09.09.17

Beware that Girl - Teresa Toten




Für Leserinnen von ›Gone Girl‹ und ›Solange wir lügen‹ 
New York, Upper East Side: Kate O'Brien, eine Meisterin im Lügen und Manipulieren, hat ihre glänzende Zukunft genau geplant: ein Studium in Yale! Die mittellose Stipendiatin einer Eliteschule sucht sich berechnend die superreiche und leicht beeinflussbare Olivia Sumner als Freundin. Obwohl Kate bald bei Olivia einzieht, verschweigt sie ihre dunkle Vergangenheit, auch Olivia verliert kein Wort darüber, warum sie ein Jahr lang wie vom Erdboden verschwunden war. Als der gutaussehende und charmante Mark Redkin auftaucht, spürt Kate instinktiv, dass Mark nicht nur ihre Pläne durchkreuzen kann, sondern gefährlich ist. Dennoch muss sie hilflos zusehen, wie ihre Freundin ihm verfällt. Zwischen Kate, Olivia und Mark entspinnt sich ein abgründiges Katz-und-Maus-Spiel ... 
Atemlos, spannend, mit unerwarteten Wendungen bis zum überraschenden Ende.
(Text & Cover: © S. Fischer; Foto: © N. Eppner)

Ich lese nicht sehr häufig Thriller, da ich eigentlich zu weich für dieses Genre bin. Ab und an schafft es aber ein Thriller aus dem Jugendbuchregal auf meine Leseliste, weil ich mir denke, dass diese weniger blutig sind, als die für Erwachsene. Teresa Toten hat mir jedoch bewiesen, dass es nicht viel Blut bedarf, um meine Nerven blankzulegen.

Das Buch beginnt mit einer Krankenhausszene. Zwei Mädchen in einem Krankenzimmer. Eins still, verletzt, an Schläuche angeschlossen. Ein anderes hält dort Wache. Dann springt die Autorin in der Zeit zurück. Setzt ihre Geschichte ein halbes Jahr früher an und stellt die beiden Mädchen, die wohl Kate und Olivia sein müssen, vor.

Kate ist mittellos, lebt im Keller des Ladens eines chinesischen Ehepaars und ist Stipendiatin an einer angesehenen Privatschule. Vor ihren Mitschülerinnen gibt sie an Waise zu sein und bei einer Tante zu leben. Niemals würde sie zugeben, dass sie kaum Geld hat und arbeiten muss, um wenigstens halbwegs mit den anderen Mädchen mitzuhalten. Nur nicht auffallen und den direkten Weg nach Yale einschlagen. Koste es, was es wolle. 

Die gut betuchte Olivia kommt ihr da wie gerufen. Olivia wiederholt eine Klasse, weil sie einige Zeit zur Erholung weg war. Psychische Probleme. Depressionen und Essstörungen sind in Olivias Welt so en vouge, dass sich keiner weiter damit beschäftigt. Kate ahnt, dass Olivia mehr Geheimnisse hat, als auf den ersten Blick ersichtlich. Dies wird sie sich zu Nutze machen, denn Olivia ist ihre Wunderwaffe für den Einzug nach Yale.

Ihre Pläne wirken so korrekt durchdacht, dass eigentlich nichts schief gehen kann. Bis Mark Redkin auftaucht und an Kates Schale kratzt.

Wie bereits zu Anfang erahnt, versteht es Teresa Toten mit ihren LeserInnen zu spielen. Hier ein kleines Häppchen, dort ein Satz, der etwas erahnen lässt und letztendlich doch zu einer falschen Fährte führt. Ihr Roman steckt voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen.

Ganz besonders begeistert bin ich von der Atmosphäre, die sich, immer düsterer werdend, eng um mich legt. Wie eine Hand, die mir die Luft abschnürt und dafür sorgt, dass ich mich befreien möchte, indem ich erfahre, wie das Buch endet - mit einem Schock, Mitgefühl und ein kleines bisschen Verzweiflung. Gut gemacht, Teresa Toten. Du hast mich gefesselt und begeistert. Einen kleinen Punkt Abzug gibt es für die tratschenden Mädchen, deren Lebensinhalt High Heels und Designerhandtaschen sind. Aber das ist ja reine Geschmackssache.


Buchinfo:

S. Fischer (2017)
Klappenbroschur
400 Seiten
12,99 €
Ab 14 Jahren
ÜBERSETZUNG: Brigitte Jakobeit

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Rezension: © 2017, Nanni Eppner

Kommentare:

  1. Das klingt sehr interessant, auch wenn ich ein bisschen das Gefühl habe, dass mir das wohl besser gefallen würde, wenn es nicht aus dem Jugendbuchbereich wäre. Aber das wandert trotzdem mal auf meine Liste - vielleicht entdecke ich es in der Bücherei.

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  2. Hallo Nanni,
    der Autorin ist es wirlich gut gelungen, eine immer düstere Atmosphäre herzustellen, da stimme ich dir absolut zu. Und die tratschenden Mädchen sind wirklich Geschmackssache - dann wird Gossip Girl, auf das ja überm Klappentext verwiesen wird, auch eher nichts für dich sein. ;)
    Liebe Grüße, Hanna

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