erschien. Ihre Schreibe hat mir so gut gefallen, dass nun nach und nach alle ihre (auf deutsch übersetzten Werke) bei mir einziehen werden.



4. Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum? 


"Und es schmilzt" von Lize Spit. Der Fischerverlag setzt hier auf ein klares, pures Cover. Keine große Ablenkung von der Geschichte. Zeitgemäß, Zeitlos und sehr fotogen.



5. Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2018 lesen und warum?


"Unorthodox" von Deborah Feldman (Rezi von Die Buchbloggerin). Die Biografie der Autorin, die in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft lebt und von dort ausbricht, was nur die wenigsten tun. Der Kontakt zu den Eltern ist nicht mehr vorhanden.

Ich muss gestehen, dass ich nichts über jüdisch-orthodoxe Kultur weiß. Nichts über Traditionen, Werte oder Lebensform. Aber dieses Buch wird von so vielen guten Bücherfreundinnen als Hoffnungsgebend und bereichernd empfohlen, dass ich es gerne lesen möchte um meinen Blickwinkel zu erweitern. Im Regal steht es schon, im Januar wird es auf jeden Fall daraus befreit.

Das sind die Bücher, die mich in diesem Jahr begeistert oder beeindruckt haben oder aus sonstigen Gründen in meinem Gedächtnis geblieben sind.


Wie war dein Lesejahr 2017?  

Welches Buch ist den Lesehighlight? 

Welches hat dich maßlos enttäuscht?

Auf welches freust du dich ganz besonders im Jahr 2018?

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