15.09.17

#JdKöKi - Abstimmung des Oktober Titels




Nun ist es wieder soweit,
es ist Königskinderzeit.
Fesche Titel, schicke Bücher,
zückt die Stifte, Taschentücher,
klickt den Link und wählt,
das Königskind, das für euch am meisten zählt.

Nicht schön, aber mir war gerade danach und ich hoffe, es erzielt den gewünschten Erfolg. Einfach auf diesen Link klicken und für deinen Favoriten abstimmen. Ganz Kostenfrei und ohne Anmeldung. Einfach aus Liebe zu besonderen Büchern.








"Wörter auf Papier" | Vince Vawter | Nanni von Fantasie und Träumerei


***Meine Seele stottert nicht***
Victor ist der beste Werfer von ganz Memphis. Nicht nur beim Baseball. Jede Zeitung, die er austrägt, landet perfekt auf der Veranda. Doch wenn Victor an Freitag denkt, wird ihm mulmig zu Mute. Dann muss er das Geld bei den Abonnenten einsammeln. Und das, wo er so sehr stottert, dass er kaum zwei Wörter hintereinander herausbringt.
Der heiße Sommer 1959 bringt die seltsamsten Begegnungen mit sich. Da ist Mrs Worthington, die Kummer hat; der Fernsehjunge, der nie rauszugehen scheint; und der weise Mr Spiro, der Victor einen stotternden Dichter nennt. (Quelle: Carlsen)

"Wörter auf Papier" ist eins meiner Lieblingskönigskinder. Vince Vawter hat seine eigene Biografie, die sicher von vielen Ängsten und Hürden geprägt ist, zu einem Roman über Mut und Toleranz verarbeitet. Sein Protagonist stellt sich den eigenen Ängsten und zeigt, wie dumm es ist, Menschen auf oberflächliche Merkmale zu reduzieren. Ein toller Kerl, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.



"Mein Name ist nicht Freitag" | Jon Walter | Dani von Brösels Bücherregal

Samuel ist bei Gott. Seltsam nur, dass es im Himmel stockdunkel ist, die Vögel trotzdem singen und dass er gefesselt ist. Als er vor Gottes Angesicht tritt, sieht der eher aus wie Der Teufel. Und Der Teufel nennt ihn Freitag und verkauft ihn als Sklaven an einen weißen Jungen, der gerade mal so alt ist wie Samuel. Für 600 Dollar. Er kommt auf eine Plantage in Mississippi, wo es keinen interessiert, wer er ist, dass er lesen kann, dass er zu seinem kleinen Bruder muss. Aber der Bürgerkrieg rückt immer näher – und damit auch die Hoffnung auf Freiheit.(Quelle: Carlsen)

Was bekam ich Gänsehaut, als ich den Klappentext dieses Titels gelesen habe. Die Stichworte Teufel, Gott, Sklavenhandel, Bürgerkrieg und Hoffnung sind mal wieder ein klassisches Beispiel für ein zu Herzen gehendes Buch aus dem Königskinder Verlag, dass garantiert wieder grandios erzählt wird. Es ist bestimmt dramatisch, bedrückend und gleichzeitig so schonungslos wie hoffnungsvoll erzählt, dass es schlichtweg wert ist, auch die dunklen Seiten des Buches auszuhalten.



"Marcus" | Simone Lia | Ina von Ina's little Bakery

*** Eine philosophische Betrachtung über die Freundschaft; ein Geschenkbuch für Erwachsene, zweifarbig illustriert ***
Marcus ist ein Wurm. Laurence ist ein Flamingo. Allerdings ein Flamingo, der einem Huhn verblüffend ähnlich sieht. Als Marcus aus Versehen in Laurence' Frühstück landet, ist das nicht sein Ende. Sondern der Anfang einer wunderbaren Freundschaft, die sie über Paris bis nach Afrika führt. Nichts auf dieser Reise entspricht ihren Erwartungen: weder die unzähligen Eiffeltürme in Paris noch die Koalabären in Kenia. Aber am Ende gibt es Kartoffelbrei und die Erkenntnis: Egal ob in Afrika oder doch nur vor der Haustür - es lebe die Freundschaft! (Quelle: Carlsen)

Die Wahl ist mir dieses Mal echt sehr schwer gefallen, aber letzten Endes auf MARCUS von Simone Lia gefallen, denn ich vermute hinter dem Titel und der Beschreibung ein unterhaltsames Werk, das das Gemüt beim Lesen sicherlich ein wenig erhellen dürfte. Sowas brauche ich gerade, wo es doch jetzt in die trübe Jahreszeit ( auch wenns meine Liebste ist ) geht.



"Café Morelli" | G. R. Gemin | Sandy von Nightingale's Blog

Als der vierzehnjährige Joe erfährt, dass das Café seines geliebten nonnogeschlossen werden soll, ist er entsetzt! Und schwört sich, alles zu tun, damit das nicht passiert. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die glorreichen Zeiten des "Morelli" scheinen vorüber. Zum Glück aber hat Joe nicht nur den italienischen Dickkopf seines Großvaters geerbt, sondern in seiner Cousine Mimi auch eine raffinierte Köchin, die mit ihren großartigen Gerichten die gesamte Straße in Verzückung versetzt. So weht durch das kleine walisische Viertel bald schon ein Hauch Dolce Vita. Und Joe muss feststellen: Familie, Freunde und die beste Pasta der Welt – manchmal braucht es einfach nur die richtigen Zutaten. (Quelle: Carlsen)

Meine Wahl fällt auf "Café Morelli" von G.R. Gemins. Bereits mit seinem Debüt zauberte mir der Autor ein entrücktes Lächeln ins Gesicht. Daher kann ich es kaum erwarten auf Joe zu treffen, der nicht nur das geliebte Café seines Großvaters retten will, sondern selbst die Liebe zu italienischem Essen und seine Wurzeln [neu] entdeckt. Damit sendet der Autor für mich eine tolle Message. Und so eine gute Portion Dolce Vita kann doch jeder von uns vertragen!



"Das Fieber" | Makiia Lucier | Nils von Bunteschwarzweisswelt

***historisch und doch hochaktuell***Herbst 1918 : Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die Universität? Doch die Gegenwart holt Cleo bald brutal ein. Die Seuche erreicht ihre Heimatstadt: Schulen, Geschäfte, Theater schließen - das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Und die Zahl der Opfer wächst: Nicht Kleinkinder und Alte, sondern vor allem Menschen in der Blüte ihres Lebens sterben. Als das Rote Kreuz freiwillige Helfer sucht, beschließt Cleo, nicht mehr untätig zu sein. Selbst wenn es den Tod bedeuten könnte. (Quelle: Carlsen)

Ich finde, dass sich das Buch super spannend und gut anhört. Vor allem, weil es ein Thema behandelt, über welches ich noch nie zuvor in einem Buch gelesen habe- Seuche. Ich bin super gespannt, was die Protagonistin erlebt und wie sich das Leben durch die Seuche verändert.




"Lieber Daddy-Long-Legs" | Jean Webster | Anja von Der Bücherblog

Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben. Voller Begeisterung stürzt sich Judy in dieses unbekannte Leben. Mehr als einmal im Monat schreibt sie „Mr Smith“, denn sie hat ja sonst niemanden auf der Welt, mit dem sie ihre Erlebnisse teilen kann. Briefe voller Witz, über Hüte und Literatur, über neue Freundschaften und immer öfter auch über den sympathischen Jervis Pendleton. (Quelle: Carlsen)

Für den Oktober möchte ich gerne "Lieber Daddy-Long-Legs" nominieren. Der Briefroman von Jean Webster hat bereits mehr als 100 Jahre auf dem Buckel, scheint aber trotzdem noch nicht verstaubt zu sein, warum sonst sollte der Königskinder Verlag das Buch in sein Programm aufnehmen? Ich hoffe, genauso positiv von dem Buch überrascht zu werden wie schon bei „Das Schloss in den Wolken“, dessen Autorin trotz der Entstehungszeit sehr fortschrittliche und feministische Ansichten hatte.



"Die Anatomie der Nacht" | Jenn Bennett | Anni von Bücherstapel

**San Francisco bei Tag und bei Nacht***
Vielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten, der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien schön findet.
Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen erblüht die Liebe. (Quelle: Carlsen)

Ich wünsche mir für den nächsten Monat Die Anatomie der Nacht von Jenn Bennett. Das Buch zieht schon seit Januar immer wieder meine Aufmerksamkeit auf sich und deshalb möchte ich es diesmal (endlich) ins Rennen schicken. Ich finde Titel und Cover toll und mag natürlich auch den Inhalt! Ich erhoffe mir eine schöne, tiefreichende Liebesgeschichte im (für mich bisher leider unbekannten) San Francisco. Ich freue mich auf die künstlerisch veranlagten Protagonisten und auf die Stadt, die hoffentlich auch eine Rolle spielt.




And the Winner is:







"Die Anatomie der Nacht" / Jenn Bennett

Wer hat es schon gelesen? Wer wird mit uns gemeinsam lesen?
(Nutz gerne den #JdKöKi, damit wir uns deinen Beitrag anschauen können. Wir sind gespannt auf deine Meinung.)






Bisher gelesene Bücher:


JANUAR | "Salz für die See" von R. Sepetys


Ich habe viele Tränen geweint. Tränen der Trauer, der Wut und Tränen der Hoffnung in Hoffnungslosen Situationen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals ein Buch gelesen habe, das mich so bewegt hat.

"Salz für die See" ist ein außergewöhnliches Buch. Nicht in seiner Thematik, aber in seiner Umsetzung. Gefühlt geht jedes einzelne Wort tief unter die Haut. Brennt in den Kopf was einmal war und nie mehr so sein soll. Es ist ein Buch, das absolut jeder lesen sollte.

FEBRUAR | "Alles, was ich sehe" von M.L. Curtis


"Alles, was ich sehe" lebt von seinen Protagonisten. Ob Maggie mit all ihrer Wut und Verzweiflung, der stille Mason oder die extrem optimistische Clarissa - sie alle tragen dazu bei, dass dieser Roman eine wundervolle Erzählung wird.

Ein ganz besonderer Protagonist ist Ben. Er ist Autorin Marci Lyn Curtis wirklich gut gelungen. Ein Mensch, den ich gerne einmal treffen würde.


MÄRZ | "Das Schloss in den Wolken" von L. M. Montgomery

"Das Schloss in den Wolken" ist ein zeitloser Roman über Träume und den Mut diese in die Tat umzusetzen. Ich selbst trage die Verantwortung für mein Glück. Protagonistin Valancy geht mit gutem Beispiel voran und zeigt mir, dass nichts unmöglich ist, scheint es auch noch so schwierig.




APRIL | "Der Koffer" von R. Roe


Bevor ich mit "Der Koffer" begonnen habe, wusste ich, dass eine sehr bewegende und bedrückende
Geschichte auf mich zukommt. Dass der Roman solche Ausmaße annimmt, dass es diesen Verlauf gibt, der weit ab von dem ist, was man einen normalen Umgang mit Kindern und Jugendlichen nennt, damit habe ich nicht gerechnet. Robin Roe hat mich zutiefst erschüttert. Es macht mich traurig daran erinnert zu werden, dass es Menschen gibt, die so mit anderen umgeht. Und trotzdem gibt es ganz viele Momente, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Einfach, weil es nicht nur böse Menschen gibt, sondern auch ganz nette, die Anteil nehmen am Schicksal ihrer Mitmenschen, die sich interessieren und ihr Herz für Andere öffnen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Schicht sie entstammen.

MAI | "Der Geruch von Häusern anderer Leute" von B.-S. Hitchcock


„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ hat sehr viel in mir ausgelöst. Die Schicksale der Jugendlichen sind keine leichte Kost und nur schwer verdaulich. Immer dann, wenn ich am wenigsten damit gerechnet habe, haben sie wieder unter der vollen Härte des Lebens leiden müssen. Das hat mich emotional ziemlich aufgewühlt und immer wieder das Buch aus der Hand legen lassen, obwohl die darin konzipierte Spannung nach weiterlesen verlangte.




JUNI | "Zwillingssterne" von C. Moracho


Im Großen und Ganzen hat mir der Roman ganz gut gefallen. Die Grundidee ist gut und die Schreibe
holt mich dort ab, wo ich es nicht vermutet hatte. Eine kleine Kritik habe ich aber doch. Ab und an habe ich das Gefühl, dass sich die Autorin verzettelt. Weniger ist mehr. Hier und dort ein paar Szenen eingespart und die eigentliche Situation, die Schwierigkeiten, die Althea und Oliver belasten, ihr Leben zu einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch werden lassen, mehr auf den Punkt gebracht. Das hätte ich mir gewünscht.


JULI | "Jane & Miss Tennyson" von E. Mills


„Jane & Miss Tennyson“ ist das mehr als gelungene Debüt der Vloggerin Emma Mills. Zwischen
Devons romantischen Wünschen nach der großen Liebe, offenbart sich ein Roman mit viel Tiefgang. Ein Roman, der zeigt wie wichtig es ist eine eigene Meinung zu bilden und nicht hinter Oberflächlichkeiten herzurennen. Geschrieben von einer Autorin, die offensichtlich weiß wie wichtig wahre Freundschaft ist und was sie bedeutet.




AUGUST | "Winger" von Andrew Smith 


"Winger" hat mich echt umgehauen. Hier und da gab es zwar einige
Längen und vielleicht wurde auch etwas oft, das Wort "pervers" genannt, ohne dass mir die Wichtigkeit der häufigen Nennung klar war, aber letztendlich ist es eine Geschichte, die mich beeindruckt und für ordentlich Gänsehaut gesorgt hat. Die ausgewogene Mischung aus Drama und Humor, sowie der extrem starke Protagonist Ryan Dean, der aufzeigt wie unterschiedlich Selbstbild und Außenwahrnehmung sein können und wie wichtig Freundschaft ist, hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.













13.09.17

[#JdKöKi] Winger - Andrew Smith




Wenn man Ryan Dean West heißt, Klassenbester und dazu noch zwei Jahre jünger als alle anderen ist, wird einem der Kopf manchmal ins Klo gehängt. Aber Ryan Dean hat größere Sorgen: Wie soll er verhindern, dass sein neuer Zimmergenosse im Internat ihn nachts erwürgt? Noch wichtiger: Wie soll er Annie, die er wahnsinnig liebt, davon überzeugen, dass er nicht zu jung für sie ist? Ohne seinen Freund Joey aus dem Rugby-Team wäre dieses Schuljahr die Hölle. Dass Joey schwul ist, ist Ryan Dean völlig egal. Schließlich liebt er Joey. Auf total unschwule Art, versteht sich. Dann passiert das Undenkbare. Und Ryan Dean West begreift, was wirklich wichtig ist.
(Text & Cover: © Carlsen; Foto: © N. Eppner)


"Winger" ist im August für unsere Aktion #JdKöKi nominiert worden und von euch zum Sieger gewählt worden. Zuerst war ich etwas verstimmt darüber, denn seltsamerweise hat mich das Buch so gar nicht angesprochen. Zum Glück stand ich durch die Abstimmung unter Lesezwang, denn ansonsten hätte ich eine tolle Geschichte über eine besonders ehrliche Freundschaft einfach so verpasst.

Ryan Dean ist von Natur aus dazu verdammt in diesem Schuljahr eins der Opfer zu sein, auf dem die nicht so intelligenten Muskelprotze seiner Schule gerne herumhacken. Im Klo baden zu gehen und betrunken gemacht zu werden sind da noch die harmloseren Attacken. Ryan Dean hat einen doofen Namen, ist ziemlich schlau, zwei Jahre jünger als seine Klassenkameraden und mit einem wunderhübschen Mädchen befreundet (eigentlich ist er sogar in sie verliebt). Für die Gehirnamputierten Dummies seiner Klasse ist das Grund genug, ihn zu hassen.

Wenn du denkst, Ryan Dean zieht jetzt ängstlich den Kopf ein, dann hast du dich geschnitten. Immer wieder stellt er sich seinen Gegner, genauso wie er es beim Rugby gelernt hat (Rugby ist kein Sport, das ist eine Lebenseinstellung). Nicht immer sind die Konfrontationen freiwilliger Natur und nicht selten denkst du dir:"Ryan Dean, warum hast du dich da denn wieder so in die Scheiße geritten?", aber meistens siegt die Bewunderung für Ryan Dean, der wie kein Zweiter für seine Freunde einsteht.

Na gut, mit einem von ihnen hat er Stress, weil sie beide auf das selbe Mädchen stehen, aber vor allem für Joey würde er durchs Feuer gehen. Joey ist groß, kräftig, mega cool und schwul. Eine dieser Eigenschaften sorgt dafür, dass auch er zum Mittelpunkt von Angriffen und Hasstiraden wird. 

"Winger" hat mich echt umgehauen. Hier und da gab es zwar einige Längen und vielleicht wurde auch etwas oft, das Wort "pervers" genannt, ohne dass mir die Wichtigkeit der häufigen Nennung klar war, aber letztendlich ist es eine Geschichte, die mich beeindruckt und für ordentlich Gänsehaut gesorgt hat. Die ausgewogene Mischung aus Drama und Humor, sowie der extrem starke Protagonist Ryan Dean, der aufzeigt wie unterschiedlich Selbstbild und Außenwahrnehmung sein können und wie wichtig Freundschaft ist, hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Buchinfo:

Carlsen Königskinder (September 2016)
464 Seiten
Hardcover
Ab 14 Jahren
19,99 €
ÜBERSETZUNG: Hans-Ulrich Möhring

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Rezensionen: © 2017, Nanni Eppner

12.09.17

Die vertauschten Welten der Victoria King 02: Zimt & zurück - Dagmar Bach





Stell dir vor, dein Leben gibt es doppelt …
Seit Vicky in Parallelwelten springen kann, ist ihr Leben ganz schön kompliziert geworden. Trotzdem schwebt Vicky auf Wolke Sieben, denn sie ist seit kurzem mit Konstantin zusammen, dem coolsten Jungen der ganzen Schule. Aber wie verhält man sich eigentlich, wenn man einen Freund hat? Vielleicht ist so ein Parallel-Ich sogar ganz praktisch – damit kann sie nämlich in der Parallelwelt »üben«, ein bisschen weniger schüchtern zu sein! Aber Vicky hat die Rechnung ohne das Schicksal gemacht. Denn das hält für sie eine ganz schön große Überraschung bereit, als sie aus ihrer ganz persönlichen »Test-Umgebung« zurückkehrt ...
(Text & Cover: © S. Fischer; Foto: © N. Eppner)

ACHTUNG!! Das ist Teil 2 der Zimt Trilogie, daher kann meine Besprechung Spoiler zu Band 1 enthalten.

Einen festen Freund zu haben ist gar nicht so einfach. Das merkt Vicky immer dann, wenn Konstantin sie küssen will. Wenn sie dann auch noch von ihrer Welt in die Parallelwelt springt, erhöht das den Schwierigkeitsgrad der Küsserei um einiges.

Auch dort läuft es anders, als erwartet. Zum Glück tauscht sie nun nicht mehr mit Tori, die Claires beste Freundin ist, sondern mit Victoria, die ebenfalls eine Pauline an ihrer Seite hat und recht nett zu sein scheint. Familiär läuft es in dieser Welt allerdings nicht so glatt.

Vicky wäre nicht Vicky, wenn sie nicht ein klein wenig versuchen würde am Schicksal zu drehen...und dabei alle Fettnäpfchen mitnehmen würde, die ihr im Wege stehen. Dabei hat sie es vor allem auf die Verkupplung bzw. Entkupplung ihrer Liebsten abgesehen. Tante Polly z.B. sucht ja schon seit 10 Jahren nach ihrem Traummann.

Die Zimt Romane sind einfach Zucker! Keinesfalls klebrig, sondern einfach nur absolut wundervoll. Obwohl die Bücher so locker leicht geschrieben sind, dass ich keine großen Überraschungen erwarte, und mich einfach nur an der Liebenswürdigkeit der Figuren erfreue (außer Röschen, die olle Kratzbürste, die ist ja ... ach, das lies mal schön selbst), ist es Dagmar Bach doch gelungen ein paar unerwartete Wendungen einzubauen.

Die Zimt Trilogie sind Bücher voller Lebensfreude und Humor. Es macht einfach irre viel Spaß sie zu lesen. Ich freue mich sehr auf den dritten Band. Große Leseempfehlung für alle, die gerne Bekanntschaft mit turbulenten, aber sehr sympathischen Figuren machen und diejenigen, die sich einfach mal ein Lesevergnügen gönnen möchten.



Buchinfo:

368 Seiten
Gebunden mit durchsichtigem Schutzumschlag
16,99 €
hier kaufen

Reiheninfo:

2. Zimt und zurück
3. Zimt und ewig (ET: 21.09.2017)

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Rezension: © 2017, Nanni Eppner

09.09.17

Beware that Girl - Teresa Toten




Für Leserinnen von ›Gone Girl‹ und ›Solange wir lügen‹ 
New York, Upper East Side: Kate O'Brien, eine Meisterin im Lügen und Manipulieren, hat ihre glänzende Zukunft genau geplant: ein Studium in Yale! Die mittellose Stipendiatin einer Eliteschule sucht sich berechnend die superreiche und leicht beeinflussbare Olivia Sumner als Freundin. Obwohl Kate bald bei Olivia einzieht, verschweigt sie ihre dunkle Vergangenheit, auch Olivia verliert kein Wort darüber, warum sie ein Jahr lang wie vom Erdboden verschwunden war. Als der gutaussehende und charmante Mark Redkin auftaucht, spürt Kate instinktiv, dass Mark nicht nur ihre Pläne durchkreuzen kann, sondern gefährlich ist. Dennoch muss sie hilflos zusehen, wie ihre Freundin ihm verfällt. Zwischen Kate, Olivia und Mark entspinnt sich ein abgründiges Katz-und-Maus-Spiel ... 
Atemlos, spannend, mit unerwarteten Wendungen bis zum überraschenden Ende.
(Text & Cover: © S. Fischer; Foto: © N. Eppner)

Ich lese nicht sehr häufig Thriller, da ich eigentlich zu weich für dieses Genre bin. Ab und an schafft es aber ein Thriller aus dem Jugendbuchregal auf meine Leseliste, weil ich mir denke, dass diese weniger blutig sind, als die für Erwachsene. Teresa Toten hat mir jedoch bewiesen, dass es nicht viel Blut bedarf, um meine Nerven blankzulegen.

Das Buch beginnt mit einer Krankenhausszene. Zwei Mädchen in einem Krankenzimmer. Eins still, verletzt, an Schläuche angeschlossen. Ein anderes hält dort Wache. Dann springt die Autorin in der Zeit zurück. Setzt ihre Geschichte ein halbes Jahr früher an und stellt die beiden Mädchen, die wohl Kate und Olivia sein müssen, vor.

Kate ist mittellos, lebt im Keller des Ladens eines chinesischen Ehepaars und ist Stipendiatin an einer angesehenen Privatschule. Vor ihren Mitschülerinnen gibt sie an Waise zu sein und bei einer Tante zu leben. Niemals würde sie zugeben, dass sie kaum Geld hat und arbeiten muss, um wenigstens halbwegs mit den anderen Mädchen mitzuhalten. Nur nicht auffallen und den direkten Weg nach Yale einschlagen. Koste es, was es wolle. 

Die gut betuchte Olivia kommt ihr da wie gerufen. Olivia wiederholt eine Klasse, weil sie einige Zeit zur Erholung weg war. Psychische Probleme. Depressionen und Essstörungen sind in Olivias Welt so en vouge, dass sich keiner weiter damit beschäftigt. Kate ahnt, dass Olivia mehr Geheimnisse hat, als auf den ersten Blick ersichtlich. Dies wird sie sich zu Nutze machen, denn Olivia ist ihre Wunderwaffe für den Einzug nach Yale.

Ihre Pläne wirken so korrekt durchdacht, dass eigentlich nichts schief gehen kann. Bis Mark Redkin auftaucht und an Kates Schale kratzt.

Wie bereits zu Anfang erahnt, versteht es Teresa Toten mit ihren LeserInnen zu spielen. Hier ein kleines Häppchen, dort ein Satz, der etwas erahnen lässt und letztendlich doch zu einer falschen Fährte führt. Ihr Roman steckt voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen.

Ganz besonders begeistert bin ich von der Atmosphäre, die sich, immer düsterer werdend, eng um mich legt. Wie eine Hand, die mir die Luft abschnürt und dafür sorgt, dass ich mich befreien möchte, indem ich erfahre, wie das Buch endet - mit einem Schock, Mitgefühl und ein kleines bisschen Verzweiflung. Gut gemacht, Teresa Toten. Du hast mich gefesselt und begeistert. Einen kleinen Punkt Abzug gibt es für die tratschenden Mädchen, deren Lebensinhalt High Heels und Designerhandtaschen sind. Aber das ist ja reine Geschmackssache.


Buchinfo:

S. Fischer (2017)
Klappenbroschur
400 Seiten
12,99 €
Ab 14 Jahren
ÜBERSETZUNG: Brigitte Jakobeit

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Rezension: © 2017, Nanni Eppner

06.09.17

Rimini - Sonja Heiss



Sonja Heiss’ Romandebüt wird einiges mit Ihnen anstellen: Sie werden laut lachen, Sie werden sich selbst und Ihre Familie wiedererkennen und Sie werden mehr lesen wollen. Versprochen!
Hans ist Anwalt, reich und erfolgreich. Doch auf einmal kehrt diese irrationale Wut in ihm zurück. Seine Ehe funktioniert nicht mehr und statt mit seiner neuen Psychoanalytikerin Frau Doktor Mandel-Minkic an seinen Problemen zu arbeiten, verliebt sich Hans in sie. Seine Schwester Masha ist 39 Jahre alt, als sie beschließt, ein Kind mit ihrem Freund zu bekommen. Doch plötzlich geht er ihr schrecklich auf die Nerven. Masha begibt sich auf die panische Suche nach einem neuen Mann, doch ihre Idee, im Bett den zukünftigen Vater ihres Kindes zu finden, ist zum Scheitern verurteilt.
Alexander und Barbara, die Eltern der ungleichen Geschwister, sind seit über vierzig Jahren leidlich glücklich verheiratet und müssen sich jetzt im Alltag eines Rentnerpaars einrichten. Während Alexander sich schon einsam fühlt, wenn seine Frau in ein anderes Zimmer geht, bleibt für sie nur die Flucht. Sie ahnt nicht, was sie damit in Gang setzt.
Sonja Heiss entwirft ihre Charaktere mit enormer psychologischer Raffinesse. Ihr Blick auf den menschlichen Alltag zoomt Details heran, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Dabei entsteht ein meisterhafter und höchst unterhaltsamer Roman, der seinen Humor aus den Abgründen des Lebens schöpft.
(Text & Cover: © Kiepenheuer & Witsch; Foto: © N. Eppner)


Vor kurzem ist mir "Rimini" über den Weg gelaufen. In die Hände gefallen. Ein Glückstreffer, den ich gemeinsam mit Alex vom Bücherkaffee gelesen und ausgiebig besprochen habe. Wir beide wurden vom Buch sehr gut unterhalten und haben eine Familie kennenlernen dürfen, die so was von aus dem Leben gegriffen ist, dass wir eigene Züge darin wiedererkennen konnten.

"Familien versuchen gerne, nach aussen hin als funktionierend zu erscheinen, aber Heiss blickt ganz schonungslos hinter die Kulissen und das in der tat mit einem ganz tollen sarkastischen Ton. Mal bitterkomisch, mal traurig, mal schwermütig, mal zum lachen - aber niemals wirklich belastend." (Alex, BücherKaffee)

Auf den ersten Blick scheint alles okay. Hans ist erfolgreicher Anwalt - sogar Partner in einer Anwaltskanzlei, seine Frau Journalistin, sie haben zwei Kinder, ein Junge, ein Mädchen, ausreichend Geld, um in den Urlaub zu fahren und verbringen Weihnachten nach alten Traditionen und Werten. Perfekter geht es kaum und doch neigt Hans zu Wutausbrüchen, die ihn oftmals in Situationen manövrieren, aus denen er nur schwer entkommen kann. Mal zerbricht er nur einen Kugelschreiber, mal zertrümmert er einen Stuhl. Auf Wunsch seiner Frau geht er zu einer Psychoanalytikerin und trotzdem lässt sie ihn abends im Bett eiskalt abblitzen.

Während Hans sich in seinen Therapiestunden in falschen Hoffnungen verliert, versucht seine Schwester Masha die große Liebe zu finden. Sie steuert rasant auf die 40 zu und sieht sich verpflichtet ein Kind zu bekommen. Das ist schließlich der Traum aller Frauen. Die Partnerwahl stellt sich jedoch, als schwierig heraus und ihre irgendwie falsche Wahrnehmung der Realität und ihre Fähigkeit Liebe und sexuelles Verlangen zu verwechseln, vereinfachen die Suche nicht.




Wie sollen Hans und Masha auch einen reellen Blick aufs Leben bekommen? Ihre Eltern Alexander und Barbara konnten ihnen das nicht beibringen. Sie sind selbst viel zu festgefahren in Wünschen, Träumen und Handlungsabläufen, um den Kopf nach links oder rechts drehen zu können. Alexander möchte seiner Frau immer alles recht machen, verliert sich dabei jedoch in falschen Vorstellungen ihrer Bedürfnisse und Barbara ist zu müde oder zu ängstlich, um den Mund aufzumachen und für sich einzustehen.

"Barbara und Alexander haben keinen Weg zur Kommunikation gefunden in ihrer Ehe, nur belangloser Smalltalk. Sie konnte ihm nicht sagen, dass sie Leidenschaft vermisst und Zeit für sich braucht - er konnte ihr nicht sagen, dass er sie liebt und Angst hat, sie zu verlieren. Sehr traurig, diese Entwicklung hat mir weh getan. Ich dachte immer, ja nun redet doch endlich miteinander!" (Alex, BücherKaffee)

Das Buch hat mir durchweg gut gefallen und landet definitiv auf der Liste der Jahreshighlights 2017. Ich mochte den Aufbau der Geschichte ebenso gerne, wie den vor Sarkasmus triefenden Schreibstil der Autorin. Anfangs ist die Bekanntschaft mit den Figuren oberflächlich, mit jedem Kapitel dringen wir mehr in ihr Bewusstsein ein, erkennen ihre Schwächen und Stärken, sehen welche Strukturen (zum Teil über Generationen verankert) zu deren handeln führen, während sie selbst weiter blauäugig durchs Leben gehen, ohne jegliche realistische Einschätzung ihres Verhaltens.

Dialoge, die einem Loriot Stil das Wasser reichen können, haben mich zum Lachen gebracht, während mich viele andere Situationen mitleidig oder gar nachdenklich gestimmt haben. Rund um ein gelungener Roman, der dem ein oder anderen sicher als Spiegel dienen kann. Wenn nicht, auch gut. Klug unterhalten wird man auf alle Fälle.



Buchinfo: 

Kiepenheuer & Witsch (August 2017)
400 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
20,00 €
hier kaufen

Weitere Rezensionen:


Termine 2017: 

19.09. Berlin, Buchpremiere mit Heike Makatsch
13.10. Stadtkirche Darmstadt, Lesung
18.10. Buchhandlung Herschel, Berlin, Lesung
19.10. Buchhandlung cohen + dobernigg, Hamburg, Lesung
20.10. Buchhandlung Goltsteinstraße, Köln, Lesung
23.11. Hochschul- und Kreisbibliothek Bonn-Rhein-Sieg, Rheinbach, Lesung

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Rezension: © 2017, Nanni Eppner


05.09.17

Der Junge auf dem Berg - John Boyne




Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz.
Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.
(Text & Cover: © S. Fischer; Foto: © N. Eppner)


Vor vielen Jahren habe ich mit Begeisterung den sehr bewegenden Roman "Der Junge im gestreiften Pyjama" gelesen. Ich habe mir das Buch von meinem damals 14-jährigen Nachbarsjungen ausgeliehen, der den Roman als Schullektüre gelesen hat und sehr berührt war von dem fiktiven Bericht des kleinen jüdischen Jungen Bruno. Neben der Geschichte war es vor allem der naive Erzählton des 9-jährigen Protagonisten, der zu starkem Mitgefühl und der Unbegreiflichkeit der Gräueltaten des zweiten Weltkriegs, geführt hat.

Diesen naiven Ton greift Boyne nun wieder auf, trifft aber nicht so recht die gleiche Nuance. Es kommt zu einer deutlich blasseren Schattierung was den Protagonisten betrifft, der sehr kluge Bücher liest, sehr viel Verständnis für seinen Vater, einen Kriegsveteranen aufbringt und einen recht guten Blick auf sein Umfeld hat und dann wiederum fast dümmlich daherkommt.

Pierrot, so lautet sein Name, scheint relativ glücklich zu sein, obwohl er im Waisenhaus landet und obwohl seine Kindheit überlagert war vom Schatten, den der Vater aus dem ersten Krieg mit nach Hause gebracht hat. So richtig gut geht es ihm dann, als er auf dem Berghof der Tante einzieht. Denn der gehört dem netten Herrn Hitler, der sich um Pierrot, der nun Peter heißt, kümmert und seine Klugheit erkennt.

Gemeinsam mit Binea vom Blog Literatwo habe ich ausgiebig über das Buch diskutiert. Wir beide hatten uns einen ähnlich bewegenden Roman wie "Der Junge im gestreiften Pyjama" erhofft und sind ein wenig enttäuscht, das Boyne diesem nicht so Recht das Wasser reichen kann. 

Es ist nicht nur der Erzählton, der hier eher disharmonisch wirkt, sondern vor allem Pierrot, der farblos und blass bleibt. Er gerät in die Fänge eines Mannes, der weiß wie Manipulation abläuft. Hitler lässt Pierrot nach seiner Pfeife tanzen, ohne dass dieser merkt, dass er sich am Abgrund der Menschlichkeit bewegt. Sein Handeln führt zum größten Schockmoment des Romans.

Boyne zeigt, dass es keinem bestimmten Hintergrund bedarf, um der Manipulation eines Menschen zu erliegen. Es ist egal, ob du ein gutes oder schlechtes Leben führst, ob du arm oder reich bist, glücklich oder traurig - prüfe genau welchen Parolen du folgst, bevor du sie ebenfalls in die Welt hinausschreist. Binea und ich waren uns nicht sicher, ob Boyne will, dass wir Mitleid mit Pierrot haben oder ob wir ihn einfach nur hassen sollen. Letztendlich ist er ein dummer Junge, der einem Mann nachgeeifert hat, der viel, viel, viel zu viele Menschen in den Tod gestürzt hat. 

Die Darstellung Hitlers ist sehr glaubwürdig. Obwohl er eine historische Persönlichkeit ist, ist er in seinem Charakter zeitlos. Aktuell gibt es wieder viel zu viele Fanatiker wie ihn und viel zu viele dumme Jungen (und Mädchen) jeden Alters, die Religionen, fanatischen Überzeugungen und politischen Betrügereien folgen, ohne sich einen eigenen Überblick zu verschaffen. Wir alle sind manipulierbar, doch wir können uns davor schützen. Indem wir mit offenen Augen durch die Welt gehen, indem wir uns für unsere Mitmenschen interessieren und durch Aufklärung. Und genau dafür brauchen wir Bücher wie "Der Junge auf dem Berg".


Buchinfo:

S. Fischer (2017)
304 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
16,99 €
ÜBERSETZUNG: Ilse Layer
hier kaufen

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© Rezension: 2017, Nanni Eppner

03.09.17

Die Haferhorde 08: So ein Fohlentheater! - Ein Fohlen wird geboren



Bild: © Der Audio Verlag


Große Aufregung auf dem Blümchenhof: die Gräfin ist schwanger und bringt ein kleines Baby zur Welt.

Doch was ist so spannend an der Tatsache, dass die Stute Nachwuchs bekommt? 

Ich möchte euch einen kleinen Einblick in das neue Abenteuer der Haferhorde geben, sowie einen kleinen Exkurs in die Pferdekunde, ganz speziell zum Thema Pferdezucht / Geburt eines Fohlens.



Foto: © N. Eppner


Die Gräfin ist ja schon länger in den Kavalier verliebt. Kein Wunder. Er ist ja auch ein stattlicher Kerl. Nach Meinung von Schoko und Keks ein bisschen zu selbstverliebt, aber dadurch passt er ja so gut zur Gräfin.

In Nicht-Ponygeschichten läuft das ganz anders. Da suchen die Besitzer der Stute den passenden Mann. Auswahlkriterien sind in der Regel die Optik des Hengstes (Exterieur genannt), seine sportlichen Qualitäten (je nach Disziplin gelten hier entsprechende Turniererfolge), sein Charakter (Interieur genannt) und sein Pedigree (das ist seine Abstammung, sprich Mutter, Vater, Großeltern etc.). Hierbei ist wichtig, dass Stute und Hengst gut zueinander passen bzw. kleine Mängel ausgleichen. Durch jahrelange Beobachtung verschiedener Zuchtlinien weiß der/die BesitzerIn der Stute ganz genau, welche Abstammungen zueinander passen. 



Foto: © N. Eppner


Ist die Stute erst einmal schwanger, dauert es 11 Monate bis das kleine Fohlen geboren wird. Wie bei Menschen auch, kann die Schwangerschaft, die beim Pferd Trächtigkeit genannt wird, durch ein Ultraschall gerät festgestellt werden. Am Anfang der Trächtigkeit ist das kleine Fohlenbaby noch gut zu erkennen, später ist es so groß, man auf dem Ultraschallgerät nur noch einzelne Körperteile erkennen kann. Daher ist es wichtig zu Beginn der Trächtigkeit eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen, um einschätzen zu können, ob die Stute möglicherweise Zwillinge bekommen wird. Das ist eher selten, kann aber zu Komplikationen während der Geburt führen.

Als die Gräfin ihr Fohlen zur Welt bringt, sind alle ganz aufgeregt. Die Geburt eines kleinen Wesens ist immer etwas besonderes. Ein gesundes Neugeborenes ist immer ein großes Glück. Auch Kavalier kann sich vor Freude kaum auf den Beinen halten. Schoko hingegen findet das kleine Pferd eher etwas nervig. Ob er wohl Angst hat, dass er nun nicht mehr so viel Aufmerksamkeit bekommt?



Foto: © K. Grüttner


Fohlen werden meistens in der Nacht geboren. Das liegt vor allem daran, dass die Stute gerne ihre Ruhe haben möchte. Es gibt spezielle Gurte, die um den Bauch der Stute geschnallt werden und Bewegung ankündigen oder die Möglichkeit eine Kamera zu installieren, so dass man im Notfall eingreifen, dem Pferd aber auch die gewünschte Ruhe gönnen kann.



Foto: © N. Eppner


Ist das kleine Fohlen dann auf der Welt, wird es von der Mutter abgeschleckt. Zum einen, um die Hülle der Fruchtblase zu entfernen (das hängt mit dem Urinstinkt zusammen. Als Fluchttier möchte ein Pferd nicht, dass sein Neugeborenes von Raubtieren wahrgenommen werden kann), zum anderen aber auch, damit Mutter und Kind die Gerüche des jeweils anderen aufnehmen können, um sich in der Herde zu erkennen.



Foto: © N. Eppner


Ca. 1-2 Stunden nach der Geburt steht ein Fohlen auf eigenen Beinen und versucht bei der Mutter zu trinken. Verglichen zu uns Menschen (wir laufen ca. ab 9 / 10 Monaten, viele erst später) ist das eine motorische Meisterleistung. Dem kleinen Pferdekind bleibt jedoch nichts anderes übrig, denn in freier Wildbahn wäre es ein gefundenes Fressen für Raubtiere, wenn es nicht mit der Herde davonlaufen könnte. 



Foto: © N. Eppner


Die Wahl des Namens führt zur ersten Elternkrise zwischen Kavalier und der Gräfin. Kavalier stellt sich etwas edles vor, wie z.B. Katharinenstern. Letztendlich wird das kleine Pferdemädchen Finchen getauft und das passt auch hervorragend zu dem süßen Ding. Würde es nur nicht immer hinter Schoko herlaufen ...



Foto: © K. Grüttner


Für die Namensgebung orientiert sich der Besitzer des Fohlens an den Namen der Eltern. In der Regel ist der Anfangsbuchstabe des Vaters ausschlaggebend für die Namenswahl. Kavalier liegt mit seinem Namenswunsch also gar nicht mal so falsch. In einigen Zuchtverbänden (z.B. Trakehner. Nach dem Anfangsbuchstaben der Mutter) wird es jedoch anders gehandhabt. Dabei geht es um den Wiedererkennungswert berühmter Verwandter. Mein eigenes Pferd heißt Dark Pepper. Da er mit "D" anfängt, liegt die Verwandtschaft zu seinem Großvater Donnerhall, der selbst und viele seiner Nachkommen erfolgreiche Sportpferde sind / waren, nahe.



Foto: © N. Eppner


Von der Geburt bis zum Zeitpunkt des Einreitens (ab etwa 3 Jahre, besser etwas später) ist es eine spannende Zeit, in der das kleine Pferdekind viel Neues entdeckt und erlernt.



Foto: © K. Grüttner


Auch für Finchen und die Blümchenhofbewohner wird es spannend. Das Pferdemädchen ist plötzlich verschwunden. Eine aufregende Suche beginnt.

Wie immer vereint Suza Kolb in ihrem Haferhorde Abenteuer Spannung und Pferdewissen zu einer tollen Geschichte, die von Bürger Lars Dietrich fabelhaft vertont wird. Ein Genuss für kleine und große Ponyfreunde.

P.S: Wer hat's erkannt? Auf den Bildern sind zwei verschiedene Fohlen zu sehen. Chocolate Cracker und Chocolates Cookie sind Halbgeschwister und entstammen unserer eigenen Zucht. Mittlerweile sind sie schon alt genug, um geritten zu werden. Chocolate Cracker hat vor Kurzem seine erste Platzierung im Springen gewonnen. 



Chocolate Cracker (Foto: © A.-L. Koch)



Hörbuchinfo:

2 CDs
2 Std. 8 Min.
12,99 €
Sprecher: Bürger Lars Dietrich
hier kaufen


Reiheninfo:

Die Haferhorde 01: Flausen im Schopf
Die Haferhorde 02: Volle Mähne
Die Haferhorde 03: Immer den Nüstern nach
Die Haferhorde 04: Schmetterlinge im Ponybauch
Die Haferhorde 05: Stallpiraten ahoi!
Die Haferhorde 06: Hopp, hopp, hurra!
Die Haferhorde 07: Huf über Kopf
Die Haferhorde 08: So ein Fohlentheater!
Die Haferhorde 09: Süßer die Hufe nie klingen (ET: 08.09.2017)

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Text: © 2017, Nanni Eppner

31.08.17

[Monatsrückblick] Leseliebe im August






Geplauder:


Der August hat mich aufgefressen. Mich, meine freie Zeit, meine Blogorganisation, meine Lesezeit und meine Blogbeiträge. Gefühlt ist all das zu kurz gekommen. Tatsächlich ist das gar nicht oder nur teilweise so. 

Privat hatte ich ziemlich viele Termine. Freunde haben geheiratet, Kinder bekommen, Geburtstage gefeiert oder einfach Zeit für Treffen gehabt, weil Sommerferien waren. 

Wir haben ganz viel mit der Räubertochter unternommen, die einen Entwicklungsschub nach dem anderen hat. Von einem Tag auf den anderen nimmt sie ihre Umwelt anders wahr, hat einen neuen Rhythmus und versucht ganze Sätze zu sprechen, obwohl sie einige Worte noch gar nicht kann. Sie übt fleißig zu kommunizieren und ihre versucht ihre Laufgeschwindigkeit zu verbessern. Die Eltern unter euch wissen, was das bedeutet. Am Abend und in der Nacht müssen all die Eindrücke verarbeitet werden. Unruhe und Schlaflosigkeit folgen. Für mich als Mutter eine schöne und spannende, aber auch sehr anstrengende Zeit.

Nebenbei den Blog in dem Maße zu befüllen, wie ich es in den Monaten davor getan habe, fiel mir deshalb im August sehr schwer. Es geht mir ähnlich wie meiner Tochter. Auch ich muss all die vielen Veränderungen erstmal verarbeiten und einen neuen eigenen Rhythmus finden. Aktuell bin ich schlichtweg Urlaubsreif. 

Daher gönne ich mir eine kleine Blogpause. Diese beginnt am 16.09. und geht bis zum 12.10. Letzter und erster Beitrag werden die Abstimmungsartikel der #JdKöKi Aktion sein (als kleine Orientierung für euch). Ich werde mich aber vorher nochmal zum Thema Blogpause zu Wort melden.



Leseliste:



AUGUST:

57) "Sturm über Windhaven" / L. Tuttle & G.R.R. Martin / Penhaligon
58) "Die Unvollkommenheit von Liebe" / E. Strout / Luchterhand
59) "Perfect" / C. Ahern / S.Fischer FJB
60) "Tessa. Entscheidung deines Herzens" / A. Szillat / Coppenrath
61) "Und es schmilzt" / L. Spit / S. Fischer
62) "Rimini" / S. Heiss / Kiepenheuer & Witsch
63) "Die Gabe der Könige" / R. Hobb / Blanvalet
64) "Der Junge auf dem Berg" / J. Boyne / S. Fischer FJB






Im August habe ich wieder einmal richtig Glück gehabt mit meiner Buchauswahl. Bis auf "Perfect", das mir leider nicht so gut gefallen hat, wie sein Vorgänger "Flawed", kann ich euch die meisten Bücher meiner Augustleseliste empfehlen. Mein persönliches Highlight war "Die Gabe der Könige", eine Neuauflage der Weitseher-Bücher von Robin Hobb. Ein gut konzipierter High Fantasy Roman in historisch anmutendem Setting, der gut konzipiert und durchweg spannend war. 

Extremste Gefühle hat Lize Spit mit ihrem Debüt "Und es schmilzt" ausgelöst. Das Buch hat mich mit-, aber auch runtergezogen. Seite für Seite gerät man in den Bann der außergewöhnlich guten Schreibe, durch die Spit die Gefühle der Figuren zu deinen eigenen werden lässt. Dann kommt die Finale Handlung. Ein Schock, ein Schmerz, den du erstmal wieder loswerden musst. Das Buch wird sehr kontrovers diskutiert. Leseempfehlung aussprechen oder nicht? Ich finde, dass darin Themen angesprochen werden, die dringend auf den Tisch müssen. Oberflächliches Lesen ist hier natürlich nicht angebracht, sondern ein konzentrierter Blick in die Tiefe. Hast du "Und es schmilzt" schon gelesen? Kommt es für dich überhaupt in Frage?



Weitere Beiträge:


In der Kinder Traumstube findet ihr nun 3 Buchtipps für Kinder ab 18 Monate.

Der Reiseproviant Beitrag hatte im August das Nachsehen. In #9 könnt ihr wieder viele Netz- und Lesetipps finden, sowie das Rezept für ein sehr leckeres Dessert.




Challenges:


In der Fischer Challenge wurden folgende Aufgaben gestellt:
Lies eine Dystopie: "Perfect" / Cecilia Ahern
Lies einen Einzelband: "Und es schmilzt" / Lize Spit

Der #JdKöKi August war der Monat des Ausnahmezustands. Im Juli habt ihr gleich zwei Bücher auf den ersten Platz des August Titels gewählt. Der Königskinderrat tagte und entschied, dass eins davon der August Titel wird - "Winger" - und eins der September Titel - "Der Himmel über Appleton House". Im August gab es keine weitere Abstimmung. Wir haben euch und uns ein kleines Päuschen gegönnt und so können wir alle im September wieder frisch und fröhlich nominieren und abstimmen.


Welches Buch war dein Highlight im August? Welches Buch möchtest du im September unbedingt lesen?




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